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Pumpspeicherkraftwerk am Rursee: Kontrahenten ins selbe Boot geholt

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Bei einer Informationsveranstaltung zum geplanten Pumpspeicherkraftwerk am Rursee saßen alle Interessengrupen vereint in einem Boot. Foto: Gudrun Klinkhammer
Gegner und Befürworter des am Rursee geplanten Pumpspeicherkraftwerkes haben sich auf Einladung der Arbeitsgruppe „Energie“ der UWV auf dem Rursee-Schiff „Stella Maris“ getroffen. Die Fronten blieben dabei verhärtet.  Von
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Schwammenauel

Vielen Personen fällt die Entscheidungsfindung schwer, ob am Rursee ein Pumpspeicherkraftwerk (PSW) gebaut werden soll oder nicht. Am Donnerstagnachmittag hatte die Arbeitsgruppe „Energie“ der UWV im Kreistag Euskirchen auf das Rursee-Schiff „Stella Maris“ zu einer Infoveranstaltung eingeladen.

Mit an Bord waren Vertreter der Interessengemeinschaft (IG) „Pro PSW“ und Angehörige der Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Rursee“.

80 Hektar Fläche

Hinzu kamen Dr. Christoph Schöpfer, Projektentwickler der planenden Firma Trianel und Rüdiger Bornhold, UWV-Mitglied im Regionalrat. Der Regionalrat hatte im März die Entscheidung vertagt, ob zwischen Schmidt und Strauch ein Oberbecken gebaut werden soll oder nicht. Für das Oberbecken müssten circa 80 Hektar Fläche zur Verfügung gestellt werden.

Die Entscheidung soll nun am 5. Juli 2013 in Köln gefällt werden.
Rüdiger Bornhold war einer derer, die für eine Vertagung stimmten. Er sah, wie die Mehrheit der insgesamt 40 Regionalratsmitglieder, weiteren Klärungsbedarf. Klaus Stockschläder, Fraktionsvorsitzender für Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Gemeinde Simmerath und Mitglied der IG Pro PSW, mahnte an, dass man sich erst an einem Punkt befinde, an dem es noch keine harten Fakten gebe. Ein weiteres Argument der Befürworter: „Wer die Energiewende möchte, der muss Veränderungen schaffen.“

„Die Schwimmbäder am Rurseeufer werden zu Schlammbädern“
Werner Möhrer, Mitglied der BI

Werner Möhrer, Mitglied der BI, sieht jetzt schon konkrete Probleme: „Die Schwimmbäder am Rurseeufer werden zu Schlammbädern.“ Zwei Meter kann der Seepegel binnen sechs Stunden schwanken, wenn das PSW in Betrieb geht. Zudem betrachten die Kritiker das PSW als unwirtschaftlich.

Ein weiterer Kritikpunkt: Erst, wenn der Regionalrat dem Bau eines Oberbeckens zugestimmt hat, sollen viele Fragen durch Gutachten beantwortet werden. Dann wird es aber auch immer schwieriger, dass ganze Verfahren überhaupt noch zu stoppen. Abschreckende Beispiele für schiefgelaufene Großprojekte wie etwa der Berliner Flughafen ließ Dr. Christoph Schöpfer nicht gelten. Er sagte: „Über solche Projekte berichten die Medien gerne, über geglückte Projekte nicht.“

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Die Bauzeit am Rursee von veranschlagten sechs Jahren werde auf keinen Fall überschritten, für eventuelle Schäden hafte der jeweilige Schadensverursacher. Der Tourismus werde zudem nicht, wie von vielen befürchtet, zusammenbrechen. Mit noch auszuarbeitenden Konzepten könne der Tourismus sogar angekurbelt werden. Kritiker Jörg Puppe warf den Befürwortern vor, es gehe nur um Geld und Pöstchen.

Nach der Veranstaltung schwankte Rüdiger Bornhold immer noch: „Die klare Aussage der Notwendigkeit und der Sinnhaftigkeit eines PSW habe ich leider immer noch nicht verstanden.“ Nun möchte er Infos von der Bezirksregierung in Köln erbitten.

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