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Gehalt: Unterricht fällt wegen Streik aus

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Ein Teil der Lehrerschaft des Rhein-Erft-Kreises, der nicht verbeamtet ist, geht auf die Straße, um für einen besseren Lohn zu kämpfen. Foto: dpa
An vielen Schulen im Kreis fällt am Mittwoch Unterricht teilweise aus: Denn ein Teil der Lehrer macht "blau". Sie streiken für eine faire Bezahlung. Eine Jahrgangsstufe der Bergheimer Gesamtschule hat sogar komplett frei.  Von
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Rhein-Erft-Kreis

Am Mittwoch macht ein Teil der Lehrerschaft des Kölner Regierungsbezirkes „blau“. Anstatt Schülern Kurvendiskussionen und Englischvokabeln beizubringen, gehen die angestellten Lehrer auf die Straße und demonstrieren. Aufgerufen von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), fordern sie eine bessere Entlohnung. Zwar machten angestellte Pädagogen zumeist dieselbe Arbeit wie ihre verbeamteten Kollegen, bezahlt würden sie allerdings schlechter, kritisiert die Gewerkschaft. 6,5 Prozent mehr Gehalt fordert die GEW daher. Von 180 000 Lehrern in Nordrhein-Westfalen sind laut Gewerkschaften 40 000 angestellt und der Rest verbeamtet.

„Die Anweisung der Bezirksregierung, streikende Kollegen namentlich zu melden, schreckt doch einige ab.“

Elke Cordts, stellv. Schulleiterin

An den Streiks, die am Mittwoch in Köln, Bonn und Aachen stattfinden, beteiligen sich auch angestellte Lehrer aus dem Rhein-Erft-Kreis. Die Schulen sind davon allerdings unterschiedlich betroffen. Vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Pulheim hatten zwei Lehrkräfte angekündigt, für die Forderung nach einer besseren Bezahlung zu der Protestveranstaltung in der Domstadt zu reisen. Die stellvertretende Schulleiterin Elke Cordts zeigt Verständnis für die Kollegen. „Die Lehrerschaft würde gerne noch mehr tun, aber die Anweisung der Bezirksregierung, streikende Kollegen namentlich zu melden, schreckt doch einige ab“, erklärte Cordts auf Anfrage dieser Zeitung.

Das sieht an der Geschwister-Scholl-Realschule in Bergheim ähnlich aus. Von dort werden sich ebenfalls zwei angestellte Kollegen am Ausstand beteiligen. Deren Fehlen wird dann womöglich zu Unterrichtsausfall führen, da es an der Realschule zusätzlich noch einen gewissen Krankenstand gibt. Zwar könne durch Verschiebungen bei den Stundenplänen einiges aufgefangen werden, jedoch aller Voraussicht nach längst nicht alles, erklärte Schulleiter Wolfgang Siepe-Noll. „Im Kollegium herrscht jedoch grundsätzliche Solidarität zu den angestellten Lehrern“, so der Rektor weiter.

Am Adolf-Kolping-Berufskolleg in Kerpen-Horrem wird man ebenfalls versuchen, das streikbedingte Fehlen von Kollegen durch Verschiebungen im Stundenplan aufzufangen. Verbeamtete Lehrer dürften in diesem Fall nicht als Vertretung eingesetzt werden und Mehrarbeit machen, berichtete Schulleiter Willi Bartz auf Anfrage. Schließlich würde eine Arbeitsniederlegung ansonsten ad absurdum geführt, weil sie keinerlei Auswirkungen mehr hätte.

Eine Jahrgangsstufe hat am Mittwoch frei

Aus diesem Grund hat eine höhere Jahrgangsstufe der Bergheimer Gesamtschule am Mittwoch frei. Dort erscheinen gleich acht Kollegen nicht zum Unterricht, um für ein faireres Gehalt zu demonstrieren. Da zudem noch rund 14 Lehrer krank sind, sei ein Unterrichtsausfall nicht zu vermeiden, gab Schulleiter Werner Zimmermann zu Protokoll. Für die streikenden Kollegen habe er größtes Verständnis. „Die Forderungen sind nachzuvollziehen, wenn man sich einmal die Unterschiede in den Besoldungsgruppen anschaut“, so der Rektor. Er plädiert dafür, dass das Ganze zukünftig bundesweit geregelt werde und nicht weiterhin jedes Land „sein eigenes Süppchen koche“.

Es gibt auch Schulen im Kreis, deren angestellte Lehrer sich nicht an der Arbeitsniederlegung beteiligen. So meldet etwa die Realschule Kerpen auf Anfrage ebenso keine Teilnehmer an den Demonstrationen wie das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Hürth. Am Abtei-Gymnasium in Pulheim-Brauweiler indes war zum Zeitpunkt der Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ noch nicht klar, ob, und wenn ja, wie viele Kollegen sich an dem Ausstand beteiligen würden.

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