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Adventskrimi — 16. Folge: Sven und die geheime Botschaft

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Welcher Club könnte der richtige sein? Pía kennt sich zum Glück wie immer bestens aus. Foto: Alex Jahn
Sven will Omas geheime Botschaft in einem Schwulenclub platzieren. Zwei Tage hat er Zeit, ihre Unschuld zu beweisen. Pia unterstützt ihn dabei. Ob aus den beiden was wird? Rätselt mit — und schickt uns ein neues Wort für die Adventskrimi-Folge 17!  Von
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Was bisher geschah: Urlaub in der Karibik, das hatte Sven Gärtner sich anders vorgestellt: Im Nebenzimmer wird die Leiche eines Fremden gefunden, und Oma gerät unter Verdacht. Nun liegt es an Sven, den echten Mörder zu finden.

Police Lieutenant George Steele wurde in Zimmer Nummer fünf untergebracht, Herbert Baumann in Zimmer Nummer sechs. Pía und Sven zogen sich auf sein Zimmer zurück, wo sie den Klatschtanten lauschen mussten, die sich lauthals im Flur unterhielten.

„Bei diesen Haaren war es von Anfang an offensichtlich, Messdamms. Niemand kann noch so weiße Haare haben und dabei rechtschaffend sein. Das wäre zu ungerecht.“

„Habt ihr das Twin-Set gesehen? Grausiges rot, sach ich.“

„Dat is ‘ne Frau, die machen tut, wat se will, dat sieht man schon anne Schuhe.“

„¡Chismosas! Die sollten sich was schämen!“, sagte Pía verärgert, als sie die Zimmertür hinter sich zuknallte. „Dieser Lieutenant! Was bildet der sich ein? Kommt aus Kansas, spricht kein Spanisch …“

Sven ließ sich aufs Bett fallen. „Riesenidiot“, murmelte er bloß, noch immer beschäftigt mit Omas Nachricht. „Kann froh sein, dass er mich nicht auch noch eingesperrt hat.“

Es sah wirklich schlecht aus. Oma unter Mordverdacht eingesperrt in Herrn Baumanns Pumakäfig, Sven damit beauftragt, ihren Namen reinzuwaschen. Er mochte sich überhaupt nicht ausmalen, was in einem echten Gefängnis mit einer alten Frau gemacht wurde, auch wenn es bloß für die Untersuchungshaft war. Gab es in Puerto Rico nicht auch Geschworenengerichte? Was, wenn die Oma einfach verurteilten? Justizirrtum? Oder was, wenn Steele ein korrupter Blödsack war, der Verdächtige nur aus Spaß quälte?

All das wollte er gar nicht herausfinden. Am Morgen des 24. würde der Gerichtsmediziner aus dem Urlaub zurück sein. Nicht mal zwei volle Tage blieben ihm, um Omas Unschuld zu beweisen. Heute und morgen. Das wird ja mal wieder ein tolles Weihnachten.

Er wurde aus seinen düsteren Gedanken gerissen, als Pía sich ebenfalls auf die breite Matratze legte. Ihr langes Haar kitzelte seine Wange. „Was hat deine Oma dir zugeflüstert?“, fragte sie.

„Das hast du bemerkt?“

„Na, Jungchen!“, imitierte sie Oma. „Mir entgeht nichts, Kinners, das glaubt aber mal!“

Sven konnte nicht anders; trotz der verzweifelten Situation brach er in Gelächter aus. Mit Pía an seiner Seite schien die Lage gar nicht mehr so ausweglos.

„Noch geht es am besten ohne Leben. Wenn er kommt, kommt er zu seinem Freund, mir. Sie sagte, ich solle die in einem Schwulenclub verbreiten.“

„Was bedeutet das?“

„Keine Ahnung“, gab er zu. „Klingt ein bisschen so, als könne jemand nicht richtig Deutsch, wenn du mich fragst.“

„Oma kann aber Deutsch.“

„Auf jeden.“

Beide verfielen in Schweigen, aber Sven gelang es nicht, sich einen Reim auf das Ganze machen. Sollten sie nicht nach echten Verdächtigen suchen, um der Polizei statt Oma jemanden Anderes anzubieten? Oder nach Gegenbeweisen? Die Spurensicherung musste doch feststellen können, dass Oma nicht am Tatort … Oh.

