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Hinrunden-Bilanz: 1. FC Köln auf dem Weg nach oben

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Freunde: FC-Trainer Holger Stanislawski und Mato Jajalo (r.) in Stuttgart. Foto: Rainer Dahmen
Auch wenn der 1. FC Köln noch ein gutes Stück von den Aufstiegsplätzen in der Zweiten Liga entfernt ist, fällt die Bilanz des Halbjahres zufriedenstellend aus. FC-Trainer Holger Stanislawski hofft auf neues Personal in der Winterpause.  Von
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Köln

Mit dem Pokal-Spiel beim VfB Stuttgart endete für den 1. FC Köln die erste Saison-Phase. Eine Bestandsaufnahme.

Der letzte Eindruck

Alles war nach dem Spiel in Stuttgart so wie immer nach den zuletzt ja etwas erfreulicheren Ergebnissen des 1. FC Köln: Kreisbildung auf dem Platz, kurze Ansprache des Trainers, viel Applaus und eine ganze Menge Umarmungen. Nur das Ergebnis war anders als sonst: Niederlage, 1:2 beim VfB im Achtelfinale des DFB-Pokals. Und doch war die komplette Delegation des FC begeistert: Vereinsvorstand, Trainer und Spieler. „Haben die gut gespielt! Haben die mich überrascht! Das war toll“, sagte Präsident Werner Spinner. Coach Holger Stanislawski verteilte nach dem Schlusspfiff pausenlos ein Pauschallob nach dem anderen: „Großes Kompliment. Ein toller Abschluss, den wir mitnehmen in den Urlaub, um danach mit Selbstvertrauen in den zweiten Teil der Saison zu starten.“ Und auch Kapitän Miso Brecko freute sich über die Leistung von Stuttgart: „Das war sehr gut. Aber auch sehr, sehr ärgerlich.“

Die Kölner hatten in den letzten 30 Minuten mehr vom Spiel, „zweistellige Chancenwerte“, hatte Stanislawski notiert, aber sie machten nach dem 0:2-Pausenrückstand eben nur noch ein Tor, spät zudem, Christian Clemens traf in der 80. Minute. In Stuttgart bestätigte sich damit in 90 Minuten der Trend von 19 Zweitliga-Spielen: Der FC kann mithalten; er spielt sogar sehr gut; doch er macht zu wenig Tore und holt deshalb zu wenig Punkte.

Der erste Eindruck

Der Saisonstart ist dem 1. FC Köln misslungen. Es kam auch viel zusammen. Alles sollte neu werden, vor allem jung und erfolgreich, ein Kontrapunkt zu der unschönen Söldner-Phase zuletzt in der Bundesliga. Die Identifikation mit einer zunehmend sich von der Basis entfernenden Elf fiel den Fans immer schwerer. Der Auftrag an Stanislawski und die sportliche Leitung unter Jörg Jakobs und Frank Schaefer: ausmisten, aufräumen, aufbauen.

Das Trio sortierte 13 alte Spieler aus und schlitterte mit seinem neuen Kader gleich in eine Krise: vier Pleiten aus den ersten sechs Spielen, zwei Unentschieden, Tabellenplatz 17 am 23. September. Das war ein tiefer Fall, aber Stanislawski arbeitete beharrlich weiter, variierte die Taktik, verwirrte damit möglicherweise auch einige seiner Spieler. Denn mit diesem plötzlichen Wandel war in Einzelfällen auch ein Wechsel vom Spielfeld auf die Tribüne innerhalb von einer Woche verbunden.

Wie hat sich der 1. FC Köln geschlagen?

Für Stanislawski spricht, dass er sich selbst hinterfragte. Nachdem er sich dazu durchgerungen hatte, eine Stammformation zu bilden, stellten sich auch die Erfolge ein. Von den letzten 13 Spielen verloren die Kölner nur eines – Anfang November mit 0:2 in Aalen –, holten aber jeweils einen Punkt gegen die ersten drei der Tabelle, Braunschweig, Berlin und Kaiserslautern. Der Rückstand auf Platz drei ist nun sogar überschaubar: sechs Punkte trennen Köln und Kaiserslautern vor der Winterpause und den letzten 15 Spielen der Saison.

Der Gesamteindruck

Der 1. FC Köln gehört zu den spielerisch auffälligsten Teams der Zweiten Liga. Allerdings hat er mehrere Schwachpunkte: Gegen tief stehende Gegner nutzten ihm die Dominanz und die hohe Ballbesitz-Quote nichts, weil er vor dem Tor einfallslos agiert. Überdies ist der FC nach wie vor anfällig für Konter. Das Gefüge in der Defensive funktionierte zuletzt, optimal besetzt ist der Kader deshalb aber nicht. Weder in der Abwehr noch im Angriff. Das größte Problem ist die auch in Stuttgart erneut offenbarte Abschlussschwäche. „Vor dem Tor fehlte die letzte Qualität“, sagt Stanislawski.

Für den Trainer fügten sich die Dinge, er kann für sich reklamieren, dass die erfolgreichere Saisonphase die erfolglosere abgelöst hat und nun im Gedächtnis bleibt – trotz eines Rückschlags wie dem 0:0 zuletzt beim Tabellenvorletzten in Sandhausen. Die Niederlage von Stuttgart fällt aus dem Rahmen, weil die Kölner sie für sich als Erfolg verbuchen. Die Bilanz ist somit insgesamt befriedigend.

Der Ist-Zustand

Der 1. FC Köln belegt in der Tabelle mit einer fast ausgeglichenen Bilanz (sechs Siege, acht Unentschieden, fünf Niederlagen, 22:21 Tore) und 24 Punkten Platz neun. Er kann sich nach dem Pokal-Aus voll und ganz auf die Arbeit in der Liga konzentrieren.

Prognose
Für den 1. FC Köln startet das Projekt Wiederaufstieg – und darum geht es laut Stanislawski – am 4. Januar 2013, mit dem ersten Training im neuen Jahr. Doch mit der aktuellen Mannschaft dürfte es schwierig werden, sich wenigstens um Rang drei zu bewerben und damit für die Relegationsspiele. Stanislawski erklärte in Stuttgart, dass der FC „schaut, was auf dem Markt möglich ist“. Es geht um neue Spieler, vorzugsweise für die Abwehr und um eine sinnvolle Ergänzung für den letztlich zu harmlosen Angriff. Die Priorität liege dabei „ganz klar“ im Bereich der Defensive, betonte Stanislawski. Sollten in dieser Hinsicht Treffer gelingen, dürfte der FC den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen mindestens bestätigen. Ob es zu mehr reicht, wird auch vom Zustand der Konkurrenz abhängen.

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