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Seitenwechsel 2.0: Beachtliche Ratlosigkeit beim 1. FC Köln

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Herbert Neumann. Foto: Rainer Dahmen
Unser Kolumnist Herbert Neumann bewertet das Remis gegen Cottbus als bedenklich blutleeren Auftritt des 1. FC Köln. Und durch gewisse Mythen und Glaubenssätze ließe sich ein solcher Auftritt auch nicht entschuldigen. Egal, wie oft man diese wiederholen möge.
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Die allgemeine Ratlosigkeit rund um den 1. FC Köln ist nach dem bedenklich blutleeren 0:0 bei Energie Cottbus immens. Deutlich wird das durch die Glaubenssätze, mit denen Akteure und Anhänger des Klubs versuchen, die Situation zu beschreiben, zu verstehen und/oder zu entschuldigen. Das Problem ist: Auch durch gebetsmühlenhafte Wiederholung ergeben diese Glaubenssätze leider keine Wahrheit. Hier ist so ein Satz: „Profifußballern kann man nichts mehr beibringen, sie sind gut oder eben nicht.“

Ich habe drei Jahre lang mit Hennes Weisweiler gearbeitet und konnte damals erstmals die persönliche Erfahrung machen, wie ich und viele meiner Mitspieler – Profis allesamt – durch tägliches intensives, bewusstes Üben besser wurden. Mein fußballerisches Rüstzeug war am Ende viel größer als vorher. Weisweiler verstand sich als Fußball-Lehrer und sah seine primäre Aufgabe darin, alles dafür zu tun, dass wir lernen, in einem stets höheren Tempo immer besser und präziser zu handeln und zu spielen. Folge der oben genannten Fehleinschätzung ist: Wer nicht daran glaubt, dass man eigenen Spielern vertrauen und sie weiterentwickeln kann, der muss Spieler kaufen.

Hier ist noch ein oft gehörter Satz: „Unsere junge Mannschaft muss sich noch finden.“ Nun, beim Spiel in Cottbus standen am Ende sechs Spieler auf dem Platz, die um die 30 sind.
Oder dieser Satz: „In der Zweiten Liga wird nur gebolzt und gerannt. Wer das nicht mitmacht, hat keine Chance.“ Ja, ein Mythos, gern beschworen, wie mir scheint, wenn man nicht weiterweiß. Ich finde, es zeugt von wenig Selbstvertrauen und hilft nicht, sich zu positionieren und zu unterscheiden. Das vorhandene Lernpotenzial der eigenen Spieler wird verschenkt. Die Chance, sich gegen überwiegend körperlich agierende Gegner mit schnellem, flachem, präzisem, kreativem Kombinations- und Zusammenspiel einen Vorteil zu erarbeiten, wird nicht gesehen. Allerdings: Hinter dieser Aussage kann man sich und die allgemeine Mängelverwaltung bestens verschanzen.

Ein letzter Glaubenssatz: „Motivation, Fitness und Teamgeist führen zu anhaltendem Erfolg und kalkulierbaren Resultaten. „Ja, natürlich. Aber damit wird man dem Fußball nicht gerecht, denn auf die Dauer reicht das eben nicht. Individuelle Fehler und Aktionen entscheiden Spiele, hinten wie vorne – besseren Spielern gelingen mehr Aktionen, sie machen weniger Fehler. Daraus allein schon entsteht für mich die Verpflichtung, den Einfluss zu nutzen, jeden Einzelnen zu fordern, fördern und besser zu machen.

Das sind nur einige der vielen kursierenden Mythen und Märchen, die aber immer noch erstaunlich lebendig sind. Aber so sind halt Märchen. „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute ...“

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