Schon gut.

Doch mit einem Mal kam Sven eine Idee, vielmehr ein Impuls, der ihn aufstehen und aus dem Fenster schauen ließ.

Der schwarze Mietwagen stand noch immer vor der Tür.

Er musste etwas damit zu tun haben. Vielleicht war der echte Mörder sogar einer der Insassen, die Frau oder der Mann in schicken Anzügen. Vielleicht waren sie es beide gewesen. Aber worauf warteten die beiden dann noch

„Das Paco en Juan“, sagte Pía vom Bett aus.

„Hm?“, fragte Sven, drehte sich wieder zu ihr um. Ihre goldenen Creolen klimperten, als sie den Kopf verlegen zur Seite drehte. „Das Paco en Juan ist der bekannteste Schwulenclub in der Stadt.“

„Woher weißt du das?“, fragte Sven neugierig. Vielleicht ein schwuler Bruder?

Pía sagte nichts. Sie wurde bloß noch röter.

Und da begriff er.

„Du – du bist … jetzt echt?“

Sie nickte. „Ich habe eine Freundin. In Deutschland. Ich denk mal, deine Oma hat das geahnt. Was meinst du, warum ich in dieser Bruchbude arbeite? Ich spar auf das Ticket.“ Ihm wurde auf einmal ein kleines bisschen schwer ums Herz. Das hübscheste, lustigste Mädchen, das er seit Langem getroffen hatte, und dann so was …

„Aber … Du hast doch … Meine Hand genommen …“, stotterte Sven. Er konnte es überhaupt nicht fassen.

„Ich hatte Angst“, sagte Pía. „Ich hab überhaupt nicht richtig drüber nachgedacht.“

Ein unangenehmes Schweigen legte sich über den Raum. Pía biss sich auf den Daumennagel, während Sven einfach nicht wusste, was er sagen sollte. Was für ein Yeti er doch war! Für wie dämlich musste sie ihn halten? Man, wie peinlich, wie oberpeinlich!

„Das tut mir echt leid“, sagte Pía schließlich, und sie klang etwas gequält. Oh nein, gleich würde sie irgendwas Blödes sagen, das Äquivalent zu wir sollten Freunde bleiben oder so!

„Nee nee, alles gut“, sage Sven hastig. „Ich war nur überrascht. Hab’s mir sowieso schon gedacht.“

Voll gelogen. Aber ein bisschen Stolz wollte er sich schon noch bewahren.

Pía setzte an, etwas zu erwidern, aber Sven schnitt ihr das Wort ab. Nein, er wollte nicht darüber reden. „Wo ist dieses Pedro en Juan?“

„In der Stadt“, antwortete sie nach einer kurzen Pause. „Du wirst ein Taxi nehmen müssen.“ Dann musterte sie ihn von oben bis unten. Das Grinsen, das sich langsam auf ihrem Gesicht ausbreitete, sah gemeingefährlich aus.

„Ich glaube, ich such am Besten noch ein anderes Outfit für dich aus.“

Das heute eingebaute Userwort „Yeti“ stammt von MarieMiena2010 via Twitter. Vielen Dank fürs Mitmachen! Auch für die nächste Folge suchen wir aus Euren Vorschlägen wieder ein schweres, lustiges, abseitiges, sperriges oder schönes Wort aus. Schickt Eure Vorschläge via Twitter an @ksta_lokal oder auf Facebook als Kommentar oder Privatnachricht. Stichwort/Hashtag: #adventskrimi12

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Adventskrimi: Mitmachen und Gewinnen
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