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Simon Rolfes: „Wir müssen neue Wege finden“

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Simon Rolfes Foto: dpa
Bayer-04-Kapitän Simon Rolfes spricht im Interview über die Ergebniskrise in Leverkusen, die Trainer-Doppelspitze in seinem Klub und ein Leben nach der Fußball-Karriere.
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Herr Rolfes, Sie haben am Mittwoch mit Bayer 04 beim Solidaritätsturnier bei Alemannia Aachen gespielt und sind als Ex-Aachener gefeiert worden.  Welche Gefühle haben Sie noch für die Alemannia?

Simon Rolfes: Ich verfolge das immer, auch wenn ich nicht mehr so eng an der der Mannschaft bin. Das  Jahr in Aachen war ein ganz besonderes, für mich und für den Verein.  In Bremen war es ja für mich nicht so gut gelaufen, und dann habe ich in Aachen in einem Jahr den Sprung von einem Zweitligisten zu einem Bundesliga-Topklub geschafft. Wir haben mit Aachen im Europapokal gespielt und sind als Zweitligist bis in die dritte Runde gekommen. Das erlebt man  ja nicht so häufig.

Jetzt steht die Alemannia vor dem Nichts.

Rolfes: Anfang der nuller Jahre, mit DFB-Pokal-Finale,  Europapokal-Teilnahme, Aufstieg, ein Jahr Bundesliga, da schien es, man hätte sich ein finanzielles Polster geschaffen, das für die nächsten Jahre für Stabilität  hätte sorgen können. Denn das Potenzial in Aachen ist ja fantastisch, auch mit den Fans. Es hätte eine Entwicklung wie in Mainz oder Freiburg werden können. Aber das jetzt, das ist bitter. Man weiß nicht, was man  hoffen soll. Sie müssen einen Neuanfang starten.

Sie könnten bis in die vierte Liga durchgereicht werden

Rolfes: Das hat Düsseldorf ja auch hinter sich. Das wäre der härteste Weg. Aber manchmal kann der härteste Weg der bereinigendste sein.

Welcher harte Weg steht Leverkusen in diesem Jahr noch bevor? Wie ist die Lage im Klub?

Rolfes: Es war gut, dass die Verfolger in unserer Schwächephase auch nicht gepunktet haben. Wir haben jetzt Spiele vor uns, die wir unbedingt auch mal gewinnen müssen. Die Ausgangslage ist weiter super, und wenn wir wieder in die Spur kommen,  bin ich sicher, dass unsere Verfolger nicht die Konstanz haben werden, uns noch gefährlich zu werden.

Wie kommt es, das es sportlich nicht mehr läuft?

Rolfes: Wir haben gegen Gladbach und Dortmund zwei Super-Spiele gemacht, aber leider nur einen Punkt mitgenommen. Da haben wir druckvoll nach vorn gespielt. Das haben wir in den letzten Spielen etwas vermissen lassen. Dieser Mix zwischen stabiler Defensive und Druck machen, der war zuletzt nicht so ganz da. Außerdem konnten wir in der Hinrunde  mehr kontern. Die Gegner spielen inzwischen deutlich defensiver gegen uns. Wir müssen also immer neue Wege finden. Da hatten wir in den letzten Wochen ein paar Probleme.

In der Winterpause hieß es, die Spielweise soll dominanter werden. Ist Leverkusen damit einen schlechten Handel eingegangen?

Rolfes: Wir gestalten die meisten Spiele viel dominanter. Aber die Gegner verändern sich. In der Hinrunde haben sie öfter mitgespielt. Jetzt stellt sich Stuttgart hier 90 Minuten hinten rein. Das ist legitim, aber wir müssen dagegen etwas Neues kreieren. Es ist immer ein lebendiger Prozess.

Spüren Sie Unruhe im Team durch das Trainerthema um Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski?

Rolfes: Nein. Das wurde einmal angesprochen und damit war es erledigt.   Es ist ein wunderbares Medienthema, aber intern nicht. Die Vor-und Nachteile einer Zweierkonstellation, die Chancen und Risiken, waren uns ja schon im letzten Sommer bewusst. Das ist nichts Neues. Wichtig ist, dass die Mannschaft es trägt und nicht versucht, es auszunutzen. Jetzt kommen ja die Fragen: Wie ist es denn? Rennt der eine Spieler zu dem und der andere zum anderen? Klar, wenn eine Mannschaft versucht, das auszunutzen, kann das zum Problem werden. Aber bei uns klappt es wunderbar. Es wird respektiert.

Es heißt immer, der Unterschied zum klassischen Modell mit Chef- und Co-Trainer sei gar nicht so groß. Da werde sich ja auch abgestimmt.

Rolfes: Die Co-Trainer sind ja schon lange nicht mehr die Hütchenaufsteller und Gute-Laune-Beauftragten, sondern wichtige Personen. Aber natürlich ist im klassischen Modell am Ende einer der Chef. Das ist bei uns anders. Die Beiden müssen das abstimmen.

Seit wann wissen Sie, dass Sascha Lewandowski Zweifel hat, ob der Profifußball das Richtige für ihn ist?

Rolfes: Das Thema gab es schon am Ende der letzten Saison. Da war auch die Frage, ob er nach sechs Spielen  weitermachen möchte. Ich finde das legitim. Es ist kein einfaches Geschäft. Für die Trainer ist es deutlich härter als für Spieler. Dass er es sich überlegt, zeigt Stärke und Unabhängigkeit. Häufig packt einen dieses Business so, dass man nicht mehr loslassen kann. Wenn er die Stärke hat, loslassen zu können oder zu wollen, dann spricht das für ihn. Wir wussten immer, dass er gern in der Jugend gearbeitet hat. Da geht es nur um Fußball. Im Profibereich geht es auch um Fußball, aber es gehören viele Dinge dazu, die man dann auch mit einkauft.

Wie gehen Sie mit dem jetzigen Zustand um?

Rolfes: Unabhängig von der Entscheidung, die er im Sommer trifft, ist die Mannschaft den beiden gegenüber in einer Verpflichtung. Sie haben uns im letzten Jahr nach sieben Niederlagen in Folge übernommen und sie haben geholfen, dass wir nicht im Mittefeld versinken.  Das haben sie super gemacht. Es gab schon in den ersten sechs Spielen Verbesserungen im Spiel zu sehen. Wir haben gehofft, mit den beiden weitermachen zu können. Und deshalb: Unabhängig von der Entscheidung in diesem Sommer hat die Mannschaft die Verpflichtung, sich für den größtmöglichen Erfolg der Beiden einzusetzen. Das haben sie verdient. Und wenn es dann Veränderungen gibt: Okay, dann ist das so.

Lesen Sie hier Interveiw Teil II 

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