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Heisterbacher Tor in Bad Münstereifel: Ein Zeitsprung ins Mittelalter

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Bernd und Jeannette Bünger sind seit Dezember 2012 stolze Mieter des Heisterbacher Tors.  Foto: Thomas Schmitz
Jeannette und Bernd Bünger haben das Heisterbacher Tor in Bad Münstereifel innerhalb von drei Jahren in ein pittoreskes Kleinod verwandelt. Bis dahin war es jedoch ein weiter Weg. Vor allem die Bürokratie machten den beiden das Leben schwer.  Von 
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Jeannette und Bernd Bünger, in Bad Münstereifel besser bekannt unter der Bezeichnung „Der Torwächter und des Torwächters Weib“, sind nicht nur Experten, was die Historie der Kurstadt angeht. Seit Kurzem können sie sich auch als Experten in Sachen Brandschutz bezeichnen.

Seit Dezember 2012 ist das Ehepaar Mieter im Heisterbacher Tor. Und das ist jetzt eine „Ausstellungsfläche für Brandmeldetechnik“, wie Bernd Bünger scherzt.

Diese überspitzte Darstellung stimmt natürlich so nicht. Zwar fallen Notausgang-Schilder und Brandmelder auf, wenn man genau hinguckt.

Aber was die Eheleute Bünger in den letzten Monaten geschaffen haben, ist einfach nur traumhaft.

Accessoires im Internet gekauft

Betritt man das Heisterbacher Tor, dann ist das wie ein Zeitsprung ins Mittelalter. Schwere Eichentische und -bänke, vermutlich aus dem Kloster in Hersel, stehen im Raum. Kandelaber sind an der Wand befestigt, ein Joch hängt an Ketten von der Wand. Ein schwerer Stuhl, eine Art Thron, steht in der Ecke, direkt daneben eine Hellebarde. In allen Ecken und Nischen wird mit kleinen Accessoires Atmosphäre erzeugt.

Die Antwort auf die Frage, wo man solche Dinge findet, reißt einen dann wieder ins Hier und Jetzt: Im Internet, also bei E-Bay und Co., haben die Büngers einen Großteil des Interieurs entdeckt. Wolfgang Kirsch vom Heimatmuseum lieh den Büngers sogar die drei Hörner des Münstereifeler Torwächters, die sie nun ebenfalls erhalten haben.

Das Heisterbacher Tor entstand im 13. oder 14. Jahrhundert. Foto: Thomas Schmitz

Am 13. Juli ab 14 Uhr wird das Heisterbacher Tor offiziell mit einem Tag des offenen Tores eröffnet. Dann hat es fast exakt drei Jahre von der Idee bis zur Eröffnung gedauert; denn am 16. Juli 2010 hatte Bernd Bünger in einer E-Mail an Bürgermeister Alexander Büttner Interesse am Stadttor bekundet.

Zuvor war dort das Fossilienmuseum untergebracht. Bünger und seine Frau, die seit 2008 Stadtführungen anbieten, wollten es als Domizil nutzen.

Verwirrende Bürokratie

Dann begann ein rund zweieinhalbjähriger Ausflug in die Wirren der Bürokratie und der Brandschutztechnik. Seit Dezember haben die Büngers das Stadttor auf Vordermann gebracht. Was das Ganze gekostet hat, das wollen sie nicht verraten. „Das ist unser Hobby. Andere leisten sich eine teure Mitgliedschaft im Golfclub, wir leisten uns ein Stadttor“, so Bünger.

Im Obergeschoss des Tores befindet sich Platz, um Speisen für die Feste herzurichten. Foto: Thomas Schmitz

Künftig wird das Heisterbacher Tor gleich auf mehrere Arten genutzt. Nach den Stadtführungen heißt es „Kehret ein bei Met, Bier und Wein“, auch die Stephinsky-Verköstigung soll im Tor stattfinden.

Einmal im Monat soll es offene Programmpunkte geben, etwa am 3. August, wenn die Ferienfreizeit einen „Nachmittag im Mittelalter“ begeht, oder am 31. August, wenn das „Münstereifeler Mauergeflüster“ mit Octavia und Heinz Zanger startet. Daraus könnte sogar eine Veranstaltungsreihe werden.

Auch für Feiern kann man das Heisterbacher Tor mieten. „Fest im Tor“ nennt Bernd Bünger dieses Standbein. Einige Bedingungen gibt es: Der Torwächter oder sein Weib müssen mitgemietet werden, auch die Getränke liefern die Büngers.

Um das Essen kümmern sich die Feiernden selbst, eine kleine Küche steht im Obergeschoss des Tors zur Verfügung. Wird nicht gegessen, beträgt die maximale Gruppengröße 30 Leute, sonst 20.

AUTOR
Thomas Schmitz, freier Mitarbeiter in der Lokalredaktion Euskirchen
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