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Adventskrimi — 5. Folge: Noch ein geheimnisvolles Paket!

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Pia beginnt zunehmend, sich für den Fall zu interessieren. Foto: Alex Jahn
Nicht nur, dass unser Adventskrimi-Held Sven Gärtner müllparfümiert vor Pía steht, nein, seine Co-Ermittlerin Oma Gärtner scheint mal wieder einen Schritt weiter zu sein. Und Ihr? Heiße Spur? User Soko und Mitmach-Wort gesucht!  Von
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Oma schlug triumphierend mit ihrem Stock auf den Boden, als sie die Nachricht auf dem Zettel las, den Sven aus dem Müllcontainer gerettet hatte. Einen Moment lang sah sie so aus, als wolle sie vor Freude in die Luft springen, bis sie sich ihrer alten Knochen entsann. „Ich hab’s gewusst, Jungchen!“, sagte sie stattdessen selbstzufrieden. „Hab’s die ganze Zeit gewusst!“

Sven starrte die Worte an, für die er über eine halbe Stunde knietief in stinkenden Pensionsabfällen gestanden hatte:

BRINGEN SIE MIR MORGEN BITTE EINE TAGESZEITUNG UND JEDWEDE SENDUNGEN, DIE FÜR MICH GELIEFERT WERDEN.

Sven drehte den Zettel um. Dann betrachtete er ihn auf dem Kopf, nur um sicherzugehen, dass er wirklich nichts übersehen hatte. Wieso rastete Oma denn so aus? Es sei denn ...

„Es ist ein Code, oder?“, sagte er, mit einem Mal aufgeregt. „Eine kodierte geheime Nachricht, die man nur zu entschlüsseln braucht!“

Oma hörte ihm schon gar nicht mehr zu. Sie stakste schnellen Schrittes Richtung Rezeption. Sven sprang mit einem großen Satz aus dem Müllcontainer, die Augen immer noch fest auf die Druckbuchstaben gerichtet. Einzelne Wörter auszulassen, ergab keinen Sinn, auch nicht, die Botschaft rückwärts zu lesen. Vielleicht hatte jeder Buchstabe ein Pendant im Alphabet, durch das man ihn ersetzen musste? Wenn zum Beispiel das B für ein M stand, das R für ein O, das I für ein E, das N für ein R und so weiter, dann wurde aus BRINGEN das Wort „MOERDER“ ...

Mörder!

Aufgeregt wischte Sven sich das Haar aus den Augen und ein Stück Bananenschale von der Schulter. Das letzte Mal hatte er sich so von der Erkenntnis erleuchtet gefühlt, als Oma ihm auf dem Nachhauseweg vom Kindergarten erklärt hatte, dass es nichr „Adsventskranskäätse“ heißt. Hielt er etwa einen Hilferuf in der Hand? Hatte der mysteriöse Gast bemerkt, dass er beobachtet wurde?

„Oma!“, rief er, als er in die Rezeptionshalle einbog. Sein eigener Gestank stieg ihm unangenehm in die Nase. Er musste dringend duschen, bevor er noch irgendjemandem unter die Augen trat. „Hast du verstanden, was hier steht … ?“

Abrupt hielt er inne.

Mist!

Sven spürte, wie seine Ohren rot anliefen und heiß wurden.

Oma fuchtelte vor der Rezeption mit ihrem Stock herum und redete auf Herrn Baumann ein, der einen Kaffee trank und Zeitung las, aber nicht nur er; auch Pía Yañez stand hinter dem Tresen. Die hübsche Puerto Ricanerin sah gerade die Post durch. Sie warf Sven einen Blick zu. Ihre Mundwinkel zuckten, dann räusperte sie sich und fuhr mit den schlanken Fingern durch ihre dunklen, glatten Strähnen. Sven begriff, hob die Hand zum eigenen Haar und tastete unbeholfen seinen Kopf ab. Zu seinem Entsetzen zog er ein Kaugummi daraus hervor.

Verzweifelt versuchte Sven, rückwärts aus der Halle hinauszulaufen und erst wiederzukommen, wenn er sich nicht mehr schämte, so ungefähr nach dem zweiten Weihnachtstag. Oder wenn Pía Yañez gekündigt hatte.

„Und Sie sind sich ganz sicher, dass der Herr auf Zimmer drei Spanisch spricht?“, fragte Oma gerade.

„Aber ja doch!“, erwiderte Herr Baumann, in dem leidenden Tonfall aller, die es mit Svens Oma zu tun bekamen.

