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Adventskrimi — 21. Folge: Ein unterdrücktes Triumphgeheul

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Sven und Oma können fliehen das große Finale naht. Wer hat schon die Lösung des Falles? Und das hier gibt es zu gewinnen. Foto: Alex Jahn
Unglaublich, wie Sven und Oma die Flucht gelingt. Und das alles in letzter Minute. Aber warum hat es Ermittlerin Gärtner danach überhaupt nicht mehr eilig? Ratet mit — und gewinnt ein iPad oder tolle Tickets. Wir freuen uns auch wieder über Wörter für die nächsten Folgen!  Von
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Eigentlich wollte Sven Gärtner nur Urlaub in der Karibik machen. Nun liegt eine Leiche im Nebenzimmer, seine Oma wurde eingesperrt und Heiligabend steht vor der Tür. Mit einem waghalsigen Plan will Sven seine Oma befreien.

Zwei Gärtners und der stille Gast

Wer hatte gedacht, dass Herbert Baumann sich so schnell bewegen konnte?

Sobald der Pensionsbesitzer bemerkte, dass seine wertvollen Zeitungen brannten, alle Ausgaben seit 2002, fein säuberlich sortiert, ordentlich übereinander gestapelt in einer staubfesten Kiste verpackt, war er nicht mehr zu halten.
Er sprang auf, warf sich auf den Boden und versuchte, das kleine Feuer aufzuhalten, in dem er aus voller Kraft in die Kiste hineinpustete.
Das half nicht so richtig.

Ganz im Gegenteil – immer weiter heizte er die gierigen Flammen an, ohne recht zu begreifen, was er da tat.

Sven wäre gerne hinter der Rezeption versteckt geblieben, um sich das Schauspiel weiter anzuschauen, aber es blieb keine Zeit. Während Herbert Baumann „Hilfe, Hilfe!“ rief, als würde er selbst bei lebendigem Leibe verbrennen, beugte Sven sich unbemerkt über die Theke, griff sich den Schlüssel zu Omas Gefängnis und ließ ihn in seine Hosentasche gleiten. Dann hechtete er in Richtung Keller, verborgen nicht nur vom Durcheinander, sondern auch vom hellen Qualm, den das brennende Papier von sich gab. Er schaute nicht zurück. Von jetzt an war es Pías Aufgabe, sich um das Chaos zu kümmern.

Stattdessen stürzte Sven die Treppe hinunter, rammte den Schlüssel in das Schloss von Herrn Baumanns Zimmer und öffnete die Tür.

Oma kam, schnell wie ein Pfeil (na ja, ein sehr betagter Pfeil), aus dem Raum geschossen. Sie hatte offensichtlich auf ihre Befreiung gewartet. Mit der rechten Hand hielt sie ihren Stock fest umklammert, mit der anderen schloss sie die Tür wieder ab. „Schnell, Jungchen! Dieser Ami-Polizist, der ist nicht so bescheuert wie der ganze Rest, der wird sich was denken. Hoch da!“

Gemeinsam stiegen sie die Treppe wieder hinauf, wesentlich langsamer, als Sven lieb gewesen wäre. Feiner Qualm zog ihnen entgegen, auch Herr Baumanns Rufe nach einem Feuerlöscher, „wo sind denn die verdammten Dinger?!“, und wieso habe er bloß die Batterien vom Rauchmelder nicht gewechselt?! Gleichzeitig kam jemand die Treppe aus dem ersten Stock herunter gepoltert: Police Lieutenant George Steele, der sich noch im Gehen fluchend seinen Waffengurt umschnürte.
Sven bemerkte den Kommissar erst, als es schon zu spät war.

Gleichzeitig traten sie auf den Treppenabsatz zur Rezeption zu, ein Zusammenprall war unvermeidlich, Mist, der Typ hatte eine Waffe dabei, eine Waffe!

Im letzten Moment zerrte Oma Sven zurück. Er stolperte rückwärts, verfehlte Steele haarscharf, der zum Glück vertieft war in den Kampf mit seiner klemmenden Gürtelschnalle. Beinahe hätte er Oma umgemäht und sie beide die Treppe hinunterpurzeln lassen, aber die alte Frau stemmte sich mit ihrem ganzen Gewicht und überraschender Kraft gegen ihren Enkel.

