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Frühling: Endspurt vor dem Frühling

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Marcello de Luna, Inhaber der Eisdiele "La Luna" in Refrath, bereitet sich mit neuen Kreationen auf den Frühling vor. Foto: Christopher Arlinghaus
Der Frühling lässt noch ein bisschen auf sich warten. Die Eisdielen und Gärtnereien arbeiten allerdings schon auf Hochtouren, um den Eis- und Pflanzenliebhabern rechtzeitig köstliches Eis und farbenprächtige Blumen bieten zu können.  Von
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Rhein-Berg

Eins fehlt an diesem appetitlichen Eiskugel-Teller, dekoriert mit frischen Erdbeer- und Kiwischeiben: der Frühling! Marcello de Luna steht in seiner Eisküche und rührt mit einem großen Schneebesen in einem Metalleimer. Darin befindet sich eine flüssige Masse für Joghurt-Eis. Seine Augen sind konzentriert auf den Eimer gerichtet. „Das ist für eine neue Eissorte“, erklärt er mit einem italienischen Akzent. Erdbeersorbet mit Joghurt-Eis.

Neue Eissorten sind ein Teil der Vorbereitungen auf den Frühling, auf den alle warten. Die meisten, weil sie diese grau-weiße Suppe von Wetter nicht mehr sehen können – und Sonne, Blumen, grüne Bäume herbeisehen. Einige aber auch, weil dann ihr Hauptgeschäft beginnt, weil sie in Auto-Werkstätten, Gärtnereien und Eisdielen arbeiten. So wie Marcello de Luna, dem die Eisdiele „La Luna“ in Refrath gehört.

Die Vorbereitungen auf den Frühling, sie beginnen bei ihm schon im tiefsten Winter: Schon im Januar hat er eine Fachmesse im italienischen Rimini besucht, um die neusten Eistrends nicht zu verschlafen. Manche Kreationen denkt er sich auch selbst aus: Er experimentiert oder surft nach Anregungen im Internet.

„Im Frühling braucht man immer was Neues. Die Leute wollen Neues probieren“, erklärt er. Derzeit hat er 18 Sorten Eis in der Theke, auch veganes und laktosefreies Eis. In ein paar Wochen werden es noch mal zehn Sorten mehr. Bis zu 100 Liter Eis stellt er dann am Tag her, wenn es gut läuft. „Wenn die Leute merken, die Sonne kommt raus, dann werden die Leute wahnsinnig.“ Im Moment macht ihm das Wetter aber einen kräftigen Strich durch die Rechnung. Noch bleiben die Kunden aus. „Der lange Winter nervt!“

Auch im Geschäft „Reifen Schödel“ in Bergisch Gladbach herrscht im Moment noch die „Ruhe vor dem Sturm“, wie Andre Reinshagen das nennt. Wegen des wechselhaften Wetters seien die Kunden noch sehr zurückhaltend, was den Reifenwechsel betrifft. Mehr als 1300 Reifensätze warten in der Werkstatt und der Lagerhalle auf ihren Einsatz. 600 Reifensätze gehören Kunden, die in den nächsten Wochen definitiv zum Reifenwechsel vorbeikommen werden. Reinshagen rechnet insgesamt mit 900 Anfragen. Ein Reifenwechsel dauert etwa 20 Minuten. Müssen die Reifen aber noch auf Felgen gezogen oder ausgewuchtet werden, wird die Stunden schnell voll. Kommen dann noch Kunden spontan vorbei, müssen sie auch mal 90 Minuten warten, bevor sie mit ihrem Wagen in die Werkstatt rollen können. Dann stehen für Reinshagen und seine Kollegen Überstunden auf dem Plan – aus 18 Uhr Dienstschluss wird 21 Uhr.

Damit er den zu erwartenden Ansturm überhaupt bewältigt kann, nimmt er schon Wochen vorher Kontakt zu den Kunden auf.

Diese Möglichkeit hat Gärtner Karl-Heinz Lutz nicht. Natürlich ist auch er auf den Frühling vorbereitet: Seine Primeln, Stiefmütterchen und Narzissen stehen verkaufsbereit den Gewächshäusern. Aber noch werden sie kaum gekauft. Ein Problem, nicht nur aus finanziellen Gründen. Lutz musste schon die Blumen für den Sommer anpflanzen – und hatte für die eigentlich nicht genug Platz. Wenn die Frühlingsblumen nicht bald ihren Weg aus der Gärtnerei Lutz in Odenthal finden, können die Sommerblumen nur in die Höhe, aber nicht in die Breite wachsen.

Aber Beete, Blumenkübel und -kästen werden derzeit kaum bepflanzt. „Das ist noch zu gefährlich. Es ist Frost gemeldet. Da warten die meisten lieber noch“, sagt Lutz. Das schlechte Wetter bereitet dem Gärtner aber noch in anderer Hinsicht Stress: Er muss Gräber für Ostern bepflanzen und auch einige Beete mit Frühlingsblumen verschönern. Eigentlich benötigt er rund drei Wochen, um mit seinen Aufträgen pünktlich zu Ostern fertig zu sein. Jetzt muss er sich beeilen – ohne zu wissen, ob die Blüten überleben werden. „Wenn das Weter schön wird, hat mein Arbeitstag auch schon mal 14 bis 18 Stunden.“ Frühling, das ist für die meisten schön – für einige richtig Stress. Und trotzdem: Auch Marcello de Luna, Andre Reinshagen und Karl-Heinz Lutz können den Frühling kaum erwarten.

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