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Telefonzellen: Relikte der Zeit ohne Handys

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Öffentliche Telefonzellen werden immer seltener. Fest installierte Telefone wie dieses, wird es jedoch auch künftig noch geben.  Foto: Roland U. Neumann
Die Telekom will in Bergisch Gladbach zwölf der verbliebenen Telefonzellen abbauen. Für die Firma lohnen sich die Telefonhäuschen nicht mehr, weil die festinstallierten Telefone kaum noch genutzt werden.  Von 
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Rhein-Berg

Als der Ostwind in den vergangenen Tagen besonders schneidend war, hat man sie doch ein bisschen vermisst. Als schützenden Unterstand, weniger zum telefonieren. Denn irgendwie sind Telefonzellen aus der Mode gekommen. Wo steht eigentlich noch eine dieser gelben oder grauen Boxen, die vor einigen Jahren zum typischen Straßenbild im Bergischen Land gehörten? Die Telekom hat sie massenhaft abgebaut, weil sie sich nicht mehr rentiert haben. Kaum noch ein Mensch läuft heutzutage ohne Handy herum.

Werden Telefonzellen noch gebraucht?

Ganz ohne die Zustimmung der örtlichen Behörden dürfen die Häuschen allerdings nicht verschwinden. Wenn die Telekom nachweisen kann, dass der Jahresumsatz einer Zelle unter 50 Euro liegt, gilt sie als „extrem unwirtschaftlich“ – und kann in der Regel abgebaut werden. Als Kompromiss bieten sich noch die so genannten Basistelefone an. Das sind schmucklose Stelen am Straßenrand oder auf öffentlichen Plätzen, die kein Dach haben und an denen das Telefonieren nur mit Kreditkarte oder dem Zahlencode einer Calling Card möglich ist.

Vorteil dieser Stelen: Sie kosten nur 500 Euro, während ein Telefonhäuschen mit 7500 Euro zu Buche schlägt. Außerdem kann am Basistelefon der Vandalismus – mangels Masse – nicht so heftig zuschlagen. Mutwillige Zerstörungen waren schon immer ein Problem bei den geschlossenen Telefonhäuschen.

Fast aus dem Stadtbild verschwunden sind die geschlossenen Telefonhäuschen der Telekom.
Fast aus dem Stadtbild verschwunden sind die geschlossenen Telefonhäuschen der Telekom.
Foto: Roland U. Neumann

Wie viele Zellen es in Rhein-Berg noch gibt, behält die Telekom für sich. „Regionalisierte oder auf einzelne Kommunen zugeschnittene Zahlen veröffentlichen wir nicht“, heißt es in der Pressestelle. Bundesweit gebe es noch rund 50000 Telefonzellen des Bonner Konzerns. Meist stehen sie an Standorten mit hoher Nutzung, also in Bahnhöfen oder Flughäfen. Vor einigen Jahren waren es noch dreimal so viele.

Der Stadt Bergisch Gladbach liegt zurzeit ein Antrag der Telekom vor, zwölf Telefonzellen abbauen zu dürfen. Derzeit betreibt der Bonner Anbieter noch 80 öffentliche Fernsprecheinrichtungen in der Stadt.
„Ein regelrechtes Veto-Recht haben wir nicht“, sagt Stadt-Pressesprecher Stefan Kunze. Aber man lege schon Protest ein, wenn es Gründe gebe, eine bestimmte Telefonzelle weiterzubetreiben. Kunze: „Wir hatten da noch nie Probleme mit der Telekom. Mit denen kann man gut reden.“

Übrigens: Obwohl die Telefonzellen aus der Mode kommen, bieten sie zum Teil noch einen unschlagbaren Service. An bestimmten Standorten, wie zum Beispiel vor dem Gebäude der Agentur für Arbeit an der Bensberger Straße, kann man noch mit D-Mark bezahlen. Wer also noch Restbestände hat, sollte sich sputen.

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