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Statistik: Polizei beklagt Aggression

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Autodiebe fuhren im April 2012 eine Polizistin bei ihrer Flucht vom Tatort an.  Foto: Ralf Rohrmoser von Glasow
Das Spektrum der Polizeieinsätze im Rhein-Sieg-Kreis ist riesig. Das zeigte die Statistik, die die Kreispolizei nun auf einer Pressekonferenz vorstellte. Immer wieder kommt es bei den Einsätzen zu Angriffen auf die Beamten.  Von
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Rhein-Sieg-Kreis

Polizei beklagt zunehmende Aggression einsatzbericht Häusliche Gewalt, Raub und Diebstahl sind häufige Delikte – Hubschrauber bringt Kind zurückVon Ralf Rohrmoser-von Glasow
Rhein-Sieg-Kreis. Alle zehn Minuten, zumindest im statistischen Durchschnitt, müssen die rund 210 Polizisten der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz (GE) ausrücken, insgesamt 52 000 Mal im Jahr. Sie sind die Ersten, die bei Unfällen, Straftaten, Ruhestörungen oder bei Hilfeersuchen Kontakt mit den Bürgern haben. „Sie prägen das Gesicht der Polizei“, sagte Landrat Frithjof Kühn bei der Vorstellung der Zahlen für das vergangene Jahr. Noch einmal 20 weitere gehören zum Bereich von Polizeidirektor Hans-Georg Polenz, sie besetzen 24 Stunden rund um die Uhr die Leitstelle, bei der die Notrufnummer 110 aufläuft – die „älteste Hotline der Welt“, so Leitender Polizeidirektor Günter Brodeßer.

Die Kreispolizei in Siegburg ist wohl die einzige landesweit, die diese Statistik öffentlich vorstellt. Brodeßer glaubt aber, dass seine Kollegen in Nordrhein-Westfalen bald nachziehen werden. In 2012 waren es etwa 1000 Einsätze weniger als im Jahr zuvor. Dazu kamen aber 1700 zur Unterstützung benachbarter Behörden. Unfälle und Kriminalität rausgerechnet gab es fast 20 000 weitere Anlässe für Polizisten, zu einem Ereignis zu fahren. Kontrollen, Schulwegsicherung, Fundsachen, Ermittlungen – das Spektrum ist riesig. Und die Mitarbeiter der Direktion GE müssen das komplette Spektrum polizeilicher Taktiken beherrschen. Sie treffen auf Bürger, die emotional belastet sind, bei Unfällen wie Straftaten. Sie müssen Situationen deeskalieren, bei Ehestreitigkeiten etwa oder bei Ruhestörungen, wenn junge Menschen zu laut feiern. Mit 2623 Fällen sind solche Lärmereignisse der zweithäufigste Anlass überhaupt, im Sommer natürlich weit mehr als im Winter.


Dabei geschieht es immer wieder, dass Polizisten angegangen und verletzt werden. 73 Mal ist das im vergangenen Jahr passiert, gut 30 Beamte erlitten Verletzungen, 25 so schwere, dass sie dienstunfähig geschrieben werden mussten. Sie erlitten Hautabschürfungen und Platzwunden, einer wurde gebissen, eine sogar angefahren, als sie Autodiebe stellen wollte. Insgesamt allerdings ist die Zahl der Übergriffe zurückgegangen, 2011 waren es noch 82, im Jahr 2009 gar 100. Es ist fraglich, ob der Einsatz-Mehrzweckstock, ein Teleskopstock, oder das Pfefferspray als Verteidigungsinstrumente da Wirkung gezeigt haben. Denn Polenz’ Kollegen berichten von zunehmender Aggressivität.


Erfreuliche Nachrichten gibt es indes vom polizeilichen Handeln wegen Streitigkeiten in Lebensgemeinschaften, die so genannte häusliche Gewalt. Ihre Zahl sank von 491 auf 438, die Zahl der ausgesprochenen Rückkehrverbote von 250 auf 229.
Zu GE gehören auch die 37 Bezirksbeamten als „Wachtmeister vor Ort“. Außerdem zeigen die Mitarbeiter dieser Direktion Präsenz in den 22 definierten Angsträumen, mit 16 578 Stunden. Zwei sind weggefallen (Disko Viva und Schubertstraße, beides Hennef), einer dazu gekommen (Forum Wahlscheid). Doch es gab auch nette Erlebnisse: Das zwei Jahre alte Kind etwa, das vermisst wurde und eine große Suchaktion auslöste. Ein Hubschrauber entdeckte es vier Kilometer entfernt von zu Hause. Der Pilot packte es ein und brachte es zurück. Oder der Einsatz wegen Überfall mit Schusswaffen in Siegburg – es waren Dreharbeiten zu einer TV-Serie.

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