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Bayer-Sportchef: Völler warnt vor Bayern-Übermacht

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Rudi Völler Foto: dpa
Bayer-Sportchef Rudi Völler warnt vor einer Übermacht des FC Bayern - der Rekordmeister habe nicht 11 oder 15, sondern 22 Top-Spieler in seinen Reihen. Matthias Sammer konterte umgehend und monierte eine „unangebrachte Diskussion“.
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München/Zell am See

Drei Wochen vor dem Start der Fußball-Bundesliga haben sich Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler und Bayern Münchens Sportvorstand Matthias Sammer ein Verbalduell über die vermeintliche Übermacht des Champions-League-Siegers geliefert. „Jetzt haben sie einen Kader, wie es ihn noch nie bei den Bayern gab. Das sind keine Top-11, keine Top-15 - das sind 22 Top-Spieler. Das ist schon erdrückend für andere Klubs. Dass sie auch noch einen Mann wie Thiago fürs Mittelfeld holen, zeigt, wie weit weg sie wirklich sind. Eine andere Kategorie ist das“, sagte der frühere DFB-Teamchef Völler im Bild-am-Sonntag-Interview und prangerte damit die angebliche Überlegenheit des Triple-Gewinners aus München an.

Sammer kontert umgehend

Der ehemalige DFB-Sportdirektor Sammer konterte umgehend. „Falls wir in ein paar Jahren wirklich alles abgeräumt haben sollten, könnte man darüber reden, dass wir die Liga erdrücken würden. Rudi ist ein Kumpel von mir, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist diese Diskussion völlig fehl am Platz“, sagte der 45-Jährige dem SID: „Der FC Bayern hat den Titel zuletzt 2006 erfolgreich verteidigt, davor 2001. Aber wie oft in den letzten drei Jahren haben wir die Meisterschaft geholt, wie oft den Pokal? In den beiden Jahren davor war Borussia Dortmund dominant, da hat auch keiner die Frage gestellt, wer wen erdrückt.“ Der FC Bayern habe sich „diesen Stellenwert verdient, da steckt wirtschaftlich und sportlich ganz harte Arbeit dahinter, das ist uns nicht zugeflogen“, führte Sammer weiter aus: „Wir erfüllen das Financial Fairplay und haben auch keinen Investor, deshalb ist so eine Neid-Debatte unangebracht.“

Zuletzt hatte der deutsche Rekordmeister auch noch den Spanier Thiago für 25 Millionen Euro vom FC Barcelona verpflichtet. „Wir haben nur auf den Kalender reagiert und unseren Kader mit Stammspielern erweitert“, erklärte der Sportvorstand angesichts von zusätzlichen Wettbewerben wie der Klub-WM und diversen Supercups: „Wir wollen international top aufgestellt sein.“

Glückwünsche an Dortmund

Der 53-jährige Völler beglückwünscht indes auch Vizemeister Borussia Dortmund zum Transfer des Armeniers Henrich Mchitarjan von Schachtjor Donezk. Der Offensivspieler „ist ein Kracher“, so Völler, „den hatten wir auch mal auf dem Schirm, aber für uns ist so ein Transfer nicht zu stemmen. Aber das hat sich Dortmund eben auch in den letzten Jahren erarbeitet“. Der BVB hatte 27,5 Millionen Euro für Mchitarjan auf den Tisch geblättert. Leverkusens Ex-Profi Andre Schürrle, der für 22 Millionen Euro zu Europa-League-Sieger FC Chelsea gewechselt war, rät Völler folgendes: „Andre muss sicher etwas robuster werden. Ich habe es ihm oft in den letzten beiden Jahren gesagt, dass er sein Durchsetzungsvermögen verbessern muss. Dann wird er auch den nächsten Schritt machen. Ganz sicher. Ich habe selten einen Spieler mit diesen Tempodribblings und so einem rechten Abschluss gesehen.“

Dass Bayer trotz des dritten Tabellenplatzes in der vergangenen Saison und der Champions-League-Qualifikation nur ein Mauerblümchendasein in der öffentlichen Wahrnehmung fristet, bedeutet für den Sportchef nicht, eine Image-Diskussion vom Zaun zu brechen. Völler: „Wir sind die Werkself und stolz darauf, das Bayer-Kreuz zu tragen. Unsere Fans haben vor einigen Jahren eine Kampagne gestartet, um das Bayer-Kreuz in Leverkusen zu erhalten. Das ist doch totale Identifikation zwischen Stadt, Bayer-Werk und Mannschaft. Natürlich sind wir in NRW eingekeilt zwischen anderen Klubs. Und wenn uns jemand provoziert, dann müssen wir uns auch wehren. Aber dafür bin ich ja dann auch da...“ (sid)

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