Aus dem Kreis
Nachrichten aus dem Kreis Euskirchen

Vorlesen
0 Kommentare

Lolita-Prozess: Mord war nicht nachweisbar

Erstellt
Mit Akten verdeckte der angeklagte Landwirt beim Betreten des Gerichtssaals sein Gesicht. Er wurde am Ende freigesprochen. Foto: Franz-Albert Heinen
Ein heute 50-jähriger Landwirt hat laut Gericht im Jahr 1982 seine damals schwangere Lebensgefährtin getötet. Weil Mord aber nicht nachweisbar war, wurde der Mann freigesprochen. Alle anderen Delikte waren mittlerweile verjährt.  Von
Drucken per Mail
Dahlem-Frauenkron/Trier

Der wohl spektakulärste Mordprozess seit Jahrzehnten im Frühjahr 2012 war weiß Gott geeignet, die Öffentlichkeit in Atem zu halten. Es ging um die endgültige Aufklärung des Schicksals der seit dem 4. November 1982 verschwundenen, schwangeren 18-jährigen Lolita Brieger aus Dahlem-Frauenkron.

Der Fall war nach zunächst ergebnislosen Ermittlungen wieder in Fahrt gekommen, als nach einer Darstellung in der ZDF-Reihe „Aktenzeichen XY … ungelöst“ ein Mann angab, seinem Freund, einem Landwirt aus dem Nachbarort Scheid, 1982 bei der Entsorgung von Lolitas Leiche in der ehemaligen Müllkippe des Dorfes Frauenkron geholfen zu haben. Nach umfangreicher Suche wurden an der Sohle der Müllkippe tatsächlich die sterblichen Überreste Lolitas geborgen. Der inzwischen 50-jährige Landwirt wurde bis zum Prozessbeginn am 6. März in Untersuchungshaft genommen.

Im Prozess erhärtete sich weitgehend der bereits früher bestehende Verdacht, dass der Landwirt tatsächlich den Tod der schwangeren Freundin verursacht hatte. Angesichts von Drahtresten, die am Hals der Überreste des Opfers gefunden wurden, ging die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Landwirt die junge Frau in einer abseits gelegenen Feldscheune erdrosselt hatte. Er war vom Vater wegen der angeblich unstandesgemäßen Liaison mit Lolita massiv unter Druck gesetzt worden.

Schon bei Prozessbeginn, der von einer Vielzahl Medienvertretern verfolgt wurde, konzentrierte sich alles auf die Frage: Waren die für eine Verurteilung wegen Mordes erforderlichen Kriterien beweisbar? Alle anderen Vorwürfe waren fast 30 Jahre nach der Tat verjährt.

Mehr dazu

Um es kurz zu machen: Ein „Mord“ ließ sich nicht nachweisen, daher blieb der vorsitzenden Richterin Petra Schmitz am Ende gar keine Wahl als die Verkündung eines Freispruchs. (fa)

Auch interessant
Abenteuer Haus
Serie
Haus Schröder

In unserer Serie "Abenteuer Haus - Freude, Frust, Skurriles" stellen wir interessante Häuser und deren Besitzer vor.

Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

FACEBOOK
Serie

Die Lokalredaktion besucht kleine Dörfer und Weiler und schaut, warum diese Ortschaften so l(i)ebenswert sind.

Meinungen
Kommentare

Die Redakteure und Mitarbeiter der Lokalredaktion äußern ihre persönliche Meinung zu Ereignissen im Kreis.

Kleinanzeigen