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Steine: Auf Schatzsuche am Rheinufer

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Zahlreiche außergewöhnliche Steine sind am Rheinufer zu finden. Foto: Privat
Kiesel, die ans Rheinufer gespült werden, geben Auskunft über ihre Herkunft und den Weg, den sie bis zu den Stränden zurückgelegt haben. Städte wie Bonn oder Niederkassel stehen auf mächtigen Kiesablagerungen.  Von
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Rhein-Sieg-Kreis/Bonn

Wir in der Region sind steinreich. Ein Spaziergang am Rheinufer in Mondorf, in Niederdollendorf oder an der Sieg liefert den Beweis: Rund, spitz, glatt oder kantig, mit Löchern oder eingeschlossenen Fossilien – hier liegen Steine so weit das Auge reicht.

Doch die Kiesel, die vom Fluss ans Ufer gespült werden, sind mehr sind als Wurfgeschosse, die man so herrlich über das Wasser flitschen lassen kann. Sie geben Auskunft über ihre Herkunft und den Weg, den sie bis zu unseren Stränden zurückgelegt haben. Über die Geschichte unserer Region und deren geologische Besonderheiten. Der Stein ist sozusagen ein Botschafter, der Informationen zu geologischen Prozessen, zur Eiszeit oder zu globalen Klimaänderungen in sich birgt. Die Gesteinsbruchstücke, die von Bächen und Flüssen oder sogar in der Meeresbrandung reisen, werden im Laufe der Jahre abgerundet, bis schließlich ein Kieselstein entstanden ist.

Gerade in unserer Region findet man viele davon. Städte wie Köln, Bonn oder Niederkassel stehen auf mächtigen Kiesablagerungen, die der Rhein in den letzten Eiszeiten abgelagert hat. Ein Spaziergang, insbesondere bei Niedrigwasser, zeigt Kieselstein-Schätze aus dem Siebengebirge, aus dem Nahegebiet, auch aus dem Odenwald, dem Schwarzwald und sogar aus den Alpen. Einige von ihnen sind über 300 Millionen Jahre alt.

Was Steine uns über ihre Herkunft und unseren Lebensraum zu erzählen haben, ist jetzt sogar in einer Ausstellung zu sehen. Unter dem Titel hat „Mein Freund der Kieselstein – Botschafter aus Jahrmillionen“ hat Renate Schumacher, Leiterin des Mineralogische Museum der Universität Bonn gemeinsam mit dem Münchner Museum „Reich der Kristalle“ eine Sonderausstellung ins Leben gerufen. Von der Geologie über den Schmuck bis zur Ökonomie wird die Geschichte des Steins dokumentiert, seltene Objekten aus dem Rhein runden die Schau ab. Pro Jahr werden etwa vier Millionen Tonnen fester Stoffe vom Quellgebiet des Rheins in den Alpen die 1320 Kilometer bis zum holländischen Mündungsdelta der Nordsee transportiert.

Nur die widerstandsfähigsten, harten silikatischen Gesteine wie Granite, Quarze oder Kieselschiefer überstehen diese lange Reise. Die rund 25 Millionen Jahre alten vulkanischen Gesteine des Siebengebirges haben bis Niederkassel oder Niederdollendorf nur einen kurzen Weg rheinabwärts zurück gelegt und sind deswegen noch kantig. Bereits abgerundet sind hingegen die Bimsgerölle aus der Eifel. Für den Kölner Geologen Sven von Loga sind diese Steine wahre Schätze, die er auf Exkursionen immer wieder neu entdeckt. „Mit großer Wahrscheinlichkeit kann ich sagen, woher der Stein kommt, den ich am Rheinufer finde“, erklärt er im Gespräch mit dem „Rhein-Sieg-Anzeiger“.

Schwarz und sehr glatt ist zum Beispiel der Kieselschiefer, der ursprünglich aus der Tiefsee stammt. Bimsstein hat seinen Ursprung im Laacher See, Basalt im Siebengebirge. Zu den ältesten Gesteinen, die man am Rheinufer finden kann, zählen die etwa 330 Millionen Jahre alten Granite aus dem Odenwald, dem Schwarzwald oder den Vogesen. Mit Interessierten begibt sich Loga auch auf Schatzsuche am Rhein: „Die Ablagerungen sind ja überall und wir bestimmen dann, um was für einen Stein es sich handelt und wo er herkommt.“

Schatzsuche am Rhein mit Sven von Loga am 26. Januar und am 23. Februar, jeweils 11-13 Uhr. Treffpunkt: Anleger Fähre Niederdollendorf-Bad Godesberg rechtsrheinisch. Karten: 12 Euro, Kinder 8 Euro
www.grenzgang.de

„Mein Freund der Kieselstein“ des Mineralogischen Museums der Uni im Poppelsdorfer Schloss läuft bis zum 13. Oktober.

www.steinmann.uni-bonn.de/museen/mineralogisches-museum

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