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Heinz Flohe: „Flocke, Deine Art war einzigartig“

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Heinz Flohe mit DFB-Pokal und Meisterschale mit Hannes Löhr (r.). Foto: dpa
Er war FC-Kapitän in der Double-Saison 1977/78: Heinz Flohe ist am 15. Juni 2013 gestorben. Unser Kolumnist hat der FC-Legende zu seinem 65. Geburtstag Anfang dieses Jahres einen Brief geschrieben. Da lag „Flocke“ schon im Koma.  Von
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Lieber Flocke,

Du hast Geburtstag und ich würde Dir gerne gratulieren, aber ...

Es fällt mir immer noch schwer zu begreifen, dass Du so schwer krank und unerreichbar bist. Ich denke oft an unsere gemeinsame Zeit, damals beim 1.FC Köln. Wollte man Dich als Fußballer beschreiben, wären alle Superlative angemessen. Du konntest alles: Dribbeln, schießen, flanken, kämpfen, grätschen, rennen, Tore machen, die Mitspieler in Szene setzen oder aber, wenn es sein musste, Spiele auch alleine entscheiden.

Beim Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und DFB-Pokal 1977/78 warst Du unser Kapitän, einen besseren hätten wir nicht haben können. Als Mensch habe ich Dich als sanftmütig wahrgenommen, selten laut, stets loyal und verlässlich; hilfsbereit, verschwiegen und bescheiden.

Heinz Flohe mit Herbert Neumann.
Heinz Flohe mit Herbert Neumann.

Dein Verhalten und Handeln waren geprägt von Deinen gesunden Instinkten und Deiner guten Intuition. Übertriebenes Geschwätz hast du abgelehnt. Nein, ein Freund vieler Worte warst du nie. Du warst, wie man in Köln dann sagt, „ene Jong us em Lääve“. Jenseits des Fußballplatzes kamst Du mir oft vor wie ein Fisch ohne Wasser, wie auf der Suche nach etwas, das Dir die gleiche Freude bereiten könnte wie das ja nur scheinbar gedankenlose Spielen mit dem Ball.

Am Ende Deiner Zeit beim FC sind ein paar Dinge geschehen, die Du Dir so nicht gewünscht hast. Du bist in der Folge davon dann – ungerne – nach München gegangen, zu 1860. Bei Eurem Heimspiel gegen den MSV Duisburg, bei dem Du so schwer verletzt wurdest, saß ich auf der Tribüne, und ich habe Dich im Krankenhaus besucht. Danach war auf einmal alles anders.

Du hattest kein Gefühl mehr im Fuß, Du hast unter den Schmerzen gelitten und warst eingeschränkt in Deinen Bewegungsmöglichkeiten. Die Beziehung zu Deinem Körper hat sich verändert, die gesundheitlichen Probleme nahmen zu. Und dennoch war es immer eine Bereicherung, Dir mit Deinem ungebrochenen Lebensmut und Deiner unverblümten Ehrlichkeit und Direktheit zu begegnen.

Flohe als Spieler, aufgenommen im Juli 1974.
Flohe als Spieler, aufgenommen im Juli 1974.
Foto: dpa

Du hast die Geschichte des 1.FC Köln nachhaltig und positiv mitgeprägt. Deine Art war einzigartig.

Es gibt Momente, in denen ich nach einem übergeordneten Sinn suche für das, was Dir passiert ist. Ich finde bis heute keinen.

Und dann stelle ich mir vor, Du würdest Dich nur ausruhen von den Anstrengungen des Lebens und Du würdest irgendwann wie selbstverständlich wieder aufstehen, Dich langsam und unaufgeregt anziehen und einfach gehen. Wir würden uns treffen, ich lese Dir diesen Text vor und ich höre dich sagen: „Hüür mer bloß op mit der Schleimerei. Kumm, mer jonn jet esse.“ Gerne Flocke. Sehr gerne.

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