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Camping: Nur der Baum ist etwas kleiner

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Seit 1983 gibt es für Kirsten und Manfred Hohmann keinen anderen Ort, an dem sie Weihnachten feiern, als ihren Campingwagen in der Eifel. Foto: Stephan Everling
Viele Camper haben die Feiertage in ihren hübsch dekorierten Wohnwagen verbracht. Vor allem Großstädter zieht es an den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr in die Eifel, weil sie der Hektik und dem Trubel entfliehen wollen.  Von
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Kreis Euskirchen

Es ist Montagmittag, 24. Dezember. Während in den deutschen Wohnzimmern die letzten Vorbereitungen für Heiligabend getroffen werden, ist es auf den Campingplätzen der Eifel relativ ruhig. Noch, denn am nächsten Tag werden viele Gäste anreisen. Doch auch am Heiligen Abend sind schon einige überzeugte Campingfreunde da, um diesen Tag auf dem Platz zu verbringen. Dort, wo sie es am schönsten finden.

Und sie sind wild entschlossen, den Tag genauso zu genießen, wie sie es mögen. Wohnwagenkompatible Weihnachtsbäume und Menüs, die geeignet sind, auf kleinformatigen Gas- oder Elektroöfen zubereitet zu werden, stehen bereit. Die Vorfreude auf das Fest ist keinen Deut geringer als in den festen Behausungen. „Wir haben hier doch alles“, ist der einhellige Tenor der überzeugten Camper.

Manche zieht es schon seit Jahren an Weihnachten in den Wohnwagen, weil sie der städtischen Festtagshektik entgehen wollen. Andere verbringen die Feiertage zum ersten Mal auf dem Campingplatz. Die „alten Hasen“ des Weihnachtscampings machen vor, wie es gehen kann.

Seit 23 Jahren sind Kirsten und Manfred Hohmann an jedem Wochenende auf dem Campingplatz im Dieffenbachtal bei Schleiden. Und es steht auch schon fest, dass die Eifel eines Tages ihre Heimat werden wird. „Zehn Jahre müssen wir noch“, lacht der Kölner Hohmann in der warmen Holzlaube, die das Vorzelt vor dem Wohnwagen ersetzt hat. Eine bequeme Couch und eine mit Lichterketten dekorierte Hausbar sorgen für Gemütlichkeit. Keine Frage, dass Weihnachten auf jeden Fall in der Eifel gefeiert wird. Der Notwendigkeit, die Verwandtschaft zu besuchen, entgehen die Hohmanns, indem diese kurzerhand in der Nachbarschaft angesiedelt wird – die Kinder im Wohnwagen an der Ecke und die Schwiegermutter schräg gegenüber.

Weihnachten auf dem Campingplatz
In der Bar der Hauschilds auf dem Schleidener Campingplatz Dieffenbachtal wird schon einmal für Heiligabend Probe gestanden, links Nachbar Peter Müller.
Foto: Stephan Everling

Ein paar Wohnwagen weiter genießt das Ehepaar Hauschild aus Neu-Ehrenfeld mit dem Nachbarn Peter Müller den ruhigen Vormittag in ihrem mit Sitzgarnitur und Kaminofen ausgestatteten Wohnwagenvorbau. Den Heiligabend verbringen die Kölner schon seit Jahren gemeinsam im Eifeltal. Wenn es dunkel wird, treffen sich die Nachbarn in der Bar, die die Hauschilds neben ihrem Wohnwagen gebaut haben. Hier verbreitet ein winziger Weihnachtsbaum Festtagsstimmung.

Viele folgen dem Ruf der Freiheit zum ersten Mal. „Wir wollten einfach völlig abschalten“, meint ein Paar aus dem Rhein-Sieg-Kreis, das sich auf der Suche nach „Natur pur“ mit ihrem im Frühjahr erworbenen Camper auf dem Campingplatz Schafbachmühle eingemietet hat. Beide wären auch gekommen, wenn es nicht das wärmste Weihnachten seit Menschengedenken wäre. „Letztes Jahr im November haben wir noch gezeltet“, erinnern sie sich.

Weihnachten auf dem Campingplatz
Jens Wagner begrüßt Weihnachtscamper aus Ruppichteroth auf seinem Campingplatz an der Schafbachmühle in Schleiden.
Foto: Stephan Everling

Mit einem Pauschalangebot über Weihnachten und Silvester hat Ernst Lüttgau für seinen Campingplatz am Freilinger See geworben, was ein voller Erfolg war. „300 Buchungen haben wir nur an Touristen, dazu kommen noch die Dauercamper. Also werden sich hier an den Festtagen 600 bis 700 Leute aufhalten“, berichtet er nach einem Blick auf die Anmeldungen im „Eifel-Camp“, wie der Platz heißt.

Wie in jedem Jahr treffen sich hier die Familien Mähler und Lölsberg aus Bonn. „Wir müssen zwar zwischen Weihnachten und Silvester noch arbeiten, aber da pendeln wir.“ Für sie ist Weihnachten ohne ihren Wohnanhänger kaum denkbar. „Auch die Kinder kommen hierher“ – selbst wenn sie mittlerweile volljährig sind.

Und so feiern die Camper ihr Weihnachten genauso wie es im restlichen Deutschland üblich ist. Fast. Nur der Baum ist etwas kleiner.

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