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Jakobskreuzkraut: Gefahr für Kühe und Pferde

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Das Jakobskreuzkraut mit seinen kleinen gelben Blättern ist Gift für Pferde und andere Grasfresser. Foto: Bettina Kurth-Mungen
Im Rhein-Erft-Kreis verbreitet sich zunehmend das Jakobskreuzkraut. Die Pflanze ist vor allem für Tiere sehr giftig. Ein Pflanzenexperte empfiehlt deshalb den Straßenmeistereien, früher als bisher die Randstreifen zu mähen.  Von
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Rhein-Erft-Kreis

Sie ist schön anzusehen, aber für Vegetarier wie Pferde und Kühe schon in geringen Dosen tödlich. Die gelbblättrige Pflanze mit dem harmlos klingenden Namen Jakobskreuzkraut führt bei Tieren schon in geringen Mengen zu chronischen Vergiftungen, vor allem der Leber. Das Gift kann nämlich nicht ausgeschieden werden.

Das Greiskraut hat sich in den vergangenen Jahren sprunghaft vermehrt. Ein Grund dafür ist nach Ansicht von Experten die sich ausbreitende extensive Pflege, also zu geringe Schnitt- und Mulcharbeiten insbesondere bei Grünflächen.

Heinrich Brockerhoff, Pflanzenberater bei der Landwirtschaftskammer Rheinland, kennt das Problem und warnt vor der fortschreitend rasanten Verbreitung der bis zu einem Meter hohen Pflanze. „Insbesondere an Straßenrändern, Mittelstreifen und Böschungen sieht man in Massen Jakobskreuzkraut stehen.“

Samen fliegen durch die Luft

Aber auch auf intensiv genutzten Grünflächen, die beweidet und bis zu dreimal im Jahr geschnitten werden, sind betroffen. Wo nie Jakobskreuzkraut stand, gibt es plötzlich, durch die Trockenheit bedingt, große Felder mit dem Giftkraut. Und je stärker sich die Pflanze ausbreitet, umso mehr Samen fliegen durch die Luft. Vor allem Pferden, die im Kreis zahlreich gehalten werden, kann das Jakobskreuzkraut schnell zu Verhängnis werden.

Pflanze ist leicht zu verwechseln
Foto: Gudrun Klinkhammer

Das Jakobskreuzkraut, dessen botanischer Name „Senecio jacobaea“ lautet, ist ein Pfahlwurzler, der gut einen Meter hoch wachsen kann. Das giftige Kraut blüht von Mai bis Oktober. Die Samen fliegen wie die Schirmchen einer Pusteblume weit durch die Luft. Eine Pflanze kann bis zu 100 000 flugfähige Samen hervorbringen.

Die Giftigkeit der Greiskräuter, zu denen das Jakobskreuzkraut gehört, beruht auf ihrem Gehalt an verschiedenen Pyrrolizidin-Alkaloiden, die im Körper zu Schadstoffen werden und zu akuten oder chronischen Vergiftungen führen. Das Gravierende an diesen Stoffen ist, dass sie nicht ausgeschieden werden, sondern sich im Körper, vor allem in der Leber, anreichern.

Die wiederholte Aufnahme auch kleiner Mengen führt zu einer Vergiftung, die tödlich verläuft, da es keine Heilungsmöglichkeiten gibt. Ein 350 Kilogramm schweres Islandpferd stirbt, wenn es 14 bis 20 Kilogramm frisches Jakobskreuzkraut oder 2,4 Kilogramm getrocknet im Heu frisst. Leicht verwechselt werden kann das Jakobskreuzkraut mit Johanneskraut, mit Wiesen-Pippau, Rainfarn, Wiesen-Bocksbart und Kanadischer Goldrute.  (gkli)

Weitere Informationen gibt es hier.

So lange es am Halm steht, ist die Gefahr gering. Denn die blühende Pflanze enthält einen Bitterstoff, der die Grünfresser zunächst abschreckt. Wird die Pflanze aber geschnitten, getrocknet und dem Heu beigemischt, haben Kühe und Pferde keine Chance, der Gefahr zu entkommen. Denn die Bitterstoffe sind entwichen, die giftigen Pyrrolizidin-Alkaloiden aber noch enthalten. „Pferde reagieren besonders empfindlich“, sagt Heinrich Brockerhoff.

Futter muss vernichtet werden

Reitstall- und Pferdebesitzer hätten ihn schon gefragt, was zu tun sei. Falls die Pflanze, in welchem Zustand auch immer, ins Futter gelangt, muss es wohl vernichtet werden.

Brockerhoff fände es sinnvoll, wenn etwa die Straßenmeistereien früher als bisher an Randstreifen und Brachflächen mit der Mahd begännen. Doch das beschwört einen neuen Konflikt herauf. Wenn schon im Mai statt erst Mitte Juni gemäht und gemulcht wird, finden die Bodenbrüter keinen Schutz mehr. Dennoch sei es die einzige Möglichkeit, denn das Jakobskreuzkraut müsse entfernt werden, bevor es zur Samenreife komme.

Diskutiert worden ist schon darüber. Im Jahr 2010 gab es eine Verfügung, in der den Behörden die regelmäßig Mahd an Straßen und angrenzenden Flächen empfohlen wurde. Doch nach Auskunft des Landesbetriebs Straßenbau, der im Rhein-Erft-Kreis und in den Nachbarkreisen bis zur Region Aachen für mehr als 2200 Kilometer Bundes- , Landes- und Kreisstraßen zuständig ist, fehlt dafür wohl das Personal. Ein Extraschnitt für das Jakobskreuzkraut sei nicht drin.

Kreislandwirt Heinz Everhard Faßbender sieht eine Gefährdung für eine große Anzahl von Pferden im Kreis. „Für etliche Betriebe, etwa Pensionsbetriebe, ist das ein Problem.“

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