„Du musst dringend ein paar Pfund abnehmen, Junge“, keuchte sie, ganz außer Atem. „Und gucken, wo du hinläufst!“

„Du musst dringend aufhören, deine Nase in Sachen zu stecken, die dich nichts angehen“, erwiderte Sven, während sie so schnell wie möglich um die Ecke huschten. Er wandte sich um, genau im richtigen Moment: Pía gestikulierte wild in seine Richtung, die Panik stand ihr ins Gesicht geschrieben.

Mist! Der Schlüssel!

Oma erklomm schon den nächsten Absatz. Fieberhaft sah Sven sich um. Sie hatten keine Zeit mehr, Steele konnte sich jederzeit umdrehen oder Baumann in einem wahnhaften Anfall der Trauer um seine Zeitungen auf sie losgehen.
Also zog Sven kurzentschlossen den Schlüssel aus seiner Tasche und warf ihn Pía zu.

All die Jahre Bundesjugendspiele hatten sich gelohnt. Sein Wurf ging nicht daneben, Pía brauchte nur noch die Hände zu öffnen. Sie verschwendete keine Sekunde, griff nach dem Putzeimer, pfefferte gleichzeitig den Schlüssel zurück auf die Theke und löschte den Brand mit einem Schwall Seifenwasser.

Dass auch Herbert Baumanns Schnurrbart und George Steeles blankgeputzte Angeberschuhe davon erwischt wurden, machte Sven so gar nichts aus. Er unterdrückte ein Triumphgeheul, folgte Oma in ihr Zimmer und schloss die Tür fest hinter sich zu.

Einmal, zweimal, dreimal holte Sven Luft, dann stürzte er schon zum Kleiderschrank, begann, seine Klamotten herauszuzerren. Jetzt, wo Oma frei war, konnten sie endlich verschwinden! Wenn Schnee liegen würde, zugegebenermaßen recht unwahrscheinlich für die Karibik, könnten sie im Hundeschlitten davonrauschen. So würde es schwierig bei dem Verkehrschaos in der Stadt.

„Junge, was machst du da?“

Die alte Dame saß seelenruhig im Sessel, ihren Stock neben sich, ein Ausdruck größter Entspannung auf dem Gesicht.

Sie sah nicht so aus, als würde sie in nächster Zeit irgendwohin gehen wollen.

„Was machst du da?“, erwiderte er. „Wir müssen hier weg!“

„Hier weg? Nee, Jungchen, eher nicht.“

„Aber worauf warten wir denn noch?“, fragte Sven, der Verzweiflung nahe.

Ein verschmitztes Grinsen huschte über Omas Lippen.

„Auf das große Finale, mein Junge.“

Das heute eingebaute Userwort „Hundeschlitten" stammt von @AHLJE. Vielen Dank fürs Mitmachen! Auch für die nächste Folge suchen wir aus Euren Vorschlägen wieder ein schweres, lustiges, abseitiges, sperriges oder schönes Wort aus. Schickt Eure Vorschläge via Twitter an @ksta_lokal oder auf Facebook als Kommentar oder Privatnachricht. Stichwort/Hashtag: #adventskrimi12

Wort gesucht!
Gewinner gesucht!

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Haben Sie den Fall schon gelöst, an dem Sven und Oma sich die Zähne ausbeißen? Unter den erfolgreichen Adventskrimi-Ermittlern verlosen wir..... . Einsendeschluss an adventskrimi@ksta.de ist der 23. Dezember 2012, 20 Uhr. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir als 1. Preis ein iPad 3, als 2. Preis 2x2 Karten für die Ice-Ace-Liveshow in der Lanxess-Arena, als 3. Preis 2x2 Karten für die Harlem Gospel Singers in der Lanxess-Arena und als 4. Preis 2x2 Karten für die Weiberfastnacht im DuMont-Zelt. Wir benachrichtigen die Gewinner in der zweiten Januarwoche. Bitte vergessen Sie nicht, Ihren vollständigen Vor- und Nachnamen, Ihre Postadresse und Ihre Telefonnummer anzugeben.

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