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Bayer 04 Leverkusen: Castro beendet seine Wanderjahre

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Findet sich im Bayer-System immer besser zurecht: Gonzalo Castro. Foto: dpa
Die Leistungskurve bei Bayer 04 Leverkusen zeigt derzeit steil nach oben. Der Systemwechsel unter dem Trainerduo Hyypiä/Lewandowski greift mehr und mehr. Das beste Beispiel dafür hat einen Namen: Gonzalo Castro.  Von
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Am Tag nach dem Sprung auf den zweiten Tabellenplatz gab es für Bayer 04 Leverkusen die nächste gute Nachricht: Mittelfeldspieler Lars Bender hat sich beim 4:1-Sieg beim SV Werder am Mittwoch nicht so schwer am Sprunggelenk verletzt wie zunächst befürchtet. Ob der Nationalspieler aber am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg helfen kann, das Erreichte zu verteidigen, ist fraglich.

Aber darum geht es für die Leverkusener, die sich strikt verbieten, sich dem Jubel hinzugeben. „Wir gucken erstmal nach unten. Erst wenn wir am Ende Zweiter sind, bedeutet es uns etwas“, sagte Stefan Kießling. „Wir flippen jetzt nicht aus, nur weil wir Zweiter sind“, hofft Sportchef Rudi Völler. „Wenn wir am Samstag null Punkte machen, dann hat das alles nichts gebracht“, sagte Gonzalo Castro, mit zwei der Toren Mann des Abends.

Bei fünf Saisontoren steht Castro nach 14 Ligaspielen, mehr als je in einer ganzen Saison. Und der 25-Jährige absolviert ja bereits seine neunte Spielzeit in der höchsten Klasse. Aber noch nie konnte der Mann, der seit seinem Debüt als 17-Jähriger Vorzeigespieler der Nachwuchsabteilung ist, seine Offensivqualität so zeigen wie unter Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä. „Das System, das wir jetzt über vier Monate spielen, greift immer besser“, sagt Castro, „und die neue Position ist immer noch ein neuer Antrieb.“

Jahrelang wurde der Deutsch-Spanier im Klub zwar als defensiver Mittelfeldspieler gesehen. Aber aufgrund seiner Vielseitigkeit spielte er immer dort, wo gerade Bedarf war – vor allem lange Zeit als rechter Verteidiger.

Castros neue Rolle

Castro selbst hat irgendwann auf eine neue Rolle gedrängt. Robin Dutt stufte ihn vor der Saison 2011/12 erstmals klar als Offensivspieler ein, „Gonzo steht für sehr gute Qualität im zentralen Mittelfeld. Er ist technisch beschlagen, bringt gegen den Druck des Gegners immer eine spielerische Lösung und verliert dabei nicht die Nerven. Er kann den Ball in den eigenen Reihen halten und wird zudem auch torgefährlich. So stelle ich mir Fußball vor“, beschrieb Dutt damals alles, was Castro zum Beispiel jetzt in Bremen auszeichnete.

Aber Sachzwänge wie die Anwesenheit von Michael Ballack führten im letzten Jahr dazu, dass im Zweifelsfall das Eigengewächs Castro doch wieder Außenverteidiger spielte. Selbst als der Kroate Vedran Corluka im vergangenen Winter für den Posten geholt wurde, sah man Castro zwar links vorn, links hinten oder auch mal in der Zentrale. Aber immer noch auf Wanderschaft. Das hat Castro seinerzeit als Inkonsequenz des Ex-Trainers verstanden. In der Rolle auf der halb-rechten Offensiv-Seite, die Castro wie André Schürrle auf links wegen der offensiven Außenverteidiger viele Freiheiten lässt, spielt er erst seit dem Trainer-und Systemwechsel.

Prompt kommt jetzt immer wieder die Frage nach der Rückkehr in die Nationalmannschaft auf, für die Castro fünf Mal gespielt hat – allerdings zum letzten Mal vor fünf Jahren. Rudi Völler, Bayer-Botschafter durch und durch, sagte in Bremen, er hoffe, „dass Jogi Löw Kopfschmerzen bekommt“. Denn gegen Kopfschmerzen hilft ja bekanntlich Medizin aus dem Hause Bayer – in diesem Fall eine Dosis Castro.

Allerdings ist im DFB-Team bei dem großen Spielerangebot aus Dortmund, München und Real Madrid im Mittelfeld kaum Platz. Aber ein rechter Verteidiger wird gebraucht. Ob ihn die Aussicht auf die Rückkehr ins DFB-Team zusätzlich motiviere?. „Das ist alles Käse“, sagt Castro, „ich will der Mannschaft helfen und meine persönlichen Ziele so gut wie möglich verfolgen. Wenn man die Leistung bringt, kommt alles andere von alleine.“

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