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Hochwassergebiet: Einsatz bis an die Grenzen

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Am Freitagabend kehrten die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes erschöpft, aber glücklich aus Magdeburg zurück. Foto: Jürgen Dehniger
Am Wochenende sind zahlreiche Helfer aus Rhein-Berg aus den Hochwassergebieten in Sachsen-Anhalt zurückgekehrt. Durch die Hilfeleistung ist aus der großen Gruppe eine eingeschworene Gemeinschaft geworden.  Von 
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Rhein-Berg

Sie sind völlig erschöpft, aber glücklich und zufrieden: Die vielen Helfer von Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) aus dem Rheinisch-Bergischen-Kreis sind am Wochenende aus den Hochwassergebieten in Sachsen-Anhalt zurückgekehrt. „Die Situation im gesamten Landkreis Havelland ist unvorstellbar, wenn man es nicht gesehen und erlebt hat“, erzählt Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden von seinen Eindrücken.

Durch die unermüdlichen Hilfeleistungen im Laufe der vergangenen Woche sei aus der großen Gruppe von 171 Frauen und Männern eine eingeschworene Gemeinschaft geworden. Sie gehören Feuerwehren im Bergischen, im Oberbergischen Kreis und in Leverkusen an. Weiden: „Wir sehen uns jetzt als Einheit.“ Dieses Gefühl wuchs auch unter den mehr als 50 Einsatzkräften des DRK-Kreisverbandes.

Der Physikstudent Emmanuil Solovey aus Bergisch Gladbach stand nicht direkt an der Hochwasserfront. Er organisierte mit anderen DRK-Helfern in Magdeburg die Verpflegung für die vielen Einsatzkräfte vor Ort. „Wir waren praktisch die Stimme des Stabs und hatten täglich vom Einkauf in den Geschäften bis zum Transport zu den Helfern drei Mahlzeiten zu koordinieren“, erzählt er. Für ihn und andere Helfer sei es der größte Einsatz seit Jahren gewesen. Die Küchen arbeiteten im 24-Stunden-Betrieb.

Solovey: „Anfangs haben wir die Nächte durchgemacht, weil wir in den ersten drei Tagen die einzigen Versorger vor Ort waren. Das ging an unsere Grenzen.“ Drei Feldküchen aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis lieferten die Mahlzeiten in beachtlicher Zahl. 200 bis 300 Essen waren ursprünglich geplant. „Daraus wurden mehr als 3000 Essen pro Mahlzeit“, betont der 23-Jährige. Nicht nur ein Imbiss, sondern Fleisch, Gemüse, Salat und Nachtisch gab es täglich.

Auch auf Vegetarier habe man sich eingestellt. Sieben Tage half das DRK-Team unter der Regie des Kreisbereitschaftsleiters Wolfgang Heinke auf dem Betreuungsplatz in Magdeburg: „Unsere Leute sind über sich hinausgewachsen.“ Was die Hilfsorganisationen hinter den Kulissen an Versorgung, Hygiene und Unterkünften leisteten, ohne mit den Füßen im Wasser zu stehen, wüssten nur wenige. „Beeindruckt hat mich auch die Dankbarkeit der Magdeburger. Als Schulklassen vor uns standen und Lieder sangen, da musste ich schon schlucken“, erzählt Heinke. Er gönnte sich nach der Heimkehr erstmal Schlaf. Solovey auch: Am nächsten Tag hatte der 23-jährige Gladbacher schon wieder Dienst auf dem Schlossstadtfest in Bensberg.

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Das Erlebte aufzuarbeiten, wird wohl Wochen dauern, ist sich Kreisbrandmeister Weiden sicher. „Die Begegnung mit einem alten Mann, der vor mir niederkniete und um eine Pumpe bat, werde ich wohl viele Jahre nicht vergessen.“ Und nachdem etliche Straßen im Havelland gesprengt worden waren, damit das Wasser abfließen konnte, blieb nur noch eine einzige Strecke, auf der die 48 Fahrzeuge des Feuerwehr-Trupps nach Hause rollen konnten. Weiden: „Die Fahrt war spannend.“ Ein Wiedersehen haben die 171 Wehrleute der Bereitschaft V schon geplant. Im Sommer soll es sein – ganz privat. Ohne Not und Hochwasser.

AUTOR
Doris Richter
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