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Arbeitsmarkt: Mehr Arbeitslose im Dezember

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Die Arbeitslosenzahl im Rhein-Sieg-Kreis ist gestiegen. Symbolbild Foto: dpa
Zwar ist die Zahl der Arbeitslosen im Rhein-Sieg-Kreis und Bonn im Dezember im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, trotzdem blicken die Verantwortlichen bei der Agentur für Arbeit optimistisch in die Zukunft.  Von
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Rhein-Sieg-Kreis

Trotz eher ungewisser oder zumindest verhaltener konjunktureller Erwartungen in der Bundesrepublik und in der Euro-Zone wird der Arbeitsmarkt in der Region Bonn/Rhein-Sieg im gerade begonnen Jahr voraussichtlich relativ stabil bleiben. Davon geht zumindest die Agentur für Arbeit aus, die am Donnerstag die aktuellen Arbeitslosenzahlen, aber auch eine Bilanz des vergangenen Jahres und eine Prognose für die kommenden Monate veröffentlicht hat. „Voraussichtlich wird der Arbeitsmarkt in der Region im Jahr 2013 bei allen Veränderungen auf gutem Niveau bleiben“, prognostiziert Manfred Kusserow, der stellvertretende Leiter der Agentur.

Seine Zuversicht bezieht Kusserow zum einen aus dem Rückblick auf das vergangene Jahr. Aus der Sicht der Agentur gehört 2012 zu den beiden besten der vergangenen 20 Jahre. Im Jahresdurchschnitt waren im Zuständigkeitsbereich der Agentur 27 348 Menschen arbeitslos gemeldet. Weitere 9500 Menschen waren ebenfalls ohne Beschäftigung, tauchen aber in der Arbeitslosenstatistik nicht auf, weil sie an unterschiedlichen Maßnahmen der Arbeitsagentur teilnahmen. Die Arbeitslosenquote lag durchschnittlich bei sechs Prozent.

Noch günstiger waren die Daten des Arbeitsmarkts sogar, wenn man nur den Rhein-Sieg-Kreis ohne Bonn betrachtet. Im Jahresdurchschnitt lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung hier bei 16 619, die Quote stieg leicht von 5,5 Prozent in 2011 auf 5,6 Prozent. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen stieg in der gesamten Region Bonn/Rhein-Sieg im vergangenen Jahr noch einmal um 2197 oder 0,8 Prozent auf 294 501 Personen an.

Optimistisch stimmt den Vizechef der Arbeitsagentur auch die Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Agentur für Arbeit . Danach wird die Zahl der Beschäftigten im Wirtschaftsraum Bonn/Rhein-Sieg 2013 weiter leicht ansteigen auf etwa 295 700, die der Arbeitslosen wieder leicht sinken auf etwa 26 800.

Als deutlichen Hinweis darauf, dass im neuen Jahr keine gravierenden Verschlechterungen auf dem Arbeitsmarkt drohen, wertet Kusserow die Zahlen zur Kurzarbeit, die traditionell als Konjunktur-Indikator gelten. Von Oktober bis Dezember 2012 gingen in der Agentur 73 Anzeigen auf Kurzarbeit ein, betroffen davon waren 1224 Beschäftigte. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise im Mai 2009 lag diese Zahl bei 11 414.

Diesen vergleichsweise positiven Zahlen zum Trotz verlief die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im letzten Monat des Jahres 2012 leicht negativ. In der Bundesstadt und im Kreisgebiet waren im Dezember 27 138 Menschen ohne Arbeit, immerhin sieben Prozent mehr als zu Jahresende 2011. Zurückzuführen ist dieser Trend, so die Beobachtungen der Arbeitsagentur, auf die rückläufigen Exportaussichten der heimischen Industrie. „Unternehmen aus dem Fertigungsbereich, die davon ausgehen, dass sie weniger Produkte ins Ausland verkaufen können, haben ihre Stellen deutlich reduziert“, schildert Kusserow.

Betroffen von diesem Stellenabbau seien dabei fast ausschließlich Männer. Auch der Bereich der Zeitarbeit sei in diesem Zusammenhang von einem Stellenabbau betroffen. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte sei jedoch mit einer Erholung auch hier zu rechnen.

Unabhängig von diesen kurzfristigen Entwicklungen beschäftigt die Agentur im kommenden Jahr weiter der einsetzende Fachkräftemangel. Arbeitslose sollen deshalb verstärkt die Möglichkeit zur Weiterbildung mit einem Berufsabschluss erhalten. Besonders groß ist der Bedarf an Fachkräften in Bonn und im Kreisgebiet in den Pflegeberufen, im Metall- und Elektrobereich sowie bei der Gebäudesanierung.

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