„Oh nein!“, sagte sie bekümmert. „Ich dachte, mein Enkel ist dort drin, wissen Sie. Er muss hier irgendwo sein!“

„Ihr Enkel steht hinter Ihnen.“

„Das! Wie kommen Sie darauf, dass das mein Enkel ist! Sie kennen ihn doch gar nicht. Ach der liebe, gute Sven …“ Oma schüttelte den Kopf. Dann griff sie blitzschnell und völlig unerwartet nach einem kleinen Paket, das auf dem Tresen stand. „Das muss von ihm sein! Sein Geschenk, er hatte versprochen, mir etwas zu schicken!“

Herr Baumann hätte beinahe seinen Kaffee ausgespuckt und über den Wirtschaftsteil der Wochenzeitung verteilt. „Das ist nicht Ihres – also, jetzt langt’s aber!“

Sein Schnurrbart zitterte vor Entrüstung. Die Zeitung legte er trotzdem nicht aus der Hand, bis ganz offensichtlich wurde, dass Oma das Päckchen nicht freiwillig hergeben würde.

Mit dem Einsatz sanfter Gewalt nahm er es ihr ab, stellte es wieder auf den Tresen und ließ sich schnaubend zurück auf den Stuhl sinken. Das war offensichtlich mehr körperliche Arbeit gewesen, als er in den letzten zwanzig Jahren geleistet hatte.

Oma zog, verwirrt murmelnd und stark humpelnd, ab. Sven folgte ihr unauffällig, bemüht darum, Pía Yañez' Blick zu meiden.

Zurück auf ihrem Zimmer reckte Oma sich, bevor sie zufrieden in den Sessel plumpste. „Die Sache nimmt langsam Form an, Junge! Wenn ich bloß wüsste, was in diesem Päckchen ist. Es ist an unseren Nachbarn adressiert.“

Unwillkürlich schauerte es Sven. Nicht noch ein geheimnisvolles Paket! Vergangenes Weihnachten hatte der ganze Ärger um den Giftmord mit einem solchen angefangen.

„Die Nachricht“, er wedelte damit vor ihrem Gesicht herum. „Hast du verstanden, dass es ein Code ist? Ein Hilferuf! Unser Nachbar weiß, dass er beobachtet wird.“

Oma sah ihn an. „Gut, Junge, gut! Sehr löblich. Hast du denn gecheckt, wie er funktioniert?“

Sven überging ihre Wortwahl und erklärte ihr seine Theorie. Bitterernst hörte sie sich an, was er zu sagen hatte. „ … und dann ergibt sich aus BRINGEN ein neues Wort, nämlich MOERDER.“

Oma nickte bedächtig. „Und was, ming Jung, ergibt sich dann aus BITTE?“

Das heute eingebaute Userwort „Adsventskranskäätse“ stammt von Steffen P. via Privatnachricht auf Facebook. Vielen Dank fürs Mitmachen! Auch für die nächste Folge suchen wir aus Euren Vorschlägen wieder ein schweres, lustiges, abseitiges, sperriges oder schönes Wort aus. Schickt Eure Vorschläge via Twitter an @ksta_lokal oder auf Facebook als Kommentar oder Privatnachricht. Stichwort/Hashtag: #adventskrimi12

Adventskrimi: Mitmachen und Gewinnen
Wort gesucht!
Gewinner gesucht!

Für die nächste Folge suchen wir aus Euren Vorschlägen wieder ein schweres, lustiges, abseitiges, sperriges oder schönes Wort aus. Schickt Eure Vorschläge via Twitter an @ksta_lokal oder auf Facebook als Kommentar oder Privatnachricht. Stichwort/Hashtag: #adventskrimi

Haben Sie den Fall schon gelöst, an dem Sven und Oma sich die Zähne ausbeißen? Unter den erfolgreichen Adventskrimi-Ermittlern verlosen wir..... . Einsendeschluss an adventskrimi@ksta.de ist der 23. Dezember 2012, 20 Uhr. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir als 1. Preis ein iPad 3, als 2. Preis 2x2 Karten für die Ice-Ace-Liveshow in der Lanxess-Arena, als 3. Preis 2x2 Karten für die Harlem Gospel Singers in der Lanxess-Arena und als 4. Preis 2x2 Karten für die Weiberfastnacht im DuMont-Zelt. Wir benachrichtigen die Gewinner in der zweiten Januarwoche. Bitte vergessen Sie nicht, Ihren vollständigen Vor- und Nachnamen, Ihre Postadresse und Ihre Telefonnummer anzugeben.

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