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Adventskrimi — 24. Folge: Ein Klingeln von weit draußen

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Wenn eine Bescheid weiß, dann ist das Oma Gärtner! Foto: Alex Jahn
Jetzt wird so langsam alles klar. Wer mit wem wo und warum — Oma Gärtner hat den Fall gelöst. Doch es gibt noch mehr Überraschungen in der letzten Folge unseres Adventskrimis! Na, wer hat's gewusst?  Von
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Ein friedliches Weihnachtsfest in der Karibik – wird vielleicht das vielleicht doch noch was? Unwahrscheinlich. Eine Leiche im Nebenzimmer, Oma steht unter Mordverdacht und Sven hat immer noch einen Sonnenbrand. Höchste Zeit, den Fall aufzuklären!

Zwei Gärtners und der stille Gast

„Was hat das zu bedeuten?“, polterte Police Lieutenant George Steele. „Was machen diese Witzfiguren hier?“

Simon Dresch und Monika Kaspar sahen beide ein wenig verlegen aus. Sven begriff genauso wenig wie Steele, wenn er ehrlich war. Monika Kaspar? Was machte die Frau des Opfers hier?

Oma blickte sich um, fast ein wenig enttäuscht: „Hat denn wirklich keiner gecheckt, was hier passiert ist?“

Steele hatte die Schnauze offenbar voll. Jedenfalls zog er seine Handschellen aus dem Gürtel und ließ sie bedrohlich aufschnappen. „Erklären oder Festnahme!“, forderte er. „Sofort!“

„Ach, Sie Großkotz“, sagte Oma unbeeindruckt. „Arbeiten in 'nem Land voller Hispanier und sprechen kein Spanisch? Wundert's Sie echt, dass Sie keiner ernst nimmt? Mierda!“

„Sie hat Koprolalie, unheilbar,“ versuchte Sven noch irgendetwas zu retten. Doch bevor Steele Oma niederschießen konnte, fuhr diese schon fort, als sei sie über den ganzen Höflichkeits-Quatsch erhaben.

„Was ist eigentlich genau passiert? Ein Mann steigt in dieser Pension ab. Er lässt sich nur zum Frühstück blicken, wo er sich viel zu viele Brötchen nimmt. So weit kein Drama, wenn die anderen Gäste nicht ein Haufen alter Klatschtanten an der Grenze zur Senilität ohne Lebensinhalt wären.“

„Messdamms!“, unterbrach sie einer der Klatschtanten. „Haben Sie dasselbe gehört wie ich? Was bildet sich diese Hexe denn ein?!“

„Gucken Sie nicht in einen Spiegel wenn Sie den Anblick nicht vertragen“, entgegnete Oma bissig. „Außerdem wird das s in ‚Mesdames’ nicht mitgesprochen, Sie alte Schachtel!“

Die alten Damen setzten zu einem lautstarken Protest an, den Steele mit einem cholerischen „Klappe halten, verdammt noch mal!“ verstummen ließ.

Oma fuhr ungerührt fort. Sven spürte förmlich, wie zufrieden sie mit sich war. Aber zurecht? Wo war der Mörder? Was hatte sie schon herausgefunden?

„Zum Drama wird es erst, als die Tür geöffnet wird und ein toter Mann im Zimmer des geheimnisvollen Gastes liegt. Es ist aber nicht Javier Perez, der eingecheckt hat, sondern ein Arbeitskollege aus Deutschland, Lukas Kaspar.“
Monika Kaspar ließ ein ersticktes Schluchzen hören, und warf sich Simon Dresch in die Arme, der sie flüsternd tröstete. Nicht einmal davon ließ Oma sich beirren: „Die Polizei ist überzeugt: Mord. Giftmord, noch dazu, und das Opfer muss den Täter gekannt haben, oder der Täter harmlos ausgesehen haben, wie zum Beispiel eine alte Frau, nech, Georg?“

Energisch schlug sie ihren Stock auf den Boden. „Das vernachlässigt aber ein paar ganz wichtige Fragen. Was verbindet Lukas Kaspar und Javier Perez? Warum taucht Kaspar auf einmal in Perez’ Zimmer auf? Haben sie sich zufällig getroffen? Selbst wenn, sind sie sich so vertraut, dass sie im Schlafanzug beim anderen aufkreuzen?“

Ihre Augen huschten zu Pía, sie lächelte verschwörerisch. „Ganz sicher nicht. Lukas Kaspar und Javier Perez sind gemeinsam angereist. Und sie sind nicht bloß Kollegen, sondern auch ein Paar.“
Kollektiv sogen die Klatschtanten und Herbert Baumann die Luft ein. Pía verdrehte bloß die Augen.

