Aus dem Kreis
Nachrichten aus dem Kreis Euskirchen

Vorlesen
0 Kommentare

1. Quartal: KSK schloss ein Drittel der Filialen

Erstellt
Die Kreissparkasse hat auch ihre Filiale in Lommersum geschlossen. Noch nicht einmal ein Geldautomat ist den Dorfbewohnern geblieben. Foto: Patrik Reinartz
Aus betriebswirtschaftlichen Gründen hat die Kreissparkasse Anfang des Jahres Geschäftsstellen geschlossen. Besonders betroffen sind Dahlem und Nettersheim: Dort hat das Institut nur noch Geldautomaten.  Von
Drucken per Mail
Kreis Euskirchen

Wenn es ein Thema gab, das im ersten Quartal die Gemüter erregte, dann war es die Geschäftspolitik der Kreissparkasse (KSK) Euskirchen. Denn der Vorstand hatte verkündet, die bisherige Präsenz des Geldinstituts im ganzen Kreis Euskirchen deutlich einzuschränken. Von den bis dato 30 stationären und einer mobilen Geschäftsstelle wurde rund ein Drittel ganz geschlossen, in einigen weiteren gibt es nur noch schnöde Automaten statt schick gekleidetem Personal. Betriebswirtschaftliche Erwägungen hatten bei der Schließungswelle eine absolut untergeordnete Überlegung gespielt, ausschlaggebend sei die gestiegene Online-Nutzung gewesen, hieß es bei einer Pressekonferenz des Vorstandes.

Besonders betroffen von den Schließungsplänen waren die Eifeler Kommunen Dahlem und Nettersheim, wo mehrere Zweigstellen dicht gemacht wurden und die KSK nur noch per Maschine vertreten ist.

Proteste der Politiker und Unterschriftensammlungen bei den Betroffenen brachten die KSK nicht von ihrem Weg ab, sich aus der Peripherie im Südkreis zurückzuziehen.

Besonders groß waren die Proteste in der Gemeinde Dahlem. Der Gemeinderat beschloss sogar einstimmig eine Resolution gegen das Verhalten des öffentlich-rechtlichen Geldinstituts. Man regte sich besonders auf, weil die KSK im Nordkreis sehr aktiv ist: Sie investiert zum Beispiel große Summen als Sponsor der Landesgartenschau in Zülpich. Als sich herausstellte, dass alle Protestaktionen erfolglos blieben, setzte in der ganzen Region eine Wechselwanderung ein. Zum Beispiel in Dahlem: Zunächst wanderten die Bürger zur VR-Bank ab, dann die Vereine und schließlich sogar die Gemeindeverwaltung.

Mehr dazu

Die genossenschaftliche Konkurrenz hatte schnell auf den Rückzug der Konkurrenz reagiert und zunächst ihr Personal aufgestockt. Später eröffnete sie noch mehrere Beratungsbüros in der Region.

Man mag es kaum glauben: Im sonst eher diskreten Geldgewerbe attackierten KSK-Funktionäre sogar auf einer Pressekonferenz ihre genossenschaftliche Konkurrenz.

Doch auch im Nordkreis gab es großen Unmut wegen der Schließung der KSK-Filialen in Lommersum, Stotzheim, Kirchheim, Großbüllesheim, Firmenich und Arloff. Zwar gibt es in den betroffenen Kommunen, im Gegensatz zur Eifel, noch andere Niederlassungen. Diese wurden zum Teil sogar noch aufgewertet. Doch trotzdem sind die betroffenen Kunden nicht begeistert, müssen sie doch wegen jeder Kleinigkeit weite Wege in Kauf nehmen. So klagen zum Beispiel Lommersumer Bürger darüber, dass sie jedes Mal, wenn sie Bargeld benötigen, entweder nach Weilerswist oder nach Euskirchen fahren müssen.

Auch interessant
Abenteuer Haus
Serie
Haus Schröder

In unserer Serie "Abenteuer Haus - Freude, Frust, Skurriles" stellen wir interessante Häuser und deren Besitzer vor.

Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

FACEBOOK
Serie

Die Lokalredaktion besucht kleine Dörfer und Weiler und schaut, warum diese Ortschaften so l(i)ebenswert sind.

Meinungen
Kommentare

Die Redakteure und Mitarbeiter der Lokalredaktion äußern ihre persönliche Meinung zu Ereignissen im Kreis.

Kleinanzeigen