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Adventskrimi — 19. Folge: Von einer Falle in die nächste

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Sven hat sich in das Auto geschlichen. Ob er bemerkt wird? 
Svens Plan, Oma zu retten, ist nicht so leicht umzusetzen. Doch dann hat Sven eine Idee — landet aber direkt wieder in der Falle. Ob er sich retten kann? Rätselt mit und gewinnt! Und schickt uns ein Wort für Folge 19, wir sind gespannt!  Von
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Was bisher geschah: Auf der Suche nach dem Mörder seines Zimmernachbars taucht Sven Gärtner in Puerto Ricos Nachtleben ab. Da erreicht ihn ein Anruf aus der Pension: Etwas stimme nicht mit seiner Oma, die von der Polizei verdächtigt wird.

Police Lieutenant George Steele, der olle Mutzepuckel, ließ Sven keine Sekunde mehr aus den Augen.

Der Kommissar ahnte etwas, anders war seine Wachsamkeit nicht zu erklären. Er ahnte, dass Sven Pläne schmiedete, seine Oma aus Herrn Baumanns Zimmer zu befreien.

Der Pensionsbesitzer wiederum bemerkte überhaupt nichts, sondern verbrachte den Rest der Nacht damit, im Wirtschaftsteil einer Finanzzeitung von vor zehn Jahren zu blättern und missmutig zu murmeln, dass die EU-Osterweiterung an allem Schuld sei. Woran auch immer jetzt genau, das konnte Sven nicht herausfinden.

Mit Steele im Nacken war es unmöglich, in Ruhe nachzudenken. Er spürte die Blicke des Polizisten, als würde dieser durch bloßen Augenkontakt seinen Sonnenbrand wieder zum Jucken bringen. Ruhe. Er brauchte Ruhe! Musste nachdenken. Warum hatte Oma ihn in den Schwulenclub Pedro en Juan geschickt, um diese seltsame Nachricht zu verbreiten? Noch geht es am besten ohne Leben. Wenn er kommt, kommt er zu seinem Freund, mir. Was sollte das bedeuten? Was sollte es bringen? Und jetzt wollte Oma, dass er sie befreite – zum Glück. Sven konnte es nicht abwarten, so schnell wie möglich mit ihr von hier zu verschwinden. Aber wozu dann seine Expedition ins Pedro?

Aber selbst in seinem Zimmer fand Sven die nötige Ruhe nicht, um diese Fragen zu beantworten. Er hörte Lieutenant Steele vor der Tür auf und ab gehen; jeder Schritt unterbrach Svens Gedanken, brachte ihn durcheinander, zwang ihn, von vorne anzufangen.

So konnte das nicht weitergehen. Gehetzt stand er auf, schritt zum Fenster und lehnte sein Gesicht nach draußen, aber auch dort war es kein bisschen kühler – die Luft stand, berührte nass und warm seine Haut, lähmte seine Gedanken. Müde starrte er hinaus, während Steele noch immer auf- und abging, tap, tap tap, der Himmel war von schweren, grauen Wolken bedeckt, tap, tap, tap, der schwarze Mietwagen stand noch immer vor der Tür. Tap. Sven schaute genauer hin. Tap tap tap. Die Türen des Autos standen offen. Es schien sich niemand darin zu befinden.

Er schielte nach unten. Der Boden war nicht allzu weit entfernt. Tap tap tap. Ein Wagnis. Der Mann und die Frau konnten jederzeit zurückkommen, ihn erwischen. Aber mit einem Blick wäre vielleicht schon viel gewonnen. Die beiden beschatteten das Zimmer, in dem der Tote lag, schon seit Tagen. Möglicherweise waren sie sogar die Mörder. Dann musste in ihrem Wagen doch etwas zu finden sein.

Sven musste es darauf ankommen lassen. Das war seine Chance, Oma zu retten, ganz ohne sich Police Lieutenant George Steele zum Feind zu machen.

Sven kletterte auf die Fensterbank, lugte nach unten. Er stand relativ nah über dem Boden, nicht mehr als drei Meter trennten ihn vom Blumenbeet. Trotzdem wurde ihm unwillkürlich übel. Oh oh. Die Drinks im Pedro waren wohl keine gute Idee gewesen. Mühevoll drehte er sich um, seine Koordination ein wenig zu wackelig, zu ungenau. Zugreifen, festhalten, zugreifen und fest, bloß festhalten! Endlich bekam er das Fensterbrett zu packen und ließ sich langsam hinuntergleiten.

