27.07.2016
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Archäologie-Funde: Historischer Park am Rheinufer

Römisches Kastell in Deutz

Ein mehr als 50 Jahre altes Modell zeigt das römische Kastell am Deutzer Rheinufer.

Foto:

RGM

Deutz -

Etwa zeitgleich mit der Archäologischen Zone vor dem Rathaus könnte am Deutzer Rheinufer ein „Historischer Park“ entstehen: mit Überbleibseln eines römischen Kastells, einer Kirche aus dem 9. Jahrhundert, eines mittelalterlichen Wehrturms der Grafen von Berg sowie Anlagen der preußischen Eisenbahn. All diese Zeugnisse aus der Geschichte des Stadtteils sind beim Bau der Hochwasserschutzmauer zutage getreten. Die Verwaltung lasse derzeit das Architekturbüro Planorama prüfen, wie ein solches Vorhaben verwirklicht werden könnte, sagte der kommissarische Direktor des Römisch-Germanischen Museums, Marcus Trier, am Montag auf einer Pressekonferenz. Von dem Berliner Büro stammt auch der Entwurf für den Rheinboulevard samt einer 450 Meter langen Freitreppe zwischen der Deutzer Brücke und der Hohenzollernbrücke.

Da die Überlegungen erst begonnen haben, ist die Kostenfrage nur vage zu beantworten. Joachim Bauer vom Grünflächenamt schätzt die Ausgaben für den Geschichtspark auf mindestens drei Millionen Euro. Einen Großteil könnte das Land übernehmen, heißt es in der Verwaltung.

1.700 Jahre Deutzer Stadtteilgeschichte

Selbst wenn auf Dauer nicht mehr als ein kleiner Teil der Funde präsentiert werden könnte, gewänne der Betrachter „einen tiefen Einblick in 1.700 Jahre Deutzer Vergangenheit“, sagte Trier. Das wichtigste Gebot des Denkmalschutzgesetzes sei ohnehin nicht das Zeigen historischer Bausubstanz, sondern das Bewahren. Deshalb sehe er den Erhalt der historischen Gemäuer als Verpflichtung, nach der sich so weit wie möglich auch die Planungen der Hochwasserschutzanlagen richten müssen. Die neue Mauer, für die ein 1,60 Meter breites Fundament ins Erdreich gelassen wird, beschädige weniger als ein Prozent der Funde. Bleibt es bei der derzeitigen Planung, so wird das Fundament der Schutzmauer jedoch den mittelalterlichen Wehrturm zerschneiden, der sich heute unter der Erdoberfläche befindet. Vertreter der Stadt haben deshalb bei der Bezirksregierung nachgefragt, ob diese als Genehmigungsbehörde einen anderen Verlauf der Mauer zulässt. Noch gibt es keine Antwort.

Die Initiative „Bürger für die Erhaltung des kulturellen Erbes in Deutz“ hat bereits einen sofortigen Baustopp gefordert. Die Ausgrabungsschätze müssten in Gänze erhalten und sichtbar gemacht werden. Für Ulrich Hillenbach von den Stadtentwässerungsbetrieben hat ein anderes Ziel Vorrang. Die Schutzmauer soll sobald wie möglich errichtet werden. Frühstens im Herbst 2011 werden die Arbeiten beendet sein. Dann bleibt Deutz selbst bei einem Hochwasserstand von 11,90 Meter trocken.


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