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Bundesliga: Entkräftete Werkself baut Serie aus

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Stefan Kießling (l.) verpasst den Ball vor VfB-Keeper Sven Ulreich.  Foto: AFP
Der schmucklose Auswärtssieg beim VfB Stuttgart hat die Spielern von Bayer Leverkusen viel Kraft gekostet. Die Angestellten der Werkself waren so entkräftet, dass sie die Rückreise ins Rheinland lieber im Mannschaftsbus statt im ICE antraten.  Von
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Leverkusen

Als ICE 592 am Samstagabend den Stuttgarter Hauptbahnhof verließ, war Wagen 25 leer. In diesem Abteil der Ersten Klasse hätten eigentlich die Fußball-Profis von Bayer 04 Leverkusen sitzen sollen, nebst Trainerstab und Betreuern - vom Stadion zum Bahnhof gebracht vom klubeigenen Bus. Aus irgendeinem Grund entschied sich die Mannschaft anders. Aus der Fahrt zum Zug wurde eine Direktfahrt nach Hause.

Eine schöne Erklärung für diese Aktion hätte lauten können: Erste Klasse passt nicht zum glanzlosen 1:0-Sieg beim VfB Stuttgart. Also verzichten wir als Mannschaft freiwillig darauf! Aber die wahren Gründe lagen wohl eher im Bereich der Bequemlichkeit. Denn sie waren mit ihren Kräften alle ziemlich am Ende.

"Das war natürlich ein schmutziger Sieg", sagte Bayer-04-Sportchef Rudi Völler ohne Gram, "aber wichtig waren die drei Punkte. Wir sind mit zwei Siegen in die Saison gestartet. Das ist ein tolles Polster, doch es gibt in allen Bereichen noch Luft nach oben." Insgesamt eine sehr nette Umschreibung für die fußballerisch schlechteste Leistung seit langem. Am Ende lag der VfB in allen Spielstatistiken außer einer vorne, hatte sogar das einzige Tor erzielt. Aber die Werkself nahm den Sieg ohne schlechtes Gewissen mit nach Hause. Zum ersten Mal seit zehn Jahren ist sie mit zwei Siegen in eine Spieljahr gestartet. Saisonübergreifend hat sie siebenmal hintereinander gewonnen. Das hatte es zuletzt im Jahr 2001 gegeben.

Sami Hyypiä ist seit Amtsantritt als alleiniger Chef des Trainerstabes auf diese Weise zum Herr über die Statistik geworden. Der Fußball, den seine Mannschaft spielt, kann da noch nicht mithalten. "Wir waren ja auch beim 3:1-Sieg gegen die Freiburger nicht so gut, wie uns ihr Trainer Streich gemacht hat", gab Rudi Völler zu bedenken. Hyypiä widersprach nicht: "Wir haben bei eigenem Ballbesitz nicht gut gespielt. Aber meine Mannschaft hat hart um die Punkte gekämpft."

Außerdem ist es gut, wenn man sich auch auf Spieler verlassen kann, die nicht mehr da sind. Vier Jahre lang hat Daniel Schwaab in Leverkusen versucht, sich als Rechtsverteidiger oder Manndecker einen Stammplatz zu erkämpfen. Ein Tor hat er für Bayer Leverkusen dabei nicht erzielt. Er brauchte das Trikot des VfB Stuttgart mit dem roten Brustring, bis ihm das gelang. "Das ist sauärgerlich, saubitter", sagte Schwaab, der ein gutes Spiel machte in der aus purer Not geborenen Abwehr-Dreierkette des VfB. "Wir haben das Tor erzwungen", sagte Rudi Völler über die Szene in der 42. Minute, als Sebastian Boenisch den Ball von links in die Mitte knallte und Schwaabs ausgestrecktes Bein beim Rettungsversuch den Rest erledigte.

Stuttgart nahm das Heft in die Hand

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Werksklub die Kontrolle über das Spiel längst verloren. Nach ordentlichem Beginn mit großen Chancen für Sam (Pfostenschuss/16.) und Kießling brachen die Ansätze des Leverkusener Kombinationsspiels in sich zusammen. In der zweiten Halbzeit ließen die Stuttgarter aus dem Spiel heraus keine Chance mehr zu, erspielten trotz zunehmenden Drucks allerdings selbst nur noch eine (82., Werner).

Die Enttäuschung der Stuttgarter Fans über die sich abzeichnende zweite Niederlage der Saison entlud sich in wüsten Beschimpfungen in Richtung Bernd Leno, der in der VfB-Jugend groß geworden war. Eine abfällige Handbewegung des Bayer-Torhüters als Reaktion löste nach Schlusspfiff einen mittleren Tumult aus, in dem es fast zu Handgreiflichkeiten zwischen Leno und seinen schwäbischen Ex-Kollegen gekommen wäre.

Stefan Kießling ergriff Partei für seinen Kollegen, nachdem er zur Beruhigung der Lage auf dem Platz beigetragen hatte: "Wir Spieler werden immer von 5000 Leuten beschuldigt und müssen alles schlucken." Die Aufregung hielt jedoch nicht lange, dann ging Leno in die VfB-Kabine und versöhnte sich mit den Stuttgartern. Die VfB-Fans hatten ihren Zorn unterdessen auf den VfB-Trainer Labbadia umdirigiert und riefen "Bruno raus". Dem Bayer-Tross war das egal. Er saß schon im Bus und rollte nach Hause.

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