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Bonner Landgericht: Schmerzensgeld für Mobbingopfer

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Justitia. Symbolbild Foto: dpa
Zwei 13-Jährige aus dem Rhein-Sieg-Kreis haben ein Video gedreht und es im Mai 2010 auf der Internetplattform Youtube eingestellt. Darin wird ein farbiger Mitschüler und dessen Familie verunglimpft. Der Fall landete vor Gericht.  Von
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Rhein-Sieg-Kreis

Einen solch krassen Fall von Mobbing unter Schülern hatten die Richter der 9. Zivilkammer am Bonner Landgericht noch nicht erlebt. Zwei damals 13 Jahre alte Jungen aus dem rechtsrheinischen Kreis hatten ein Musikvideo gedreht und es im Mai 2010 auf der Internetplattform Youtube eingestellt. In dem Rap-Video werden ein gleichaltriger farbiger Mitschüler und dessen aus Afrika stammende Familie vor allem rassistisch und sexistisch aufs Übelste verunglimpft.

Vor dem Landgericht forderte die betroffene Familie die Abgabe einer Unterlassungserklärung und 14 000 Euro Schmerzensgeld von den inzwischen 16-Jährigen. Die Urheber des Videos hatten den Rap unter einem Pseudonym ins Internet gestellt und die Stimme manipuliert. Innerhalb von neun Tagen wurde das Schmählied 107 Mal angeklickt.

Als das Mobbingopfer von Klassenkameraden und Fußballfreunden darauf angesprochen wurde, erstattete die Familie Anzeige. Vier Tage später verschwand das Video aus dem Netz. Die Staatsanwaltschaft ermittelte damals wegen des Verdachts der Volksverhetzung, der Beleidigung und der Verunglimpfung. Mehrere Schüler aus der Klasse wurden vernommen. Dabei kam heraus, dass die beiden Urheber des Videos farbige Mitmenschen hassen würden. Einer von ihnen habe den Kläger bereits mehrfach provoziert und sich mit ihm geprügelt.

Am Ende wurde das strafrechtliche Verfahren allerdings aufgrund der Strafunmündigkeit sämtlicher Beteiligter eingestellt. Der Vorsitzende Richter der Zivilkammer bezeichnete die Art der Schimpfwörter nun im Prozess als „völlig entwürdigend“. Da frage man sich, wie die Kinder überhaupt an solche Worte kommen. Das sei nur durch den entsprechenden Missbrauch von Pornoseiten im Internet zu erklären. Schließlich griffen beide Parteien den Vorschlag des Gerichts zu einer gütlichen Einigung auf: Die Familie erhält insgesamt 5000 Euro von den beiden verklagten Jugendlichen. Zudem wurde eine Unterlassungsvereinbarung geschlossen. In der Schule über den Weg laufen werden sich die Jugendlichen nicht mehr: Das Mobbingopfer hat die Schule nach dem Vorfall gewechselt.

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