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1:0 gegen Nürnberg: Bayer schleicht sich auf Rang zwei

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Den Sieg erkämpft: Torschütze Kießling und Mittelfeld-Motor Bender im Jubeltaumel. Foto: dpa
Die Werkself gewinnt neuerdings auch die sogenannten "Schweinespiele": Mit einem glanzlosen 1:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg hat sich Bayer 04 Leverkusen auf Rang zwei der Bundesliga-Tabelle geschlichen.  Von
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Lars Bender brachte es auf den Punkt. "Wir sind die Schleicher der Liga", konstatierte der Bayer-Profi am Samstag nach dem 1:0-Heimsieg über den 1. FC Nürnberg. Besser als mit diesem Sprachbild lässt sich die jüngste Entwicklung der Werkself bis hin zum Tabellenzweiten der Bundesliga kaum beschreiben.

Wobei das Schleichen zunächst, also zu Beginn der laufenden Saison, nur als eine extrem langsame Form der Fortbewegung zu verstehen war - gerade mal vier armselige Pünktchen standen nach den ersten vier Spielen zu Buche. Dann aber berappelten sich die Leverkusener, heimsten Zähler um Zähler ein, und aus dem Schleichen wurde die vorsichtige, aber stete Annäherung, die sich heimlich, still und leise vollzieht. Auf diese Weise hat sich Bayer 04 mittlerweile auf Rang zwei vorgeschoben, stattliche acht Punkte hinter dem FC Bayern, aber immerhin deren drei vor Dortmund, fünf vor Schalke und sechs vor Frankfurt.

Das alles geschah von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, als halbwegs ernstzunehmende Verfolger der davoneilenden Münchner wurden eher der BVB oder S 04 wahrgenommen. Damit aber scheint es nun vorbei zu sein, die Heimlichtuer aus Leverkusen sind gewissermaßen aufgeflogen. So wies Dortmunds Trainer Jürgen Klopp darauf hin: "Wer immer noch vom Zweikampf der Bayern mit uns redet, der sollte nicht vergessen, dass dazwischen noch eine Mannschaft steht." Und der Kollege Jupp Heynckes tat kund: "Wir registrieren sehr genau, was da in Leverkusen passiert."

Was die Konkurrenz zunehmend beunruhigt: Neuerdings gewinnt die Werkself auch die von ihrem Cheftrainer Sascha Lewandowski sogenannten "Schweinespiele". Der Bayer-Coach meint damit jene zähen Auseinandersetzungen mit unangenehmen, weil taktisch äußerst diszipliniert auftretenden Gegnern wie dem 1. FC Nürnberg - und das an Tagen, an denen dem eigenen Team die Arbeit aus den unterschiedlichsten Gründen nur recht schwer von der Hand bzw. vom Fuß geht. "Man muss notfalls solche Spiele irgendwie über die Zeit schaukeln. Sicher gab es heute das eine oder andere zu kritisieren, was wahrscheinlich mit dem Kräfteverschleiß nach den hohen Belastungen der vergangenen Wochen zu tun hat. Aber am Ende hat sich die Mannschaft durchgebissen, und das ist auch eine Form von Qualität", glaubt Lewandowski.

Von Platz fünf auf zwei

Gegen die Nürnberger, mit denen in der laufenden Spielzeit auch schon die Bayern und Dortmunder (jeweils 1:1) ihre liebe Not hatten, tat sich Bayer erwartungsgemäß schwer und musste froh sein, nicht durch Gebharts Schuss aus acht Metern (28.) oder Polters Kopfball an die Latte (30.) in Rückstand zu geraten. Stattdessen hatte man Glück, dass dem Treffer von Stefan Kießling (37.) die Anerkennung durch den Schiedsrichter zuteil wurde, obwohl der Schütze bei André Schürrles schönem Zuspiel relativ deutlich im Abseits gestanden hatte, wie die TV-Bilder dokumentierten.

In der Folge ließen sich die Gastgeber dank gewissenhafter Defensivarbeit allerdings kaum noch in Verlegenheit bringen und kamen in der Schlussphase - zum Beispiel durch Simon Rolfes' Pfostenschuss (85.) - sogar selbst noch zu Chancen, so dass am Ende keine Zweifel am Verdienst ihres Erfolges erlaubt waren. Lars Bender fasste in abermals präziser, ja sogar leicht philosophischer Diktion zusammen: "Drei erkämpfte Punkte zählen genauso viel wie drei erspielte."

Neun Punkte aus drei Spielen (davon zwei auswärts) bei einem Torverhältnis von 7:2, was den Sprung von Platz fünf auf zwei einbrachte - die Leverkusener haben in der Tat "ordentlich Tabelle gemacht", wie es Lewandowski vor dieser Englischen Woche formuliert hatte. Was die Frage aufwarf, ob es sich denn bei Bayer mittlerweile um eine "echte Spitzenmannschaft" handele. Die Antwort des Trainers klang ausweichend, war es aber eigentlich nicht: "Unsere Platzierung ist jedenfalls kein Zufall, sondern Ergebnis harter Arbeit. Trotzdem tun wir gut daran, die jetzige Situation nicht zu überschätzen."

Gonzalo Castro meinte bei anderer Wortwahl vermutlich genau das Gleiche, als er erklärte: "Zu einem Spitzenteam fehlt uns noch eine Menge. Aber wir wollen eines werden und sind auf einem guten Weg."

Der lässt sich gegebenenfalls ja auch schleichend zurücklegen.


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