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FC-Kaderplanung: Rolle rückwärts im Fall Peszko

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Slawomir Peszko bleibt dem 1. FC Köln erhalten. Foto: Rainer Dahmen
rDer 1. FC Köln hat mit der Posse um Slawomir Peszko wieder eine einzigartige Geschichte des Fußballs geschrieben. Nachdem der Wechsel des Polen letzte Woche noch als gescheitert vermeldet wurde, gehört er jetzt doch dem FC-Kader an.  Von
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Es gibt Geschichten, die schreibt angeblich nur der Fußball. Und es gibt Geschichten, die schreibt definitiv nur der 1. FC Köln. Am Dienstag war es wieder einmal so weit, der Klub vollzog eine beachtliche Rolle rückwärts und verkündete die Einigung mit Slawomir Peszko - nur vier Tage, nachdem der FC den Wechsel als gescheitert vermeldet hatte. Und gefühlte 3000 Tage, nachdem die Verhandlungen begonnen hatten.

"Nach der Zusendung der notwendigen Unterlagen des aufnehmenden Vereins FC Parma erzielten der 1. FC Köln, der FC Parma, Slawomir Peszko sowie die weiteren an dem Transfer beteiligten Parteien eine Einigung über den Einsatz des Mittelfeldspielers für den 1. FC Köln während der Saison 2013/2014 auf Leihbasis", teilte der Klub am Nachmittag mit. Beim FC Parma unterschrieb Peszko bis 2016. Nach all den Querelen zeigte sich Geschäftsführer Jörg Schmadtke versöhnlich: "Ich bedanke mich insbesondere bei Franz-Josef Wernze und Andreas Grajewski, dass wir im Sinne des Spielers doch noch eine gute Lösung gefunden haben."

Warten auf Signale aus Parma

Die netten Töne überraschen. Noch am Freitag hatte Schmadtke schwere Vorwürfe gegen Wernze geäußert. "Der ein oder andere hat sich in dieser Sache zu weit aus dem Fenster gelehnt und jetzt sehen wir, wie er rausfällt. Es sind Versprechungen gemacht worden, die nie eingetreten sind. Damit sind alle Verabredungen null und nichtig." Hintergrund war die von Wernze zugesagte, bis Freitag aber nicht in Köln eingegangene Bestätigung des Transfers aus Parma.

Auch der Investor hegt keinen Groll mehr. Als er das Geißbockheim vergnügt verlässt, berichtet er von einer "sehr guten Gesprächsatmosphäre" und freut sich, das Kapitel Peszko endlich abgeschlossen zu haben. So zahlt Parma die Ablösesumme von rund 620.000 Euro an Wernze, der somit die finanziellen Vorleistungen zurückerhält. Er hatte 2011 die Ablösesumme an Lech Posen und später einige Monatsgehälter des 28-Jährigen bezahlt. "Ich sehe mich nichts als Sieger. Wenn man das alles als Kaufmann sieht, dann ist es eine Null-Runde gewesen. Es hat einem guten Zweck gedient, aber es war kein Geschäft. Wenn man am Schluss bei null steht, freut man sich, dass es kein Minus ist", sagt Wernze.

Für den FC ist hingegen noch kein Ende der Wirrungen aus Klauseln, Abmachungen und Optionen in Sicht. Nach der einjährigen Ausleihe könnte die unendliche Geschichte eine Fortsetzung finden. "Wenn es gut für Peszko läuft, hat er eine Chance, ein weiteres Jahr in Köln zu spielen. Es wurde eine Kaufoption vereinbart", sagte Wernze.

Freilichtbühne des Wechsel-Theaters

Bevor sich am Nachmittag alle Parteien doch noch auf den komplizierten Vertrag einigten, hatten Peszko und Grajewski den Grüngürtel zur Freilichtbühne des Wechsel-Theaters verwandelt. Nach dem Training schlenderten sie gestikulierend am Rasen entlang und besprachen letzte Details. Schon da - rund eine Stunde vor dem Abschluss - zeigte sich der Berater zuversichtlich. Allerdings nicht unbedingt zufrieden. "Leider muss Slawo auf eine Menge Geld verzichten. Aber zum Vertrag gibt es noch einen Lottoschein. Wenn er Glück hat, braucht er auf nichts zu verzichten", sagte Grajewski. Und weiter: "Er hatte auch andere, höherklassige Angebote. Aber er will hierbleiben, und der Spieler hat immer das letzte Wort. Ich betrachte ihn ein bisschen als meinen Ziehsohn und habe alles versucht, es zu ermöglichen."

So überwog bei allen Beteiligten die Freude über das vorläufige Ende der Wechsel-Odyssee. Auch bei Peter Stöger, der Peszko am Samstag bei Greuther Fürth einsetzen kann. "Er ist ein schnell und kreativ und kann uns weiterhelfen", sagte Stöger am Dienstag.

Auf die Suche nach einem Innenverteidiger hat der Transfer keine Auswirkungen, ein Einsatz Peszkos als Abwehrchef ist eher unwahrscheinlich. Franz-Josef Wernze unterbreitete einen anderen Vorschlag: Pedro Geromel, der letzte Spieler, an dem er Beteiligungen hält. Doch eine Rückkehr des an Mallorca ausgeliehenen Brasilianers ist laut Wernze ausgeschlossen: "Man weiß nicht, was sportlich bei ihm los ist. Er ist mit Mallorca abgestiegen. Jetzt heißt es, er wäre in Brasilien. Eine Rückkehr wäre eine gute Idee, aber die habe ich Herrn Schmadtke nicht näherbringen können."

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