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Bayer-Trainer: Das letzte Wort hat Sami Hyypiä

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Bayer Leverkusens Trainer Sami Hyypiä. Foto: dpa
Bei Bayer Leverkusen hat sich zur neuen Saison vor allem eins verändert. Das Trainerteam der Werkself hat nur noch einen Namen: Sami Hyypiä. Mittlerweile hat nur noch der Finne das letzte Wort.  Von
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Kaprun/Zell am See

Draußen auf dem See versuchen einige Surflehrer, ihren Schülern den aufrechten Stand auf den Brettern beizubringen – erbärmlich sieht das mitunter aus. Ein paar hundert Meter weiter an Land versuchen einige Trainer, einer Gruppe von Fußballern den korrekten Umgang mit Kunststoffkugeln zu vermitteln – das sieht schon besser aus. Die Profis von Bayer 04 Leverkusen, die hier, im österreichischen Zell am See, ihr Trainingslager zur Vorbereitung auf die Bundesligasaison absolvieren, beherrschen offensichtlich ihr Fußwerk.

Behilflich sind ihnen dabei diverse Übungsleiter. Allen voran Teamchef Sami Hyypiä (39), zuletzt in einer Doppelspitze mit Cheftrainer Sascha Lewandowski (40) tätig, seit dessen Rückzug in die Nachwuchsarbeit aber allein verantwortlich für die Werkself. Dem Finnen am nächsten zur Seite steht Assistenzcoach Jan-Moritz Lichte (33), im vergangenen Jahr hauptsächlich für Spielanalyse und neuerdings mehr für konkrete Trainingsinhalte sowie mannschaftstaktische Belange zuständig. Ganz neu im Stab ist Daniel Niedzkowski (36), der sich um die individuelle Entwicklung der Bayer-Spieler, aber auch um die Gegneranalyse kümmern soll. Den Torhütern widmet sich David Thiel (28). Die Einheiten zum Aufbau von Kraft und Kondition leitet Holger Broich (38), der auch als Leistungsdiagnostiker firmiert.

Braucht Bayer noch Verstärkung?

Sie alle eint der Auftrag, die Leverkusener Berufsballtreter zu größtmöglichem Erfolg zu führen. Aber etwas ist anders seit ein paar Wochen: Mittlerweile hat nur noch einer das letzte Wort. Vorbei die Zeiten, als Lewandowski und Hyypiä als gleichberechtigte Partner auftraten und sich die Öffentlichkeit mit Blick auf den Erfolg die Vaterschaftsfrage stellte und zum Beispiel darüber debattierte, auf wessen Mist denn nun das ebenso ungewöhnliche wie funktionierende Spielsystem des Dritten der Endabrechnung gewachsen sein mag. Ungeachtet monatelang wiederholter öffentlicher Treueschwüre hatten beide Beteiligten zuletzt den Eindruck erweckt, nicht länger an der Doppellösung festhalten zu wollen.

In der Mannschaft dürfte man das Modell in seiner Schlussphase ähnlich skeptisch gesehen haben. Jedenfalls scheinen die Spieler, nachdem sie lange fast schon gebetsmühlenartig ihrer Zufriedenheit mit der Zweier-Version Ausdruck verliehen hatten, inzwischen ganz froh zu sein, nur noch mit einem echten Chef zu tun zu haben. „Wir als Spieler sind mit der Doppellösung gut gefahren, aber den beiden merkte man gelegentlich schon an, dass es an den Kräften zehrte, sich immer und immer wieder abstimmen zu müssen. Auf Dauer muss eine solche Konstellation zum Energieverlust führen“, beschreibt Teamkapitän Simon Rolfes die Problematik und fügt hinzu: „Auf den ersten Blick hat sich für uns jetzt noch nicht allzu viel verändert, da die Trainingsinhalte nahezu gleichgeblieben sind, aber auf Dauer dürfte es sich zeigen, dass es besser ist, wenn schließlich nur einer das Sagen hat.“ Natürlich sei der Profifußball so komplex geworden, dass es Sinn mache, wenn in einem Trainerteam Spezialisten für den einen oder anderen Bereich verstärkt tätig sind, „aber am Ende muss einer der Chef sein“.

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Jan-Moritz Lichte und seinen Kollegen aus der zweiten Reihe ist es offenbar ganz recht, dass der prominente Cheftrainer und einstige Superstar Hyypiä fortan der Mann ist, um den sich – zumindest in der Öffentlichkeit – alles dreht. Lichte drückt das mit feiner Ironie aus: „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die deutsche Bevölkerung von Daniel Niedzkowski oder mir jede Woche zwei Statements haben möchte – aber wenn sie das möchte, bin ich selbstverständlich für sie da.“

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