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Geldanlage: Eifeler spekulieren kaum an der Börse

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Ein Börsenhändler blickt im Handelssaal der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main vor der Dax-Kurve in die Runde. Foto: dpa
Obwohl sich die Aktienkurse weltweit im Höhenrausch befinden, profitieren nur wenige Sparer im Kreis Euskirchen von dieser Entwicklung. Die Eifeler scheuen das Risiko und bevorzugen Fonds mit Verlustbegrenzung.  Von
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Kreis Euskirchen

Rund um die Welt befinden sich die Aktienkurse im Höhenrausch. Doch kaum ein Sparer im Kreis Euskirchen profitiert von dieser positiven Entwicklung. Denn die Eifeler gelten als risikoscheu. Dies berichten übereinstimmend die drei großen Banken, die im Kreisgebiet aktiv sind. Lediglich bei der Volksbank Euskirchen gibt es im nennenswerten Ausmaß Anleger, die sich an den stark schwankenden Wertpapiermärkten engagieren.

Weniger als ein Prozent aktiv

„Unsere Kunden sind vorsichtig“, sagt Rita Witt vom Vorstandssekretariat der Kreissparkasse Euskirchen (KSK). Denn diese befürchteten, dass der Deutsche Aktienindex bei Rekordständen von mehr als 8000 Punkten auch ganz schnell wieder abstürzen könne. „Weniger als ein Prozent unserer Kunden ist ständig am Aktienmarkt aktiv, und die Volumina sind sehr gering“, so die KSK-Frau. Doch eines habe sich enorm gewandelt: „Man muss den Kunden nicht mehr hinterherlaufen, sie kommen von allein zur Beratung.“ Denn die Zinsen der üblichen Sparanlagen würden nicht einmal ausreichen, um die Inflation auszugleichen. „Die Zinsen werden durch die Politik künstlich niedrig gehalten und entsprechen nicht der Wirtschaftslage in Deutschland“, so Rita Witt.
Natürlich seien in Zeiten niedriger Zinsen Aktien besonders interessant. Doch die KSK-Kunden hätten eine andere Anlegermentalität. „Sie bevorzugen Fonds mit Verlustbegrenzung oder mehrjährige Sparbriefe mit einer etwas höheren Verzinsung.“

Kundschaft scheut das Risiko

Ähnliches wissen auch Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel, und Herbert Fuhrt, Bereichsleiter Kundenbetreuung, zu berichten. „Der Kern unserer Kundschaft scheut das Risiko“, so ihre Aussage.

Doch das sei nicht nur in der Eifel zu beobachten, sondern ein genereller Zustand. Altgen: „Die Börse boomt, und viele Anleger bleiben ihr fern.“ Nur ein einstelliger Prozentsatz der VR-Bank-Kunden habe Aktien im Depot. Doch dies habe sich in diesem Jahr gelohnt. Fuhrt: „Bis zum 30. April stieg der Dax um 4,0 Prozent, unsere Aktienbesitzer kamen im gleichen Zeitraum auf ein Plus von 11,6 Prozent.“

„Der typische Eifeler ist sehr vorsichtig, aber dennoch klar kalkulierend“

Die meisten Kunden der Schleidener Genossenschaftsbank würden hingegen abgesicherte Strategien bevorzugen. „Vermögensverwaltende Fonds oder Aktienfonds mit einer Kapitalversicherung sind gefragte Produkte“, berichtet das Duo. Die Eifeler Sparer würden einen langfristigen und nachhaltigen Wertzuwachs bevorzugen.
Die beiden Genossenschaftsbanker fassen ihre Erfahrungen wie folgt zusammen: „Der typische Eifeler ist sehr vorsichtig, aber dennoch klar kalkulierend, er nutzt Chancen, hält dabei aber das Risiko in Grenzen.“ „Grundsätzlich hat der Anteil der Kunden, die mit Einzelaktien spekulieren, deutlich abgenommen“, berichtet Hans-Jürgen Lembicz vom Vorstand der Volksbank Euskirchen. Dies liege an den vielen Auf- und Abwärtsbewegungen der vergangenen Jahre. „Gleichwohl gibt es aber noch eine Reihe von Kunden, die nach wie vor direkt Aktien besitzen und sogar viele Kunden, die indirekt Aktien über den Investmentfondsbereich halten und die jeweiligen Bestände nach und nach über Ansparpläne aufbauen.“

Kunden verzeichneten enorme Gewinne

Die Volksbank führt insgesamt 11 771 Konten, auf denen entweder Einzelaktien oder Aktienfonds gehalten werden. Und diese Kunden verzeichneten enorme Gewinne. Die Depots mit Einzelaktien verzeichneten Ende April einen Gesamtwert von 56,7 Millionen Euro, seit Jahresbeginn 2011 steig der Wert um 8,5 Millionen Euro. Die Aktienfondsdepots wiesen zum gleichen Tag einen Gesamtwert von 47,6 Millionen Euro auf, seit Beginn des Vorjahres betrug der Wertzuwachs 8,9 Millionen Euro.

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Die Ratschläge aller drei Geldinstitute in der momentanen Situation sind nahezu identisch. Sie lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Jeder Anleger sollte in einem individuellen Beratungsgespräch eine vernünftige Risikostreuung auf verschiedene Anlagen erörtern und erst dann entscheiden, welche Investition sinnvoll ist.

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