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Komasufen: Sturztrinken ist lebensgefährlich

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„Komasaufen“ nennt sich der exzessive Alkoholkonsum von Jugendlichen mit dem Ziel, einen schweren Rausch zu bekommen oder gar bewusstlos zu werden. Dieses Sturztrinken ist lebensgefährlich: Die Jugendlichen können an Erbrochenem ersticken, eine Lähmung des Atemzentrums droht.

Viele Jugendliche trinken zwar eher weniger als früher. Aber es gibt einen - größer werdenden - „harten Kern“, der exzessiv trinkt. Deshalb wird unter dem Strich mehr geschluckt als früher: Während die Zwölf- bis 17-Jährigen 2005 im Durchschnitt „nur“ 34 Gramm reinen Alkohol pro Woche tranken, waren es 2007 schon 50 Gramm - umgerechnet zwei Halbliterflaschen Bier. Zudem ist das Einstiegsalter gesunken.

„Binge Drinking“, das Leeren von mindestens fünf alkoholischen Getränken hintereinander, wird ebenfalls häufiger. 2005 „bingten“ 20 Prozent der Jugendlichen nach eigenen Angaben mindestens einmal pro Monat, 2007 waren es schon 26 Prozent. Das Pänomen entwickelte sich in Großbritannien.

Die Zahl der jungen Säufer, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, hat in den vergangenen n Jahren stark zugenommen - 2008 waren es rund 23 000. Die Krankenkassen schlagen deswegen Alarm: Die Gesamtkosten der Behandlung werden auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Auch „Spiele“ wie Flunkyball sind bei Jugendlichen beliebt: Zwei Mannschaften werfen Bälle auf Flaschen. Das Team, das trifft, darf so lange Bier trinken, bis die Gegner die Flaschen wieder aufgestellt haben. Gewonnen hat, wer zuerst einen Kasten Bier leert.

Die Ursachen des Extremtrinkens wurden in mehreren Studien untersucht. Lust am Risko, Langeweile, Gruppendruck, Kummer sowie Ärger mit Eltern oder Schule wurden am häufigsten genannt.

Baden-Württemberg hat jüngst beschlossen, den Alkoholverkauf außer in Gaststätten nach 22 Uhr ab 2010 zu verbieten. Obwohl Kiosk, Supermarkt und Tankstelle ohnehin keinen Alkohol an Jugendliche kaufen dürften, nutzen diese oft die Gelegenheit zum „Vorglühen“.

Modellprojekte wie „HaLT“ (Hart am Limit) versuchen, wiederholte Alkoholvergiftungen bei Kindern und Jugendliche durch gezielte Prävention zu senken. Zum Konzept gehört neben der Betreuung der Jugendlichen eine Analyse der möglichen Auslöser des Absturzes. Die Teams beziehen Eltern und Lehrer ein und versuchen, bei sozialen Probleme Hilfen zu vermitteln.

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