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Saisonstart: Aufruhr zum FC-Auftakt

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Aufbauarbeit vom Torwarttrainer: Bade (r.) baut FC-Keeper Horn wieder auf.  Foto: Rainer Dahmen
Der 1. FC Köln hat bei seinem Liga-Auftakt gegen Dynamo Dresden erfrischenden Fußball geboten. Nur das Ergebnis passt nicht recht ins Bild: Der Patzer von Torwart Horn leitete den Ausgleich ein und frustrierte den 20-Jährigen.  Von
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Dresden/Köln

Timo Horn hatte am Sonntag viel Zeit, über Sinn und Unsinn dribbelnder Torhüter nachzudenken. Trainer Peter Stöger hatte seine Spieler nach dem 1:1 (0:0) bei Dynamo Dresden mit einem 24-stündigen Berufsverbot belegt. Das Auslaufen findet unter dem Österreicher unmittelbar nach dem Spiel statt, der Folgetag ist frei. Während sich Horns Mitspieler unbekümmert des Sonnenscheins erfreuen konnten, wird Horn die fußballfreie Zeit einigermaßen verflucht haben – sein Projekt „Beweisführung meiner sportlichen und mentalen Stärke“ musste bis zur Trainingseinheit am Montag aufgeschoben werden.

Zwar hatte Horn unmittelbar nach seinem kuriosen und mit dem 1:1 durch Tobias Kempe (79.) bestraften Hochball-Dribbling eilig verkündet, „die Szene“ sei „abgehakt“, doch die Gesichtszüge des 20-Jährigen verrieten mehr als seine Worte. Horn war frustriert. Über seinen Fehler und über die verpasste Möglichkeit, mit einem furiosen Sieg in die Saison zu starten. „Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände“ sagt Horn. Und: „Einige Schiedsrichter pfeifen bestimmt auch indirekten Freistoß, wenn ich den in die Hand nehme. Aber ich kann ihn auch zur Ecke klären. Es tut mir leid für die Mannschaft, dass wir deshalb zwei Punkte haben liegenlassen.“

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Aggressionen muss Horn in der kommenden Trainingswoche nicht befürchten. Wütender als Horn auf sich selbst war niemand aus dem Kölner Stab. Geschäftsführer Jörg Schmadtke überging die Panneneinlage in seiner Analyse elegant. „Wir haben zwei Punkte verschenkt, weil wir das Spiel lange dominiert haben. Wobei man auch sagen muss, dass wir nicht in der Lage waren, das 2:0 zu erzielen. Dann müssen wir damit leben, dass solche Dinge passieren, und das ist dann auch in Ordnung.“
Auch Peter Stöger war nicht nachhaltig verstimmt. Emotional reagierte der 47-Jährige nur auf eine andere Strafraum-Szene: Nach 57 Minuten hatte Dynamo-Torwart Benjamin Kirsten Kölns Roman Golobart mit den Fäusten malträtiert. „Ich hatte den Eindruck, Kirsten war mit seinem ersten Schlag nicht zufrieden und hat deshalb noch mal hingelangt. Wenn das keine Rote Karte war, dann kann es in den nächsten Wochen gefährlich werden. Wenn das Schule macht – das wäre sehr gefährlich“, sagte Stöger.

Vom fußballerischen Kampf im ersten Pflichtspiel unter seiner Leitung war der FC-Trainer „über weite Strecken zufrieden, mit dem Ergebnis aber nicht“. Ähnlich und damit komplett anders beurteilte Dynamo-Trainer Peter Pacult das Spiel: „Ein Heimspiel will man immer gewinnen. Aber wir haben verdient den Ausgleich gemacht.“

Köln hatte das Duell forsch begonnen und schon nach wenigen Minuten mehr spielerischen Glanz entfaltet, als in der gesamten Vorsaison. Dresden wehrte sich mit mutigen Gegenstößen und erspielte sich wenige, aber vorzügliche Gelegenheiten. Insbesondere Jonas Hector drohte auf der linken Kölner Abwehrseite regelmäßig Gefahr. Mickael Poté und Filip Trojan bestraften die Unordnung aber nicht. Für Stöger sind die von Dynamo präzise aufgedeckten Lücken eine logische Folge seiner – offensiv durchaus erfrischenden – Spielidee. „Auf Sicht wird es so sein, dass man Räume aufgeben muss, wenn man viele offensive Spieler bringt. Wir könnten auch mit sechs Leuten hinten stehen. Dann kommt vorne nicht viel, dafür könnte ich aber garantieren, dass es hinten keine Räume gibt.“

Der von Ballstaffetten und Hochtempo-Aktionen geprägte Vortrag um die Taktgeber Yannick Gerhardt, Mato Jajalo und Marcel Risse entzückte das Kölner Publikum und führte zu einigen guten Möglichkeiten. Ins Tor traf aber – wie schon oftmals in der vergangenen Saison – einzig Anthony Ujah (61.). Ein Grund für Schmadtke, den erfrischenden aber letztlich nur einen Punkt wertvollen Auftritt nicht zu verklären. „Wir müssen ein paar Dinge verändern und verbessern, um dauerhaft erfolgreich zu werden. Wir müssen unsere Konter ausspielen, das zweite Tor machen und dürfen keine Dinge zulassen, wie wir es beim Ausgleich gemacht haben.“

Stöger glaubt an eine rasche Evolution seiner Mannschaft. Bevor er das Glücksgas-Stadion nach seinem Debüt in weiß-roten Schuhen verließ, richtete er den Blick durch seine rot-weiße Brille nach vorn: „Alles ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich. Die kommende Woche steht ganz im Zeichen des Derbys gegen Düsseldorf. Wir werden uns vor unseren tollen Fans noch besser präsentieren als gegen Dresden.“

Dresden: Kirsten - Gueye, Brégerie, Susac, Schuppan - Losilla, Menz (66. Dedic) - Ouali, Fiel (82. Hartmann), Trojan (59. Kempe) - Poté.

Köln: Horn - Brecko, Maroh, Golobart, Hector - Matuschyk, Jajalo (77. Lehmann), Gerhardt (68. Halfar), Risse, Bröker - Ujah (83. Exslager). –
Schiedsrichter: Stark (Ergolding). – Zuschauer: 29 308. – Tore: 0:1 Ujah (61.), 1:1 Kempe (79.).

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