„Gemeinsam angereist, einer wird ermordet gefunden. Der naheliegende Schluss müsste für alle mit ein bisschen Resthirn sein, dass Perez seinen Liebhaber umgebracht hat und abgehauen ist.“

Javier Perez setzte an, etwas zu sagen, aber Oma hob gebieterisch die Hand, bedeute ihm, zu schweigen. Diesen Moment des Triumphes würde sie sich nicht nehmen lassen, das war inzwischen wohl klar.

„Aber das wäre ein Irrtum! Es gab keinen Mord in dieser Pension, keine Chance, oder ich komm nicht aus Köln!“

„Mensch, aber woran ist er dann gestorben?“, fragte Herbert Baumann ganz aufgeregt. Offenbar konnte er sich nicht entscheiden, ob er sich nun freute, dass in seiner Pension kein Verbrechen stattgefunden hatte, oder nicht, weil er somit einem Unglück entgangen war, über das er sich hätte ärgern können.

Monika Kaspar stahl den Moment von Oma, weil sie lauthals rief: „An einem Herzinfarkt, oder? Ich wusste es doch, ich wusste, er ist hier, aber ich hab mich nicht getraut, oh Gott, wieso habe ich mich nicht getraut?“
Wieder ließ sie sich von Simon Dresch trösten, während Oma mit säuerlicher Miene nach Luft schnappte. Ihr Auftritt! Ihr ganzer Auftritt war versaut. Sie sah so aus, als hätte sie Lust, Monika Kaspar eins mit dem Stock überzuziehen, verzichte aber aufgrund der Tränen darauf.

Sven hatte keine Geduld für diese Spielchen. „Oma, woher weißt du das alles?“

Die Frage schien sie wieder ein wenig aufzumuntern. „Weil ich hingeguckt hab, Jungchen. Eigentlich hab ich’s dir zu verdanken.“

Auf diesen Satz warf Steele Sven eine so bösen Blick zu, als sei er höchstpersönlich nicht nur an diesem ganzen Durcheinander, sondern auch noch an Steeles Strafversetzung nach Puerto Rico schuld, und vermutlich auch an der globalen Erwärmung und der hohen Einkommenssteuer.

„Ich dacht’ mir sofort, dass zwei Personen in diesem Zimmer sein mussten. Zehn Brötchen am Frühstücksbuffet? Das schafft keiner allein, nicht mal ein Vielfraß erster Güte.“ Dabei warf sie Baumann einen hämischen Blick zu.

„Außerdem war da ja noch diese deutschsprachige Notiz an die Rezeption.“

„Aber woran hast du gesehen, dass zwei Leute sie geschrieben haben? Hast du doch die Handschrift analysiert ...“, wollte Sven fragen, aber Oma ließ ihn nicht einmal ausreden. „Mensch, Junge, hör doch mal mit deinen Handschriften auf! Ein Spanier würde doch in einem spanischsprachigen Hotel keine deutsche Nachricht an die Rezeption schicken. So was machen nur Deutsche über 40, die noch nicht gescheckt haben, dass die Grenzen geöffnet worden sind. Es musste also ein Deutscher auf dem Zimmer sein, aber der Gast, der sich angemeldet hatte, war Spanier. Ach ja, nicht zu vergessen die Sektgläser, eins auf dem Tisch, eins im Müll. Ergo: Zwei Personen auf dem Zimmer.“

„Die aber kein Paar sein müssen“, warf Pía ein.
„Ach, das war ja wohl dermaßen leicht rauszufinden!“, sagte Oma. „Sekt trinkt man in den Flitterwochen, nicht auf einem Geschäftsausflug.“

„Bei einem erfolgreichen Geschäftsabschluss?“, schlug Sven vor.

„Macht man heutzutage auch Fisimatenten mit seinem Geschäftspartner?“, fragte Oma.

„Was sind Fisimatenten?“, fragte Pía.

