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FC-Keeper: Timo Horn bleibt immer kühl

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Überzeugende Leistung ohne Gegentor in Dresden: FC-Torhüter Timo Horn Foto: Rainer Dahmen
Timo Horn ist 19 Jahre jung und im Tor des 1. FC Köln die erste Wahl. Die größte Stärke des Torhüter-Talents weiß auch Trainer Holger Stanislawski zu schätzen: Der 19-Jährige bleibt ruhig, wenn andere die Nerven verlieren.  Von
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Dresden

Timo Horn, schwarzes Unterhemd, kräftige Statur, riesige Hände, ist in der Mixed-Zone des Glücksgas-Stadions erschienen und erzählt über ein sehr aufregendes Spiel wie von einer Ausflugsfahrt mit einem Rheinschiffchen. Nüchtern, entspannt, unaufgeregt. Ein Sieg eben, drei Punkte. War da was?

Das sei ja gerade das Faszinierende an seinem Torhüter, findet Kölns Trainer Holger Stanislawski, dass „der Timo einen Maximal-Puls von 60 hat“. Also auch dann nicht die Nerven verliert und kühl bleibt, wenn er mal so richtig gefordert ist. Wie zum Beispiel am Montagabend im Spiel bei Dynamo Dresden, das der FC nur deshalb mit 2:0 gewinnen konnte, weil Horn ein überragendes Spiel ablieferte mit allem, was man von einem Torhüter verlangen kann: Reflexe im halben Dutzend plus abgefangene Eckbälle und eine gelungene Spieleröffnung. Eine so schwierige Partie ohne Gegentreffer abzuschließen – doch, ja, müsse er schon sagen, erzählt Stanislawski, „da hat der Torwart dann vieles richtig gemacht“.

Horn reif für die Nationalmannschaft?

Stanis erste, wichtige Entscheidung

Horn, noch 19 Jahre jung, sei ein „hervorragendes Torwart-Talent, er entwickelt sich stetig weiter. Er macht einen richtig guten Job.“ Die erste wichtige Entscheidung, die Stanislawski in Absprache mit Frank Schaefer, dem Leiter Sport, und Kaderplaner Jörg Jakobs vor der Saison traf, war die Beförderung des Nachwuchs-Torhüters Timo Horn zur Nummer eins. Horn hatte ein paar Schwierigkeiten, den Rhythmus in seinem neuen Umfeld zu finden, doch dieses Problem löste er sehr schnell. Inzwischen ist er der wohl beste und zuverlässigste Keeper der Zweiten Liga. Begründungen für die große Steigerung sind sein Fleiß und sein Ehrgeiz: „Ich versuche immer, mich im Training weiterzuentwickeln und meine Leistung zu halten und zu steigern.“

Der Aufschwung der Kölner zu einer konstanten Mannschaft im Jahr 2013 – fünf Siege und zwei Unentschieden in sieben Spielen bei nur drei Gegentoren, insgesamt schon 14 Partien ohne Niederlage in Serie – ist vor allem ein Verdienst der Abwehr. Neben Horn stabilisieren zurzeit die Innenverteidiger Dominic Maroh (26) und Kevin McKenna (33) die Elf. Zuletzt hatte Horn deshalb kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen, „insofern bin ich froh, dass ich in Dresden mal was zurückgeben konnte“.

Das gelang Horn vor allem in der 65. Minute, als er die spektakulärste Aktion des Spiels für sich entschied: Der Dresdner Stürmer Pavel Fort stand frei vor Horn im Strafraum und scheiterte an dem Kölner. Diese Schlüssel-Situationen Mann gegen Mann „habe ich mit unserem Torwart-Trainer Alexander Bade einstudiert. Er sagt mir immer, dass ich einfach stehen bleiben und nicht zucken soll. Und dass es egal sein muss, wenn ich den Ball auch mal voll ins Gesicht bekomme. Und das setze ich nun um“, erzählt Horn. Diese Selbstverständlichkeit bei der Arbeit überzeugt auch Schaefer: „Mit welcher Ruhe Timo Horn die Dinge löst, auch die Eins-gegen-eins-Situationen, wie lange er da stehen bleibt – dafür müssen wir ihm ein Extra-Lob ausstellen.“

Für Testspiel in Israel nachnominiert

Horns Leistungen werden nun auch von einer anderen Stelle anerkannt, U-21-Trainer Rainer Adrion hat ihn für das Testspiel am 24. März in Israel nachnominiert. „Das ist eine große Ehre für mich“, sagt Horn, den auch in dieser Angelegenheit sein Realismus begleitet: „Ich will mich dort vor allem für die nächste Saison empfehlen.“

Zunächst aber hat Horn in dieser Saison noch ein Ziel, Tabellenplatz drei rückt für die viertplatzierten Kölner näher und damit eine Chance zum Aufstieg: Vom dritten Rang und Kaiserslautern trennt den FC ein Punkt. In Dresden hielt Stürmer Anthony Ujah den FC im Rennen. Seine beiden spät erzielten Tore (73./81.) sicherten den Erfolg in einem Spiel, „in dem wir nicht so gut waren wie zuletzt“, sagt Horn. Am Ende aber zähle das Resultat, und das sei „eben klar für uns ausgegangen“.

Neben Horn lächeln die Kollegen und die Funktionäre selig in der Mixed-Zone. Der Torhüter nickt nach seinen Aussagen nur kurz und geht in die Kabine. Ganz gelöst. Puls 30, maximal.

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