Als seine Arme vollständig ausgestreckt waren, schloss Sven die Augen.

Eins.

Zwei.

Drei.

Er ließ sich fallen.

Vielleicht hätte Sven länger gezögert, wenn er gewusst hätte, wie sehr es schmerzen würde, in ein Beet voller harmlos wirkender Paradiesblumen zu fallen. Harmlos nur auf den ersten Blick – er zerstach sich seine Hände und seinen ohnehin schon malträtierten Nacken an den Dornen der Pflanzen.

Abfuck Scheiß Mistverdammter, lautlos fluchend kämpfte er sich einen Weg aus dem Beet und huschte hinüber zum Auto. Sein Herz schlug schnell, als er hineinspähte, mein Gott, dieses Abenteuer tat seinem Blutdruck nicht gut!

Niemand zu sehen. Auch die Straße lag verlassen da.

Kurzerhand stieg Sven in die schwarze Limousine und schlug beide Türen zu.

Es war so heiß im Wagen, als habe man versucht, einen Holzkohleofen daraus zu machen um Pizza zu backen. Dafür waren die Ledersitze sehr bequem. Außerdem herrschte Chaos. Chipstüten, Colaflaschen, leere Wasserkanister, sogar ein angeknabbertes Tankstellen-Sandwich fand er im Fußraum. Auf dem Rücksitz lagen die traurigen Überreste einer Packung Prinzenrolle, der Kofferraum war vollgepackt mit Koffern und Tüten. Und es roch nach Schweiß.

Sven hielt sich die Nase zu. Beeilung, die beiden Insassen konnten jeden Moment zurück sein! Er öffnete das Handschuhfach, darin fand er eine CD von den Ärzten und von den Sportfreunden Stiller, und außerdem einen Ring. Er war schlicht, schön, golden, geziert von einem funkelnden Stein.

An irgendwas erinnerte Sven dieser Ring. Bloß an was …
Während er noch nachdachte, bewegte sich etwas in seinem Augenwinkel. Ein Schatten schlich auf das Auto zu. Scheiße! Scheiße! Er machte sich im Sitz so klein es ging, überlegte, die Tür aufzureißen und einfach zu rennen – die Tür. Verdammt, er hatte die Türen geschlossen! Sie wussten schon, dass er im Auto war. Der Schatten bewegte sich auf den Wagen zu, umrundete ihn von hinten. Sven wagte kaum, hinzusehen. Dadadumdadadumdadadum, fühlte sich eigentlich so ein Herzinfarkt an?!

Der Türgriff klickte.

Das heute eingebaute Userwort „Mutzepuckel“ stammt von MarieMena2010 via Twitter. Vielen Dank fürs Mitmachen! Auch für die nächste Folge suchen wir aus Euren Vorschlägen wieder ein schweres, lustiges, abseitiges, sperriges oder schönes Wort aus. Schickt Eure Vorschläge via Twitter an @ksta_lokal oder auf Facebook als Kommentar oder Privatnachricht. Stichwort/Hashtag: #adventskrimi12

Wort gesucht!
Gewinner gesucht!

Für die nächste Folge suchen wir aus Euren Vorschlägen wieder ein schweres, lustiges, abseitiges, sperriges oder schönes Wort aus. Schickt Eure Vorschläge via Twitter an @ksta_lokal oder auf Facebook als Kommentar oder Privatnachricht. Stichwort/Hashtag: #adventskrimi

Haben Sie den Fall schon gelöst, an dem Sven und Oma sich die Zähne ausbeißen? Unter den erfolgreichen Adventskrimi-Ermittlern verlosen wir..... . Einsendeschluss an adventskrimi@ksta.de ist der 23. Dezember 2012, 20 Uhr. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir als 1. Preis ein iPad 3, als 2. Preis 2x2 Karten für die Ice-Ace-Liveshow in der Lanxess-Arena, als 3. Preis 2x2 Karten für die Harlem Gospel Singers in der Lanxess-Arena und als 4. Preis 2x2 Karten für die Weiberfastnacht im DuMont-Zelt. Wir benachrichtigen die Gewinner in der zweiten Januarwoche. Bitte vergessen Sie nicht, Ihren vollständigen Vor- und Nachnamen, Ihre Postadresse und Ihre Telefonnummer anzugeben.

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