„Ich glaub, ihr jungen Leute sagt ‚bumsen’“, erwiderte Oma trocken. „Oder war das in den Neunzigern?“

„Woher weißt du, dass sie Sex hatten?“

Mitleidig schaute Oma Sven an. „Jungchen, glaubst du echt, das was du durch die Wand gehört hast, seien Möbel gewesen, die herumgeschoben werden? Die Betten quietschen hier ziemlich laut.“
Oh.

Sven kam sich wie ein ziemlicher Idiot vor.

„Schön und gut“, unterbrach Herbert Baumann die Diskussion. „Aber woher wussten Sie, dass ein Toter im Zimmer liegen würde?“

„Ah!“ Oma haute zufrieden ihren Stock an Svens Bein, der ein Wimmern gerade noch so unterdrückte.

„Zum Glück hat mein Enkel mir dieses Feisbuk gezeigt. Das ist vielleicht ein Wunderding – macht Polizeiarbeit überflüssig, das sag ich Ihnen! Perez hatte Kaspar vor der Abreise eine Nachricht geschrieben: Ich hoffe, Sie freuen sich auf mich und auch auf Meeting am Morgen. Bitte nicht vergessen: Schlaf ist deine hervorragend gute Medizin. Schlechtes Deutsch, könnte man meinen. Aber liest man nur jedes dritte Wort, ergibt sich eine Nachricht: Ich freuen mich auf Morgen. Vergessen deine Medizin. Zugegebenermaßen nicht besonders elegant kodiert.“

Dabei warf sie Perez einen fiesen Blick zu, als habe dessen Mittelmäßigkeit sie persönlich beleidigt. Der murmelte etwas von „Dieser Sherlock-Holmes-Geschichte, da haben die das genauso gemacht“, verfiel aber ob ihres ungeduldigen Räusperns schnell in Schweigen.

„Leider hat Kaspar den Ratschlag nicht beherzigt. Er hatte seine Medikamente vergessen, stimmt’s, Frau Kaspar? Und Sie sind ihm hinterhergereist, um sie ihm zu bringen.“
Monika Kaspar nickte, schon wieder ein wenig gefasster. Noch immer hielt sie Simon Dreschs Hand. „Ich konnte ihn nicht erreichen und hab mir schreckliche Sorgen gemacht. Deshalb bin ich nachgekommen!“

Zum ersten Mal meldete sich Javier Kaspar zu Wort: „Er hat geglaubt, Sie würden ihn verfolgen. Deshalb hab ich allein in dieser komischen Pension eingecheckt. Er hatte Angst, dass Sie uns auf die Schliche kommen.“
„Aber ich weiß schon seit Jahren davon!“, rief Monika Kaspar verzweifelt. „Ich hab doch längst ...“ Sie verstummte, als könne sie den Satz nicht guten Gewissens zu Ende bringen. Oma kannte keine derlei Skrupel: „Sie hatten schon längst ‘nen neuen Macker gefunden. Na ja, es ehrt Sie, dass sie trotzdem versucht haben, ihn zu finden.“

„Ich war mir nicht sicher, ob er hier war“, gab Monika Kaspar zu.

„Das war aber auch eine furchtbar schlechte Observation, die Sie da gemacht haben“, tadelte sie Oma. „Ein schwarzer Mietwagen bei der Hitze, das ist einfach nur naiv.“
Kleinlaut nickten Monika Kaspar und Simon Dresch.

„Und Ihrem Mann hat es leider auch nicht geholfen. Er hat Ihren Streit mit Herrn Dresch hier beobachtet, genau wie mein Enkel und ich. Als er Sie gesehen hat, da war’s vorbei. Zu viel Aufregung, nehm ich an. Peng, weg.“
Dazu nickte Javier Perez. „Wir hatten die Medikamente noch bestellt, aber sie sind zu spät angekommen.“

Er hob das Päckchen in seiner Hand hoch, so dass alle sehen konnten: Es handelte sich um eine Apothekenlieferung. Seine Stimme zitterte ein wenig. Bei näherem Hinsehen erkannte Sven, dass der Spanier übermüdet und erschöpft aussah: „Ich konnte nichts machen. Er lag auf einmal da, und ich hab Panik bekommen.“

„Solche Panik, dass Sie abgehauen sind“, ergänzte Oma. „Tolle Leistung, Herr Perez.“

„Aber wie haben Sie diese Kerl gefunde?“, fragte Steele, ein klein wenig beeindruckt.

