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Verdienstkreuz: Hartnäckige Überzeugungstäterin

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Günter Rosenke überreichte Elke Andersen das Bundesverdienstkreuz am Bande und dankte auch ihrem Mann Heiko (li.), der ihr bei all ihren ehrenamtlichen Aktivitäten stets den Rücken stärkte.  Foto: Heike Nickel
Eigentlich wartete auf Elke Andersen eine Beamtenlaufbahn bei der Deutschen Post. Doch dann überlegte sie es sich anders. Seither engagiert sich die Kurstädterin für Kinder und erhielt dafür nun eine hohe Auszeichnung.  Von 
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Bürgermeister Alexander Büttner sagte es frei von der Leber weg: „Diese Frau nervt!“ Despektierlich meinte er es jedoch keineswegs. Vielmehr zielte sein für Gelächter im Sitzungssaal sorgender Ausspruch auf die Tatsache ab, dass Elke Andersen „eine Überzeugungstäterin ist, wenn es um die Belange der Kinder geht“ und dass man es mit ihr und ihrer Hartnäckigkeit nicht immer einfach habe.

Dass man ihren ehrenamtlichen Einsatz im sozialen und kulturellen Bereich durchaus wertschätzt, drückte sich nun in der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus. Den Orden durfte ihr Landrat Günter Rosenke am Donnerstag feierlich im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck ans Revers heften.

Neue Pfade beschritten

Elke Andersen lernte ursprünglich den Beruf der Postbeamtin. 1960, kurz vor der Verbeamtung auf Lebenszeit, beschloss sie, neue Pfade zu beschreiten, in denen sie mehr Kreativität und Eigenverantwortung ausleben konnte. Sie wurde Erzieherin und leitete im Laufe ihres Berufslebens mehrere Kindergärten, einen davon 25 Jahre lang. „Die Liebe zum Umgang mit Kindern in Kombination mit einer Art Sendungsbewusstsein im kulturellen Bereich waren stets die Triebfedern ihres Handelns“, resümierte Rosenke in seiner Laudatio. Ihr besonderes pädagogisches Händchen setzte Andersen nicht nur im Erzieheralltag ein, sondern auch als Autorin verschiedener Kinder- und Sachbücher.

Vor allem machte sich die mittlerweile 71-Jährige einen Namen durch das Kinderkulturprogramm des Bad Münstereifeler Ortsverbandes des Kinderschutzbundes, den sie Mitte der 1980er Jahre mitgegründet hatte.

Elke Andersen holte namhafte Theatergruppen in die Kurstadt, zeigte besondere Kinderfilme, organisierte Lesungen, Feste und Museumsbesuche, lud zu Ferienaktionen ein, bei denen die Kinder selber Trickfilme erstellen konnten, und noch vieles mehr. Elke Andersen habe entscheidenden Anteil an der Förderung des kulturellen Lebens ihrer Heimatgemeinde Bad Münstereifel, so der Landrat. Auch für Erwachsene tat sie viel. So gründete sie den Kultur- und Geschichtsverein „Zwentibolds Erben“ mit und rief die AG „kulti4t“ ins Leben. Ihre Heimatstadt Bad Münstereifel verlieh ihr angesichts dieses Engagements bereits 2007 den Ehrenamtspreis.

Nicht nur in Bad Münstereifel, auch in der pfälzischen Kleinstadt Deidesheim machte sich Elke Andersen im Laufe der Jahre um die Kinderkulturförderung verdient. Andersens Vater stammte aus dem Städtchen im Landkreis Bad Dürkheim. Dessen Stadtbürgermeister Manfred Dörr, der ebenfalls unter den Gästen im Kreishaus weilte, ließ es sich nicht nehmen, ebenfalls ein paar lobende Worte im Rahmen der feierlichen Verleihung zu sprechen.

Hoher Anteil

„Ich glaube, man kann ihre Arbeit, die sie in der Vergangenheit geleistet hat, gar nicht hoch genug bewerten, denn woher sollen Kinder die Liebe zu Kultur und Musik haben, wenn sie ihnen nicht angelernt wird?“, fragte Günter Rosenke. Gerade angesichts leerer öffentlicher Kassen und der Tatsache, dass im Bereich Kultur oftmals zu allererst der Rotstift angesetzt werde. „Wenn wir als Gesellschaft unsere Kultur über die Zeit retten wollen, dann brauchen wir Menschen wie Frau Andersen“, betonte der Landrat.

Elke Andersen, die abschließend die rund 20 Gäste im Saal vorstellte, bedankte sich insbesondere bei ihrem Mann Heiko, der ihr stets den Rücken gestärkt, aber auch mal zum rechten Zeitpunkt mit ihr geschimpft habe, wenn sie sich schlichtweg zu viel aufgehalst habe. Und sie versprach weiterzumachen, eben so lange, wie sie es gesundheitlich noch könne.

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