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Kreishaus: Sanierung deutlich teurer als geplant

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Der Brandschutz im Siegburger Kreishaus ist mangelhaft und muss aufwändig auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Kosten dafür drohen allerdings aus dem Ruder zu laufen.  Foto: Horst Stolzenburg
Die Brandschutzsanierung des Kreishauses wird teurer als erwartet. Das teilte die Kreisverwaltung bei der jüngsten Sitzung des Bau-und Vergabeausschusses mit. Eine belastbare Kostenkalkulation soll im Frühjahr präsentiert werden.  Von
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Rhein-Sieg-Kreis

Die Brandschutzsanierung des in die Jahre gekommenen Kreishauses wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Das musste die Kreisverwaltung jetzt bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses des Kreistags einräumen: Ursprünglich war man bei der Gebäudewirtschaft der Kreisverwaltung von Kosten in Höhe von etwa zwölf Millionen Euro ausgegangen, nach neuerlichen Berechnung werden die Arbeiten den Kreishaushalt wohl mit mindestens 30 Millionen Euro belasten. Bei dieser Summe handelt es sich allerdings auch nur um vorläufige Angaben. Belastbare Kostenberechnungen will die Verwaltung dem Kreistag im Frühjahr vorlegen.

Bei der Verwaltung will man angesichts der neuen Zahlen dennoch nicht von einer Kostenexplosion sprechen. Bei den Zahlen, die man der Politik Anfang vergangenen Jahres präsentiert hatte, habe es sich lediglich um eine Kostenschätzung der Gebäudewirtschaft gehandelt, sagt Katja Eschmann von der Pressestelle des Kreises. Inzwischen hätten externe Fachplaner die Arbeiten erneut kalkuliert – und dabei wurden viele Ansätze der Gebäudewirtschaft offenbar über den Haufen geworfen.
So hat die Gebäudewirtschaft unter anderem die Kosten für Nacht- und Wochenendzuschläge bei den Bauarbeiten viel zu niedrig eingeschätzt. Sie müssen gezahlt werden, weil die Sanierung im laufenden Betrieb der Kreisverwaltung erfolgt, manche Arbeiten aber nur außerhalb der Dienstzeiten ausgeführt werden können. Die Nachberechnungen ergaben, dass die Kosten für diese Zuschläge rund 20-mal höher sein dürften, als im ursprünglichen Ansatz angenommen.

Kostensteigernd wirken sich auch neue Erkenntnisse aus, die zurzeit bei einer Mustersanierung auf der elften Etage des Kreishauses gewonnen werden, die Ende März abgeschlossen sein sollen. „Es hat sich unter anderem gezeigt, dass bestimmte Kabel, die bislang in den Fluren verlaufen, aus Gründen des Brandschutzes nun doch in den Büros verlegt werden müssen“, sagt Sprecherin Eschmann. Das verursache zusätzliche Kosten, genauso wie etwa eine anfangs nicht vorgesehene Verbesserung des Brandschutzes an der Fassade des Hochhauses. Dort sollen so genannte Brandüberschläge angebracht werden, die verhindern, dass sich Flammen im Brandfall von außen von Etage zu Etage ausbreiten können. In den ursprünglichen Plänen sei dies nicht vorgesehen gewesen.

Hinzukommen Arbeiten, die der Kreis im Zuge der Brandschutzsanierung vorziehen will, etwa die Sanierung von Sanitäranlagen. „Auch in den Toiletten muss der Brandschutz ja verbessert werden, da ist es sinnvoll eine Komplettsanierung zu machen, die in einem mehr als 35 Jahre alten Gebäude ohnehin bald nötig sein wird“, schildert Eschmann.
Ob mit den zahlreichen Ergänzungen das Ende der Fahnenstange erreicht ist, ist offenbar auch den externen Fachplanern nicht klar. In die jetzt errechneten Gesamtkosten von rund 30 Millionen haben sie nach Angaben des Kreises einen Kostenpuffer von zehn Prozent eingepreist.

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