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Energie: Windräder sind unerwünscht

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Der geplante Bau eines WIndparks im benachbarten Rheinland-Pfalz sorgt für Unmut im Rhein-Sieg-Kreis. Politiker machen sich Sorgen um den Artenschutz und das Landschaftsbild des Siebengebirges.  Von
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Rhein-Sieg-Kreis

Der geplante Bau eines Windparks in der rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinde Unkel in unmittelbarer Nähe zur nordrhein-westfälischen Landesgrenze sorgt für Unmut im Rhein-Sieg-Kreis. Aus Sorge um den Artenschutz, das Landschaftsbild des Siebengebirges und seine touristische und wirtschaftliche Bedeutung hat Landrat Frithjof Kühn NRW-Umweltminister Johannes Remmel, seinen Kabinettskollegen Bauminister Michael Groschek und Regierungspräsidentin Gisela Walsken um Unterstützung gebeten. Mit ihrer Hilfe will Kühn den Bau von bis zu 18 etwa 200 Meter hohen Windrädern an den Ausläufern des Siebengebirges verhindern. Auf jeden Fall will der Rhein-Sieg-Kreis jedoch erreichen, dass er am Planungsverfahren beteiligt wird.

Das Projekt der Energieversorgung Mittelrhein (EVM), das auf den Höhenlagen von Bruchhausen, Erpel, Rheinbreitbach und Unkel entstehen soll, ist auch in Rheinland-Pfalz umstritten. Die Bürgerinitiative „Unsere Wind Energie“ (Uwe) unterstützt es, die Bürgerinitiative „Pro Naturpark pur“ läuft dagegen Sturm. „Pro Naturpark pur“ befürchtet wie der Rhein-Sieg-Kreis massive Auswirkungen auf das angrenzende Naturschutzgebiet Siebengebirge und seine Erholungsfunktion. „Die Kulisse des Siebengebirges am nördlichen Ausgang des Rheintales ist von „herausragender Eigenart und Schönheit“, heißt es deshalb auch in einem Brief des Landrates an die Kreisverwaltung Neuwied. „Sie ist Ausgangspunkt der Rheinromantik und des Rheintourismus für das gesamte Mittelrheintal und somit auch für die wirtschaftliche Entwicklung im Rheintal“, so Kühn weiter.

„Grob verunstaltet“

Dieses Landschaftsbild würde durch den Bau der Windenergie-Anlagen „grob verunstaltet“, argumentiert der Landrat. Zudem sieht Kühn auch die Chancen schwinden, das Siebengebirge in Zukunft von der Unesco als Weltkulturerbe anerkennen zu lassen. Auch das Europadiplom, das der Region als natürlichem, naturnahem Gebiet verliehen wurde und das ihre biologische, geologische und landschaftliche Vielfalt sichern soll, sei in Gefahr. Doch nicht nur dem Landschaftsbild des Siebengebirges sieht Kühn verunstaltet. Nach Auffassung des Landrates und seiner Kreisverwaltung gefährdet der geplante Windpark ganz konkret verschiedene Tierarten. So sei das Areal, in dem nach den Plänen der EVM die großen Windräder Strom produzieren sollen, ein wichtiger Lebensraum des Schwarzstorches. Die Vögel suchten dort ihre Nahrung, zudem sei die Gegend ein Flugkorridor zwischen den Brutgebieten der Störche im Siebengebirge und ihren nahrungsgebieten im Bereich des Kabachtales und seiner Nebengewässer. Das Plangebiet sei somit „essenzieller Bestandteil des Lebensraums vom Schwarzstorch“, argumentiert Landrat Kühn.

Auch andere Tierarten sieht der Rhein-Sieg-Kreis von den Windenergieanlagen bedroht: Fledermäuse etwa, Uhus und Kolkraben. Aber auch auf das Rotwild und die Wildkatze, die mit großer Wahrscheinlichkeit aus Rheinland-Pfalz in das Siebengebirge eingewandert ist, habe der Windpark erhebliche Auswirkungen – etwa durch die Schlagschatten der Windräder und die Geräusche, die von den Anlagen ausgehen. Dies alles können dazu führen, „dass dieser aus bundesweiter Sicht bedeutsame Biotopverbundkorridor in seiner Funktion geschädigt wird“, argumentiert der Landrat und verweist auf entsprechende Studien des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

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