Sven warf sich stolz in die Brust: „Ich habe die Nachricht verbreitet, die ihn hergelockt hat, oder, Oma? Noch geht es am besten ohne Leben. Wenn er kommt, kommt er zu seinem Freund, mir – du hast es genauso kodiert, wie Perez und Kaspar es sonst immer machen. Noch am Leben, komm zu mir. Ich habe ihn hergekriegt!“

Oma kratzte sich an der Nase. „Nicht ganz, Jungchen. Nachdem ich dich weggeschickt hatte, ist mir eingefallen, dass ich Javier Perez doch einfach eine Nachricht über dieses Feisbuk schreiben konnte. Lukas Kaspar hatte sein Passwort auf einem Klebezettel an seinem Laptop notiert. Schwupdiwups, so ist er in die Falle getappt.“

Ein langes, langes Schweigen machte sich breit. Sven starrte seine Oma nur ungläubig an – all seine todesmutige Feldarbeit umsonst, weil sie eine Facebook-Nachricht geschrieben hatte? Wie hatte sie überhaupt den Browser gefunden? Die Taste zum Einschalten des Bildschirms? Den Cursor?!

Schließlich durchbrach George Steele die Stille. Wahrhafte Verzweiflung lag in seiner Stimme: „Wen kann ich denn jetzt festnehmen?“

„Sich selbst“, antwortete Oma mit eisiger Stimme. „Wegen Freiheitsberaubung einer Unschuldigen.“

Von da an hielt Steele die Klappe.
Natürlich war es damit noch nicht vorbei. Sie mussten noch auf den Gerichtsmediziner warten, der aus dem Urlaub zurückgekommen war und ein paar Stunden später endlich bestätigen konnte, dass Lukas Kaspar eines natürlichen Todes gestorben war. Javier Perez, Monika Kaspar und Simon Dresch stiegen in ein Taxi; sie wollten sich wohl im Pedro en Juan ein paar sehr starke Drinks genehmigen. Steele zog nach ein paar gebrummten Entschuldigungen ab mit der Bitte, sie mögen doch am folgenden Tag den Papierkram auf der Station erledigen. Herbert Baumann setzte sich an die Rezeption und las zur Abwechslung mal die Kinderseite. Die drei Klatschtanten zogen sich als letzte zurück; die eine verabschiedete sich mit einem frostigen „Mesdames“ von Pía und Oma, dafür aber endlich mit stummen ‚s’. Dafür sprach sie es auch nicht aus, als sie Sven ein „Monsieur“ hinterherschickte – es klang wie „Mennjö“.

Na ja. Wenigstens etwas.
„So, Kinners“, sagte Oma. „Und was fangen wir mit unserem Heiligabend an?“
Sie legten sich an den Pool. Zu seiner großen Überraschung konnte Sven die Sonne dieses Mal richtig genießen. Oma drohte Baumann wohl mit irgendwas, denn Pía bekam den ganzen Tag frei.
„Mädchen, du musst mal überlegen, ob du nicht mit uns zurück nach Deutschland kommen willst“, sagte Oma. „Ich glaube, dem Georg ist es schon ein paar Euros wert, dass ich mich nicht bei seinen Vorgesetzten beschwere, der Angsthase. Da kriegen wir doch sicher ‘nen Flug für dich raus.“

Pías Lächeln war fast so blendend wie die karibische Mittagssonne.
Sie hatten schon beinah den ganzen Nachmittag am Strand verplempert, als Sven auf einmal einfiel, was er schon die ganze Zeit vor sich hergeschoben hatte: Er musste sich bei seiner Mutter melden! Eilig rannte er in sein Zimmer und fuhr seinen Computer hoch. Schon mit dem Startbildschirm vermeldete der über fünfzig neue E-Mails von seiner Mutter, die sich im Grad der Hysterie langsam zur alles überwältigenden Panik steigerten. Sofort öffnete Sven Skype, aber weder seine Schwester noch seine Eltern oder Tante und Onkel waren zu erreichen. Nicht einmal Felix, der Tag und Nacht mit Zocken verbrachte, war online.
Kurzerhand griff Sven zum Zimmertelefon und wählte die Nummer seiner Familie in Deutschland.

Niemand hob ab.

Er ließ zwanzig, dreißig Mal klingeln, versuchte es erneut.

Kein Lebenszeichen.

So langsam wurde Sven nervös.

