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Rückblick 2012: 90 Stunden im Tunnel

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Die Polizei räumt den von Klimaaktivisten besetzten Hambacher Forst mit mehreren Hundertschaften. Foto: Beissel
Mehrere Hundertschaften waren damit beschäftigt den Hambacher Forst zu räumen. Dabei zeigte sich ein Aktivist besonders widerspenstig. Ein Boxer wurde auf offener Straße mit mehreren Schüssen getötet und auf der A 57 kam es zu einem Massenunfall.  Von
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Kerpen-Manheim

Den Einsatz am Dienstag in der 46. Kalenderwoche plant die Polizei von langer Hand. Seit mehreren Monaten duldet RWE Power in einem Wald am Hambacher Forst nahe Kerpen-Manheim zahlreiche Klimaaktivisten. Sie werden auch von örtlichen Bürgerinitiativen unterstützt und protestieren gegen die Kohleverstromung und gegen die Erweiterung des Tagebaus Hambach. Die meist jungen Leute veranstalten mehrere Theater- und Musikvorstellungen im Wald. Die Bagger rücken näher, aber die Hoffnung, dass die Besetzer das Gelände freiwillig verlassen, erfüllt sich nicht.

Nicht Maskiert
Boxer getötet
Plantage im Haus
Hells Angels
Toter im Müll
Massenkarambolage
Mit diesem Bild  wurde nach dem Räuber gesucht.
Foto: Polizei

Brühl. Trotz eines guten Fotos aus der Überwachungskamera sucht die Polizei zunächst einen Tankstellenräuber aus Brühl vergeblich. Er hat zuvor knapp 600 Euro erbeutet. Monate später stellt sich der Brühler auf einer Polizeiwache in Portugal. Nach seiner Auslieferung nach Deutschland wartet er bis Dezember auf seinen Prozess. Das Landgericht Köln verurteilt ihn zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung, nachdem er bereits sechs Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte. (be)

Hier können Sie den ganzen Artikel lesen.

Foto: Frank Kreidler

Frechen. Mit mehreren Schüssen wird im Dezember der Frechener Stefan Raaff vor der Wohnung seiner Freundin in Königsdorf erschossen. Der Profi-Boxer, der als Trainer in einer Boxschule und als Türsteher arbeitet, erkämpfte sich 2007 den Weltmeisterschaftstitel des Global Boxing Council-Verbandes in der Cruiser-Gewichtsklasse. Über die Hintergründe der Tat wird viel spekuliert. Die Mordkommission ermittelt und nimmt einen 46 Jahre alten Kerpener als Tatverdächtigen fest. (be)

Hier können Sie alles zum Fall Raaff lesen.

Foto: POLIZEI POLIZEI

Kerpen. Auf eine Cannabisplantage in einem Einfamilienhaus stößt die Polizei Ende September. Das Haus soll vermietet werden. Als der Makler Interessenten das Objekt zeigen will, stößt er auf Widerstand. Ein Mann versucht, den Makler und Kunden zu vertreiben. Als die alarmierte Polizei eintrifft, staunen auch die Beamten nicht schlecht. Vom Keller über das Wohnzimmer bis ins Schlafzimmer steht das ganze Haus voll mit Cannabispflanzen. Die Polizei nimmt einen Tatverdächtigen fest. (be)

Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Foto: Beissel

Frechen. Am 3. Mai rollen zahlreiche Polizeifahrzeuge auf das Gelände der Motorradclubs Hells Angels MC Cologne in Frechen-Buschbell zu. Der Einsatzleiter hält einen Beschluss des Landesinnenministers Ralf Jäger in den Händen, der den Motorradclub auflöst und verbietet. Grund sind Streitigkeiten zwischen den Rockerclubs Hells Angels und Bandidos. Damit nichts mehr an den Verein erinnert, schrauben Polizeibeamte das Logo ab. Ein Anstreicher übermalt die Embleme des Vereinsheims. (be)

Hier kommen Sie zur ausführlichen Berichterstattung.

