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Steigende Gästezahlen: Niederländer stürmen die Eifel

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Hochbetrieb herrscht aktuell in der Tourist-Info, wie hier im Nationalparktor in Schleiden-Gemünd.  Foto: Franz-Albert Heinen
Eine jüngst veröffentlichte Statistik bescheinigt dem Eifeltourismus beachtliche Steigerungsraten. Vor allem Gäste aus dem Ausland treiben die Übernachtungszahlen in die Höhe. Doch unter den Kommunen gibt es aber auch Verlierer.  Von
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Kreis Euskirchen

Es sind offensichtlich insbesondere Touristen aus dem nahen Ausland, die den Aufschwung bei Gästezahlen und Übernachtungen in der Eifel bringen. Wie sonst soll man die Zahlen deuten, die die IT NRW, früher als Landesamt für Statistik bekannt, diese Woche verbreitete?

Bei den Übernachtungsmeldungen der Betriebe mit mehr als neun Betten für das erste Halbjahr 2013 stechen drei Kommunen mit überraschenden Steigerungsraten heraus: Bei den Übernachtungen ausländischer Gäste legte Blankenheim um 48 Prozent zu, Hellenthal um 46,9 und die Stadt Schleiden um 42,2.

Die aus dem Ausland angereisten Gäste kommen jedenfalls dieses Jahr nicht nur in weitaus größerer Zahl als in den Vorjahren, sondern sie bleiben auch länger. Während alle Übernachtungsgäste kreisweit durchschnittlich 2,7 Urlaubstage hier verbringen, bleiben die Gäste aus dem Ausland durchschnittlich 3,4 Tage. Das lässt sich womöglich mit der etwas weiteren Anfahrt begründen.

Aber es gibt gemäß dieser Statistik auch Verlierer, Städte, in denen weniger Touristen aus dem Ausland gezählt werden. Auffällig ist das insbesondere für Kall, wo ein Rückgang von 64,5 Prozent bei den Hotelübernachtungen ausländischer Besucher ermittelt wurde, sowie für Mechernich, wo die Besucherzahl glatt halbiert wird (minus 50,3 Prozent).

Blankenheim der große Gewinner

Dahlem ist mit minus 23,4 Prozent ebenfalls zurückgefallen. Auch die Kreisstadt Euskirchen verzeichnet bei den ausländischen Besuchern einen Einbruch um 18,2 Prozent.

Die Veränderungen bei den Hotel-Übernachtungen korrespondieren mit den statistischen Angaben zu den ankommenden ausländischen Gästen.

Die großen Sprünge nach oben machten da Blankenheim (plus 27 Prozent), Hellenthal (plus 51,3 Prozent) und Schleiden (plus 63,8 Prozent). Mehr als jeder vierte Gast in der Nationalparkstadt kommt heute aus dem Ausland.

Gesamtzahl leicht rückläufig

Betrachtet man das gesamte Kreisgebiet, so zeigt sich jedoch, dass die Gesamtzahl der ankommenden Touristen (28 681 Personen) leicht rückläufig war: Minus 3,2 Prozent.

Da retteten auch die ausländischen Besucher mit einem Plus von 2,6 Prozent die Bilanz nicht mehr. Mit insgesamt 78 415 Übernachtungen kreisweit waren 1,8 Prozent weniger Hotelübernachtungen gefragt als zuvor. Bei den ausländischen Besuchern reduzierte sich diese Zahl lediglich um 0,6 Prozent.

Der Anteil der niederländischen Urlauber in der Eifel hat erheblich zugenommen, wie die Kennzeichen dieser Autos in Gemünd zeigen.  Foto: Franz-Albert Heinen

Die Angaben der Statistik spiegeln sich in etwa in den persönlichen Eindrücken, die die Mitarbeiter der Tourist-Infos in den Kommunen gewonnen haben. „Tür auf, Tür zu“ sagt beispielsweise Jeanette Bünger aus Bad Münstereifel: „Wir haben im Moment viele Besucher und viel zu tun.“

Insbesondere seien ihr die vielen Niederländer aufgefallen. Bei gutem Wetter sei die Stadt voller Leute, viele suchten dann auch kurzfristig eine Unterkunft. In der Kurstadt besteht aktuell jedoch das Problem, dass die vielen Baustellen vorübergehend doch den Tourismus beeinträchtigen.

Viele Tagesausflügler

Gabi Schumacher von der Stadt Mechernich sagte, dass es gefühlt wie im vergangenen Jahr sei: Es seien viele Besucher unterwegs, aber im Wesentlichen Tagesausflügler, die zu den großen Besucherzielen wie dem Rheinischen Freilichtmuseum des LVR strömten.

Für ihre Kollegin Anja Schmitz aus Hellenthal hat der Besucherzustrom deutlich zugenommen, insbesondere bei den Holländern: „Da gibt es locker mal ein Plus von 50 Prozent.“ Im Gemeindegebiet gebe es inzwischen eine ganze Reihe von Übernachtungsbetrieben, die von Niederländern geführt würden, sowie Zweitwohnungsbesitzer aus dem Nachbarland. Aber auch das überregional bekannte Wildfreigehege Hellenthal beschere der Grenzgemeinde wieder große Besucherscharen.

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Dahlem mit seinen Ferienangeboten am Kronenburger See ist dem Verkehrsverein Obere Kyll angeschlossen. Die Region ist fest in holländischer Hand, wie die Mitarbeiterin der Stadtkyller Tourist-Info, Georgette Wiesen, berichtet. Sie führt das auf die Ferienparks zurück, die traditionell bei den Holländern sehr beliebt seien. Vom Nachbarland aus betrachtet seien die Angebote an der Kyll schnell erreichbar.

Patrick Schmidder von der Nordeifel Tourismus GmbH (NET) vermutet ebenfalls, dass der neue Ferienpark bei Heimbach viele Niederländer anlockt. Und die Wirtschaftskrise richte den Blick der Nachbarn mal wieder auf die nahen Ferienziele.

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