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Landgericht Bonn: 18-Jährige zur Prostitution gezwungen

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Symbolbild Foto: dpa
Wegen Zuhälterei, Menschenhandels, Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung muss sich ein Hennefer vor dem Landgericht verantworten. Er soll eine Tschechin zur Prostitution gezwungen haben.  Von
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Rhein-Sieg-Kreis/Bonn

Derzeit sitzt ein 29-Jähriger aus Hennef im Gefängnis – und dort wird er möglicherweise noch längere Zeit bleiben müssen: Von der Staatsanwaltschaft wurde er jetzt wegen Zuhälterei, schweren Menschenhandels, gefährlicher Körperverletzung, versuchter räuberischer Erpressung und Bedrohung angeklagt.

Neben ihm auf der Anklagebank vor dem Bonner Landgericht wird eine 50 Jahre alte Frau aus Troisdorf sitzen, die an den Taten beteiligt gewesen sein soll. Wie Gerichtssprecher Philipp Prietze mitteilte, soll eine damals 18 Jahre junge Frau im Februar 2009 gegen ihren Willen aus ihrer Heimat Tschechien verschleppt worden sein. Der 29-Jährige und eine unbekannte Mittäterin haben das Opfer laut Anklage in die Wohnung der Troisdorferin verbracht.

Auf Straßenstrich geschickt

Auf der Fahrt sei der 18-Jährigen eröffnet worden, dass ihre Tante Geld von dem Angeklagten geliehen bekommen haben solle. Dieses müsse sie nun in Deutschland abarbeiten. Laut Prietze drohte der Mann damit, die junge Frau zu erschießen, falls sie versuche wegzulaufen. Dann musste das Opfer offenbar sämtliche Ausweispapiere abgeben.

In den folgenden Monaten wurde die 18-Jährige gezwungen, auf dem Bonner Straßenstrich für die Angeklagten anschaffen zu gehen, so der Gerichtssprecher. Sämtliche Einnahmen daraus habe sie an die Zuhälter abgeben müssen – im Gegenzug habe sie täglich fünf Zigaretten, eine kostenlose Unterkunft sowie Essen und Trinken bekommen.

Nach einem ersten gescheiterten Fluchtversuch wurde sie laut Anklage mit Schlägen und Tritten malträtiert sowie an den Haaren eine Treppe heruntergezogen. Im September 2009 scheint die junge Frau sich in einen Freier verliebt zu haben. Als das Paar den Zuhältern mitteilte, dass die 18-Jährige nicht mehr als Prostituierte arbeiten wolle, soll die 50-Jährige 500 Euro pro Tag von den beiden gefordert haben.

Mit 50.000 Euro freikaufen

Später, so Prietze, sei angeboten worden, dass die Prostituierte für 50 000 Euro freigekauft werden könne. Da das Paar diese Summe anscheinend nicht aufbringen konnte, sollen die 18-Jährige und ihr Freund nach Tschechien geflohen sein. Über das Handy soll der 29-Jährige ihnen daraufhin gedroht haben, dass er sie „finden und plattmachen“ werde.

Im Frühjahr 2012 hat der Angeklagte bereits Erfahrung mit dem Bonner Landgericht gemacht: Damals musste er sich unter anderem gemeinsam mit einem älteren Bruder für eine spektakuläre Schießerei im März 2010 auf dem Parkplatz eines Baumarktes in Spich verantworten.

Dort hatten sich zwei verfeindete Gruppen eine wilde Schießerei geliefert, in deren Verlauf der 29-Jährige einem Kontrahenten in die Beine und in die Hüfte geschossen hatte. Für die Tat war er wegen gefährlicher Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

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