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Bildungspolitik: Schullandschaft vor dem Wandel

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Im Blankenheimer Schulzentrum soll ab dem Sommer die erste Gesamtschule im Südkreis ihren Betrieb aufnehmen.  Foto: Johannes Puderbach
Am Freitagnachmittag starten im Südkreis die Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen. In Blankenheim geht im Sommer die Gesamtschule an den Start. In Mechernich gibt es Elternproteste gegen die Sekundarschule.  Von
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Eifel

In den kommenden Tagen werden die Weichen für die Neugestaltung der Schullandschaft im Südkreis gestellt. Denn wenn am Freitagvormittag die Viertklässler ihre Halbjahreszeugnisse bekommen haben, starten bereits am Nachmittag die ersten Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen in der Eifel. Und in diesem Jahr gibt es etliche neue Angebote.

In Blankenheim wird im Sommer die erste Gesamtschule in der Region an den Start gehen. Diese wird im Gegensatz zu den Gymnasien nicht in acht, sondern in neun Jahren zum Abitur führen. Der Unterricht in den ersten sechs Jahren, also der Mittelstufe, wird im Schulzentrum auf dem Blankenheimer Finkenberg stattfinden. Die Oberstufe wird dann in einigen Jahren im Gebäude der bisherigen Hauptschule in Nettersheim unterrichtet. Die bisherige Realschule in Blankenheim sowie die beiden Hauptschulen in Blankenheim und Nettersheim werden keine Kinder mehr aufnehmen und nach und nach auslaufen.

Die neue Gesamtschule muss allerdings noch eine Hürde nehmen: Es müssen sich mindestens 100 Kinder aus den drei Kommunen Blankenheim, Nettersheim und Dahlem anmelden.

„Ich bin sehr optimistisch, dass diese Zahl erreicht wird“, erklärte der Blankenheimer Bürgermeister Rolf Hartmann. Denn man habe die neue Schule in enger Zusammenarbeit mit der Elternschaft vorbereitet. Außerdem würden in den Kommunen über 200 Kinder von den Grundschulen entlassen. „Eltern wissen selbst am besten, welche Schule für ihr Kind geeignet ist“, sagte Hartmann, der selbst zwei Kinder hat.

Während an der Oberahr die Zustimmung der Elternschaft zur Gesamtschule groß ist, sieht es in Mechernich etwas anders aus. Denn dort soll gemeinsam mit dem Nachbarort Kall eine Sekundarschule gegründet werden. Eine Elterninitiative zum Erhalt der Realschule macht nun Front gegen dieses Vorhaben. In einer Zeitungsanzeige werden zahlreiche Argumente gegen die Einführung dieser neuen Schulform vorgetragen. So heißt es unter anderem, dass sich bei der Elternbefragung in den Grundschulen nur 28 Eltern eindeutig für eine Anmeldung an der Sekundarschule ausgesprochen haben. Hingegen hätten 95 Eltern angegeben, dass sie ihr Kind lieber an einer Realschule anmelden würden. „Es wurde sehr einseitig informiert“, sagte Petra Nießen, Elternpflegschaftsvorsitzende der Realschule. Noch nicht einmal in Köln werde eine Sekundarschule gewünscht.

Holger Schmitz, zuständiger Fachbereichsleiter im Mechernicher Rathaus, erklärte dazu folgendes: Die Verwaltung habe stets objektiv und sachlich über die Sekundarschule informiert. Außerdem hätten sich 72 Eltern, also 37,7 Prozent aller Befragten, positiv zur Sekundarschule geäußert. Ergebnisse aus Köln könnten auch nicht auf den ländlichen Raum übertragen werden. In Mechernich werden im Sommer 279 Viertklässler entlassen, 75 von ihnen müssten an der Sekundarschule angemeldet werden, damit diese den Betrieb aufnehmen kann.

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