Foto:  Beissel

Erftstadt/Kall. Auf der Mülldeponie in Erftstadt findet im Januar ein Arbeiter einen Toten. Der Leichenfund beschäftigt wochenlang die Mordkommission. Ermittlungen führen zu einem Autohändler aus Kall in der Eifel. Er hatte den Mann in der Werkstatt mit zwei Schüssen aus einem Schrotgewehr getötet. Grund waren dubiose Geldgeschäfte zwischen dem Händler und dem Opfer. Das Landgericht Aachen verurteilt den Autohändler zu einer lebenslangen Haftstrafe. (be)


Alles über die Hintergrunde und die Verhandlung.

Foto: Beissel

Dormagen. In der Nacht zum 14. Februar zünden unbekannte Täter zahlreiche Kunststoffrohre an, die unter einer Autobahnbrücke der A 57 bei Dormagen lagern. Schwarze Rauchwolken ziehen auf die Fahrbahnen und sind schließlich die Ursache für eine Massenkarambolage. Insgesamt prallen 21 Autos und Lastwagen zusammen. Ein Mann aus Jüchen stirbt noch an der Unfallstelle, 13 weitere Menschen müssen mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden. Die Polizei gründet eine Sonderkommission, die die Spuren auswertet und mit Plakaten nach den Tätern suchen. Zunächst ist von einer Gruppe Jugendlicher als möglichen Brandstiftern die Rede. Doch alle Spuren verlaufen im Sand.

Die stark frequentierte Autobahn 57 muss nach dem Brand bei Dormagen für acht Wochen komplett gesperrt werden, was zeitweise, besonders im Berufsverkehr, zu einem Verkehrschaos auf den angrenzenden Land- und Bundesstraßen führt. Unmittelbar nach dem Brand wird mit den Abbrucharbeiten begonnen und eine Behelfsbrücke konstruiert, die ab Ostern in Betrieb ist und voraussichtlich bis zum sechsspurigen Ausbau erhalten bleiben soll. (be)

Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel.

Am Anfang läuft alles nach Plan. Denn die Polizei hat sich zuvor einen Überblick über die Größe des Camps verschafft. Dabei hat sie allerdings einen kleinen Schacht übersehen. Die Aktivisten haben die Zeit seit Mai genutzt, um einen Tunnel zu graben. Er führt zunächst sechs Meter in die Tiefe und ist verwinkelt. Als die Beamten mit schwerem Gerät anrücken, um Baumhäuser zu räumen, warnen die Aktivisten: In dem Tunnel halte sich ein Waldbesetzer versteckt.

Jonas Zimmermann, der bereits vier Eintragungen im Polizeiregister hat, hat Lebensmittel und Sauerstoffflaschen bei sich, die es ihm ermöglichen, mehrere Tage unter der Erde zu überleben. Die Räumung wird – so formuliert es die Polizei – zu einer Rettungsaktion. Spezialisten der Grubenwehr aus Herne rücken an. Sie haben Erfahrung mit der Rettung von Menschen unter Tage.

Ihnen gelingt es, in die Nähe von Zimmermann zu kommen. Die Männer verhandeln mit dem Aktivisten in dem Tunnel, um ihn zu bewegen, den Tunnel zu verlassen. Doch der Mann flüchtet in einen Nebengang. Die Einsatzleitung will das Leben der Retter nicht aufs Spiel setzen und zieht sie zunächst ab.

In der Nacht zum 18. November nähert sich die Grubenwehr erneut dem Aktivisten. In einem günstigen Moment, so heißt es, gelingt es den Männern, den 27-Jährigen festzuhalten. Das Katz-und-Maus-Spiel findet nach knapp 90 Stunden ein Ende. Drei Tage später schlagen die Aktivisten ihr neues Camp auf – auf einer Wiese nahe der Autobahn  4. Diese gehört einem Unterstützer der Besetzer. Der Kreis Düren hat nun verfügt, dass die Aufbauten verschwinden müssen

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