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Nachtflugverbot: Nächtlicher Fluglärm hat Folgekosten

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Fluglärmgegner messen mit Mikrofonen den Lärm, den überfliegende Flugzeuge verursachen. Foto: dpa
Die Folgen des Nachtfluglärms werden weiter untersucht. Ein Nebenaspekt ist dabei auch die Kostenfrage. Denn Menschen, die infolge von Nachtfluglärm erkranken, fallen an ihrem Arbeitsplatz aus und verursachen Behandlungskosten.  Von 
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Rhein-Sieg-Kreis/Frankfurt

Ein Nachtflugverbot, und sei es nur eines für Passagiermaschinen, wird es in Köln/Bonn so bald nicht geben. Ungeachtet dessen geht die wissenschaftliche Untersuchung der Folgen weiter, die der Nachtfluglärm auf die Gesundheit hat.
Ein Nebenaspekt ist dabei auch die Kostenfrage.

Denn Menschen, die infolge von Nachtfluglärm erkranken, fallen an ihrem Arbeitsplatz aus und verursachen Behandlungskosten. Diese „sozialen und ökonomischen Folgen“ hat der Epidemiologe Professor Eberhard Greiser ins Auge gefasst und eine neue Studie vorgelegt.

Es geht um Milliarden

Es geht um die Kosten, die durch die Behandlung der Opfer des Nachtfluglärms entstehen. Greiser hat in diesem Fall die Menschen im Umfeld des Frankfurter Flughafens in den Blick genommen. Seine Berechnungen fußen allerdings auf den Erkenntnissen, die er durch seine großen Studien im Umfeld des Flughafens in Wahn gewonnen hat. Er geht davon aus, dass die Menschen in Hessen und Rheinland-Pfalz nicht anders auf Fluglärms reagieren als die in der Region Köln-Bonn. Die Behandlung von Krankheiten, die durch Nachtfluglärm entstehen, beziffert Greiser für den Zeitraum von 2012 bis 2021 auf mehr als 1,5 Milliarden Euro – trotz des Nachtflugverbots in Frankfurt zwischen 23 und 5 Uhr.

Mit prognostizierten 440 Millionen Euro hat die Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dabei den größten Anteil. Für Demenz und Alzheimer kommt Greiser auf rund 340 Millionen Euro, die Behandlung von Depressionen infolge von Nachtfluglärm beziffert Greiser auf etwa 370 Millionen Euro. Für jeden neuen Krankheitsfall entstünden durchschnittlich Behandlungskosten von etwa 67 000 Euro. In dieser Summe sind aber nur die unmittelbar mit der Erkrankung zusammenhängenden Kosten enthalten. Folgekosten, etwa durch den Ausfall der Arbeitskraft, sind nicht berücksichtigt.

Laut Greiser ist im Umfeld des Frankfurter Flughafens in dem Zehnjahreszeitraum mit rund 23 400 Erkrankungsfällen zu rechnen. Seinen epidemiologischen Berechnungen zufolge werden etwa 3400 der betroffenen Frauen und Männer in dieser Zeit versterben.

AUTOR
Johannes Schmitz, Rhein-Sieg-Anzeiger
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