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Pfarrkirche: Clemensglocke muss zur Reparatur

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Küster Wolfgang Marx (re.), hier mit Pfarrer Hans Doncks, zeigt, wo der Riss aufgetreten ist.  Foto: Beate Weiler-Pranter
Die über 200 Jahre alte Clemensglocke der Heimbacher Pfarrkirche ist defekt. Küster Wolfgang Marx war der dumpfe Klang der Glocke aufgefallen. Spezialisten der Eifeler Glockengießerei entdeckten einen Riss in dem Koloss.  Von
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Heimbach

Die Heimbacher wissen immer ganz genau, „was die Stunde geschlagen hat“: Im Viertelstundentakt wird mit dem sonoren Dreiklang der Glocken Salvator und Mater Dolorosa sowie der historischen Clemensglocke die aktuelle Tageszeit verkündet. „Früher hatte kaum jemand eine eigene Uhr“, erklärt Küster Wolfgang Marx den jahrhundertealten Brauch.

Am Zusammenspiel der Glocken könnten die Menschen – auch im Internetzeitalter – die jeweilige Uhrzeit heraushören: „Wir sind eine der wenigen Gemeinden, die diese alte Tradition noch aufrechterhält“, weiß der „Glöckner von Heimbach“, wie er sich selbst schmunzelnd bezeichnet. Doch kurz vor Weihnachten war Wolfgang Marx der dumpfe Klang der ältesten, dem Namenspatron der Heimbacher Clemenskirche geweihten Glocke aufgefallen. „Nach all den Jahren kenne ich meine Glocken“, erzählt er nicht ohne Stolz.

Und sein feines Gehör sollte ihm recht geben: Spezialisten der Eifeler Glockengießerei in Brockscheid stellten bei dem 900 Kilogramm schweren Koloss aus dem Jahr 1790 einen innenliegenden Riss fest, der von außen nicht zu sehen war. „Die Glocke darf weder geläutet noch angeschlagen werden, da ansonsten eine weitere Schädigung möglich ist“, entschied Glockenmeisterin Mark-Maas.

Da die drei Glocken viertelstündlich von einem automatischen Schlagwerk angesteuert werden, konnte aber nicht einfach der Stecker gezogen werden. „Dann wären auch die beiden anderen verstummt“, so Marx. Um weiteren Schaden von der denkmalwerten Glocke abzuhalten, musste deshalb der Schlaghammer am freitragenden Glockenstuhl fixiert werden. Ein zusätzlicher Puffer schützt die defekte Glocke vor weiteren Erschütterungen.

Heimbach Glocken
Im Jahr 1942 sollten sie eingeschmolzen werden, doch 1948 kamen die drei Glocken nach Heimbach zurück.
Foto: Geschichtsverein Stadt Heimbach

In der Theorie einfach

„Unsere kostbare, alte Glocke soll so bald wie möglich in einer süddeutschen Glockenschweißerei repariert werden“, sagt Pfarrer Hans Doncks. Doch was sich in der Theorie einfach anhört, stellt die kleine Gemeinde nicht nur vor finanzielle Probleme. Um die mächtige Glocke mit einem Durchmesser von 1,15 Metern abtransportieren zu können, muss sie zunächst aus luftiger Höhe geborgen werden. „Dafür ist es nötig, das Firstgemäuer unseres historischen Glockenturms in Höhe der Bogenfenster großflächig zu öffnen“, gibt Pfarrer Doncks zu bedenken. Sobald wie möglich will er deshalb Gespräche mit Architekten und Fachfirmen führen.

Gemeinsam soll geklärt werden, ob es möglich ist, die große Glocke von der Hengebachstraße aus mit einem hydraulischen Kranarm zu bergen, oder ob sie – ganz traditionell – mit einem Flaschenzug abgeseilt werden muss. Der Einsatz sollte möglichst von der westlichen Turmseite aus erfolgen, denn dann müsse nur eine weitere Glocke abmontiert werden, um an die über 200 Jahre alte Clemensglocke zu gelangen.

„Wenn es aber nur über die südlichen Turmfenster möglich sein sollte, muss der gesamte Glockenstuhl mit allen Glocken abgebaut werden“, sagt Wolfgang Marx. Für mindestens ein halbes Jahr gäbe es dann kein Glockenläuten in Heimbach mehr. „Es sei denn, die im Dachstuhl stehenden statt hängenden Glocken würden wieder per Hand angeschlagen. Wie damals in den 1970er Jahren, als der hölzerne Glockenstuhl gegen eine freistehende Stahlkonstruktion ausgetauscht wurde.“

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