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Europa League : Bayer Leverkusen droht das Aus

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An der aufmerksamen Defensivreihe der Portugiesen war für die Gastgeber um den glücklosen Torjäger Stefan Kießling kein Vorbeikommen. Foto: Bongarts/Getty Images
Nach einer schmerzhaften Heimniederlage droht Bayer Leverkusen wie schon vor 19 Jahren gegen Benfica Lissabon das Aus im Europacup. Die Werkself unterlag im Hinspiel der ersten K.o.-Runde der Europa League am Donnerstag mit 0:1.  Von
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ayDer Schnee, der am Donnerstagabend wie einen Daunenschleier in die BayArena fiel, ist heute schon Schnee von gestern. Dasselbe lässt sich vermutlich über Bayer 04 Leverkusen und die Europa League sagen. Nach der 0:1-Niederlage gegen Benfica Lissabon im Hinspiel des Sechzehntelfinales steht der Werksklub vor dem Aus. Kommenden Donnerstag muss der Bundesliga-Dritte in der portugiesischen Hauptstadt gewinnen und dabei mindestens zwei Tore erzielen, um in die nächste Runde zu kommen.

Die Frage ist jedoch, ob das der Verein um jeden Preis will. Teamchef Sami Hyypiä hatte viel über die Kunst gesprochen, innerhalb von zwei Tagen gegen Lissabon und Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) zu spielen, und ausdrücklich betont, dass beide Aufgaben mindestens gleich wichtig seien, denn in der Bundesliga geht es um mehr als die Europa League – die Champions League mit ihren vielen garantierten Millionen. Deshalb und aufgrund medizinischer Risiken (Sprunggelenkblessur bei Carvajal) bauten er und Cheftrainer Sascha Lewandowski das Team auf vier Positionen zu einer Formation um, die so noch nie zusammen gespielt hatte.

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„Das Spiel war anders als die letzten Spiele“, sagte Lewandowski, „es gab viele Unterbrechungen, wenig Fluss, so ein Spiel hätte unentschieden ausgehen können. Bezeichnend ist, dass wir es noch verlieren. Da stellt sich die Frage nach der letzten Konsequenz. Da steckt eine Logik dahinter. Wir müssen es bis zum Spiel gegen Augsburg wieder hinkriegen, konsequenter zu sein.“

Keine Torgefahr

Die erste Halbzeit zeigte, wie es aussieht, wenn sich eine nicht homogene Mannschaft in einem Spiel mit zwei Wettbewerben gleichzeitig befasst. Die gegenüber Bestbesetzung auf vier Positionen veränderte Elf spulte ihr Pensum ab gegen einen Gegner, der ebenfalls sein Pensum abspulte. Heraus kam: nichts. Fehler passierten, aber sie waren nicht erzwungen und führten auch zu keiner Torgefahr. Offensichtlich war jedoch, dass die völlig umgekrempelte Abwehr (Hosogai, Schwaab, Kadlec spielten für Carvajal, Toprak und Boenisch) Probleme bekam, sobald Benfica Lissabon ein wenig Druck machte. Auch die Portugiesen starteten nicht mit ihrem A-Team, denn Torjäger Lima saß erst einmal auf der Bank.

Und schon waren 45 Minuten ereignislos verstrichen. Aber es wurde dann ja besser – für die Unterhaltung, aber nicht für Bayer 04. Gerade als die Werkself ihre erste große Chance durch Kadlec hatte und vergab, geschah das Unheil. Benfica fand die Bayer-Hintermannschaft im Zustand bedenklicher Unordnung, der Ball kam im Strafraum zum freien Oscar Cardozo, gegen dessen Kunststück Bernd Leno chancenlos war. Der Ball flog in Zeitlupe an seiner linken Schulter vorbei ins Tor.

Damit war das ungeliebte Unternehmen Europa League noch ein Stück unliebsamer geworden. Und Nationalspieler André Schürrle saß nach einer schwachen ersten Hälfte schon auf der Bank. Mehr mit Gewalt als spielerischen Mitteln kam der Bundesligist im Schneetreiben zu Chancen. Hegeler und Simon Rolfes scheiterten jedoch am imposanten Benfica-Torhüter Artur, der mit gutem Stellungsspiel und schnellen Reflexen ein Gegentor verhinderte.

In der Nachspielzeit war es dann Feldspieler Melgarejo, der einen Lupfer des eingewechselten Sam von der Linie köpfte und den Portugiesen einen Sieg bescherte, den sie vermutlich mehr wollten als die Deutschen.

„Das ist ein sehr gutes Ergebnis für uns“, erklärte Benfica-Trainer Jorge Jesus ernst, „mit diesem Ziel sind wir hierher gefahren. Aber es gibt noch ein Rückspiel, und Bayer Leverkusen ist in der Lage, es zu gewinnen.“ Sein deutscher Kollege Sascha Lewandowski wollte lieber noch nicht so weit denken: „Im Moment denken wir nur an Augsburg.“

Bayer Leverkusen: Leno - Hosogai (82. Boenisch), Wollscheid, Toprak, Kadlec - Lars Bender, Rolfes, Hegeler - Castro (70. Milik), Schürrle (46. Sam) - Kießling. - Benfica: Artur Moraes - Andre Almeida, Luisao, Garay, Melgarejo - Gaitan, Matic, Andre Gomes (42. Perez) - Urreta (57. Salvio), John - Cardozo (72. Lima). - Zuschauer: 25 375. - Schiedsrichter: Lahoz (Spanien). - Tor: 0:1 Cardozo (61.)

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