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Neuerscheinung: Spannende Historie

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Im damaligen „Hotel Bergemann“ in Gemünd traf sich der Eifelverein zur ersten Generalversammlung. Foto: Stephan Everling
Die neue Ausgabe des Eifeljahrbuchs blickt auf die Ursprünge des Eifelvereins zurück. Die erste Generalversammlung fand 1888 in Gemünd statt. Die Delegierten trafen sich im heutigen „Hotel Friedrichs“.  Von 
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Kreis Euskirchen

Jede Menge interessanten Lesestoff bietet auch in diesem Jahr die neue Ausgabe des Eifeljahrbuchs. Vom Aachener Land bis in die Vulkaneifel reicht der Fokus der vielen Autoren. Und da für den Eifelverein, der Herausgeber des Bandes ist, das Jahr 2013 ein besonderes ist, wagen die Autoren mehrere interessante Rückblicke in ihre eigene Geschichte.

1888, also vor 125 Jahren, existierten, wie Heike Pütz vom Kreisarchiv Euskirchen beschreibt, verstreut über die Eifel mehrere Verschönerungsvereine, die sich die Verbesserung der Lebensumstände in ihrer Region zur Aufgabe gestellt hatten. Weitsichtigen Persönlichkeiten wie dem Lehrer Dr. Alfred Dronke oder dem Manderscheider Bürgermeister Heinrich Thielen war klar, dass diese Initiativen nur fruchtbar sein können, wenn die Ortsvereine sich in einer eifelweiten Vereinigung verbündeten.

Im Mai 1888 traf sich in Bad Bertrich eine Versammlung, um den „Eifelklub“ ins Leben zu rufen, dessen Namen im Laufe des Treffens in Eifelverein umgewandelt wurde. Die erste Generalversammlung fand dagegen am 12. August 1888 in Gemünd statt. Der hiesige Verschönerungsverein hatte sich, genauso wie der aus Blankenheim, noch im Gründungsjahr in eine Ortsgruppe umgewandelt und dem neugegründeten Eifelverein angeschlossen. Nun trafen sich die Delegierten im damaligen „Hotel Bergemann“, heute „Hotel Friedrichs“, um die ersten Maßnahmen zu besprechen.

Spannend auch die Lebensgeschichte des ersten Ehrenwanderwarts Franz Krawutschke, der im 19. Jahrhundert als kaufmännischer Lehrling in Düren die Schönheit der Eifel entdeckte und maßgeblich an der Entwicklung des eifelweiten Wanderwegenetzes beteiligt war. Vielseitig wie immer bietet das Eifeljahrbuch für den interessierten Leser ein weitreichendes Spektrum. Detailreich ist der Artikel von Norbert Knauf, der bestens recherchiert Geschichte und Verbreitung des Erzabbaus in der Eifel unter die Lupe nimmt. Nationalpark und Naturschutz auch im Kreis Euskirchen werden genauso geschildert wie der archäologische Landschaftspark in Nettersheim.

Verschwundener Römerkanal
Klaus Grewe widmet sich der Frage, wohin die Teile des Römerkanals geraten sind, die im Kalksteinbruch in Kall-Sötenich aus dem Berg gegraben wurden. Eines der Teile konnte er im National Museum of Natural History in Washington D.C., USA, orten, wohin es im Jahr 1928 verkauft worden war.

Lediglich der Aufsatz von Hans-Dieter Arntz über das Verschwinden von „jüdischen Ausdrücken im Eifeler Dialekt“ enttäuscht. Unter dem vielversprechenden Titel verbirgt sich lediglich eine Auflistung der meist bösartigen Erwähnungen des Wortes „Jude“, die sich in früheren Jahren natürlich auch im mundartlichen Wortschatz fanden. Diese allerdings als „jüdisch“ zu bezeichnen, führt in die Irre, denn mit der Kultur des Judentums haben die aufgeführten Beschimpfungen und Beleidigungen nichts zu tun. Und dass diese nach der Vertreibung und Vernichtung der Eifeler Juden kaum noch im täglichen Sprachgebrauch zu finden sind, dürfte auch wenig überraschend sein.

Das „Eifel-Jahrbuch 2013“ umfasst 256 Seiten, broschiert, und ist zum Preis von 14,50 Euro erhältlich beim örtlichen Buchhandel, den Touristen-Informationen, beim Eifelverein ☎ 0 24 21/1 31 21, den Ortsgruppen des Eifelvereins oder über das
Internet.

AUTOR
Stephan Everling
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