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Talsperre: Blicke in die Wahnbachtalsperre

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Zum 60. Jahrestag konnten Neugierige sich einen Einblick in das Innerste der Wahnbachtalsperre verschaffen. Foto: Andreas Helfer
Vor 60 Jahren wurde der Wahnbachtalsperrenverband gegründet. Eine Führung durch den Staudamm der Wahnbachtalsperre stand nun auf dem Programm. Der Bau der Trinkwassersperre begann 1955.  Von
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Rhein-Sieg-Kreis

„Dat Wasser vum Wahnbach is joot.“ Viel braucht es nicht, um den berühmten Text der Bläck Fööss rhein-sieg-tauglich umzudichten, nur geht dabei wohl die Ironie flöten. Können doch die Bürger auf ein Nass zurückgreifen, das nicht nur ein schmackhafter „Kranenburger“ ist, sondern auch besonders weich, so dass es Leitungen und Waschmaschinen schont.

Vor 60 Jahren wurde der Wahnbachtalsperren verband (WTV) gegründet, und das ist in diesem Jahr Grund zu feiern – unter anderem mit einer Führung durch den Staudamm, dessen Bau zwei Jahre später begonnen hatte.
Ein mulmiges Gefühl stellt sich bei dem Spaziergang schon ein, wenn man weiß, dass rund 40 Millionen Kubikmeter Wasser gegen das Bauwerk drücken. „Im Moment ist sie zu 80 Prozent gefüllt“, erläuterte Betriebsleiter Oluf Hoyer, der zusammen mit 30 Mitarbeitern am Sonntag durch das imposante Bauwerk führte.

Der lange Gang hat mit seinen 280 Treppenstufen eine wichtige Funktion: Dank langer Bohrungen und Messstellen lässt sich auf dem Weg nach unten kontrollieren, ob es irgendwo im Damm eine undichte Stelle gibt.
Ein WTV-Mitarbeiter erläuterte, dass die Staumauer durchaus den Bauwerken ähnele, die auch Kinder gerne bauen, um das Wasser eines Baches zu stauen. Seit August 1955 hatten Lastwagen aus dem eineinhalb Kilometer entfernten Münchenberg-Steinbruch eine Million Kubikmeter Steinschüttung herangefahren. Elf Monate brauchten sie dafür.

380 Meter misst die Krone des Damms in der Länge. 80 Prozent des Wassers stammen aus dem Wahnbach, das restliche Fünftel aus Seitenzuflüssen. Einmal seien nur 16 Millionen Kubikmeter im ganzen Jahr zugeflossen, die Höchstmenge habe bei 56 Millionen gelegen, so Hoyer. „Dasind erhebliche Spannen drin.“ 800 000 Menschen versorgt der WTV.

Viele große und kleine Besucher gingen der Talsperre im Wortsinne auf den Grund. Sie landeten nach dem Abstieg mitten im Wasser, in einem sogenannten „Entnahmegebäude“, das etwa 40 Meter von der Mauer entfernt auf dem Boden des Reservoirs steht und dem Tower eines Flughafens ähnelt. Derzeit wird es saniert: Bereits im vergangenen Herbst nahmen sich Froschmänner, die von einer schwimmenden Plattform aus arbeiteten, alte verrostete Verschlüsse vor, die durch neue Stahlklappen ersetzt werden. 2,5 Millionen Euro werden hier verbaut. Im Oktober müssen die Spezialisten für Unterwasserarbeit noch einmal ran.

Aus dem Entnahmegebäude führte der Weg über mehr als 200 Meter unter dem Damm entlang zurück auf die andere Seite. Hier war auch das mächtige Pumpwerk geöffnet, das die Wassermassen wieder bergauf fördert, nach Siegelsknippen, wo in der Aufbereitungsanlage Trinkwasserqualität erreicht wird. Reines Talsperrenwasser kommt indes nicht beim Verbraucher an. Hoyer zufolge wird in nahe gelegenen Kommunen etwa ein Viertel Grundwasser zugemischt, eine Anteil, der Richtung Bonn noch zunimmt. Grundwasserwerke liegen in Hennef und Sankt Augustin-Meindorf. Auch unterhalb des Staudamms wird Grundwasser gefördert, dass mittels einer aufwendigen Technik von Kohlensäure befreit wird.

Hoyer, der von Berufs wegen nicht nur Trinkwasser-, sondern auch Niederschlagsexperte ist, hatte an dem regnerischen Tag auch Trost für seine Gäste in petto: „Ich tippe immer noch auf einen sehr warmen und trockenen Sommer.“ Durchgehend verregnete Sommer seien in Deutschland „relativ selten“.

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