Hastig gab er die Handynummer seiner Schwester Lisa ein, verwählte sich, kein Anschluss unter dieser Nummer. Also noch mal, 0, 0, 4, 9, 1, 5, 7, 3 …

Endlich erhielt Sven eine freie Leitung. Es klingelte, und klingelte, und klingelte …

Aber nicht nur in seinem rechten Ohr.

Schockiert ließ er das Telefon sinken. Konnte das sein?

Das Klingeln kam nicht nur aus dem Hörer, sondern auch von draußen.

Ohne aufzulegen stürmte er nach unten.

In der Eingangshalle stand, zwischen riesigen Koffern, maulend und schwitzend, seine Familie.

Seine Mutter schloss ihn sofort in die Arme, während sie lauthals „Sven, mein Lieber!“, rief, als hätte sie einen totgeglaubten Sohn wiedergefunden. „Ich hab mir solche Sorgen gemacht!“

Sein Vater tätschelte ihm die Schulter. Eine Lichterkette quoll aus seinem Koffer. „Deine Mutter hat darauf bestanden, dass wir kommen. Sie war nicht mehr zu halten.“

„Sonne“, stöhnte Felix, die Kapuze seines schwarzen Pullis schützend über den blassen Kopf gezogen. Lisa, ganz die Maschinenbauerin, grinste bloß: „Mensch, ich hatte Lust auf Urlaub! Wer will schon über Weihnachten Eisenbahnen bauen?“
Nachdem Herbert Baumann für sie alle Zimmer aufgetrieben hatte, stellte Sven seine Familie Pía vor, an der insbesondere Felix sofort einen Narren zu fressen schien. Sein großer Bruder entschied sich dazu, ihm nicht zu verraten, dass mehr als nur ihr Altersunterschied einer Beziehung im Weg stand. Oma begrüßte ihre Tochter mit dem üblichen Charme: „Mensch, Helen, du warst schon immer viel zu impulsiv!“

Erst, als sie alle ein paar Stunden später beim Abendessen saßen, stahl sich so etwas wie sanfte Zufriedenheit in Omas Züge. Ihr Stock lehnte friedlich an der Tischkante, ihr Haar war ein wenig zerzaust, ihre Wangen rot vom warmen Sangría. „Mensch, Junge“, sagte sie zu Sven. „Wir haben das schon gut gemacht, nech?“

Er nickte, legte einen Arm um sie. Zwar hatte er ihr die Geschichte mit dem Schwulenclub noch immer nicht ganz verziehen, aber mein Gott, es war Weihnachten.
„Ich glaube, ich bin zu alt für den Ruhestand“, murmelte Oma, beinahe ein wenig verträumt. „Wenn wir wieder zu Hause sind, such' ich mir Geschäftsräume.“

„Geschäftsraume für was, abuelita?“, fragte Pía.

Oma grinste.

„Für die Detektei Gärtner natürlich.“

Dann schaute sie Sven fragend an.

Der dachte einen kurzen Moment nach. Noch mehr Tote? Furchtbare Anblicke von Leichen? Rätselhafte Mietwagen? Blöde Facebook-Recherchen?

Es stahl sich ein Grinsen auf sein Gesicht.

Sven konnte es kaum erwarten.

Das heute eingebaute Userwort „Koprolalie“ (zwanghaftes Benutzen von Fäkalsprache) stammt von @joleffers via Twitter. Vielen Dank fürs Mitmachen! Das war's mit unserem #adventskrimi12 und den Userwörtern — Spaß hat's gemacht! Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern fröhliche Weihnachten und viel Glück im neuen Jahr!

Gewinner gesucht!

Haben Sie den Fall schon gelöst, an dem Sven und Oma sich die Zähne ausbeißen? Unter den erfolgreichen Adventskrimi-Ermittlern verlosen wir..... . Einsendeschluss an adventskrimi@ksta.de ist der 23. Dezember 2012, 20 Uhr. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir als 1. Preis ein iPad 3, als 2. Preis 2x2 Karten für die Ice-Ace-Liveshow in der Lanxess-Arena, als 3. Preis 2x2 Karten für die Harlem Gospel Singers in der Lanxess-Arena und als 4. Preis 2x2 Karten für die Weiberfastnacht im DuMont-Zelt. Wir benachrichtigen die Gewinner in der zweiten Januarwoche. Bitte vergessen Sie nicht, Ihren vollständigen Vor- und Nachnamen, Ihre Postadresse und Ihre Telefonnummer anzugeben.

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