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Verteidiger-Talent: Bayer verliert den Kampf um Sarr

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Wechselt zum BVB: Bayer 04-Talent Marian Sarr (r.). Foto: Uli Herhaus
Enttäuschung und Frustration bei Bayer 04 Leverkusen: Das umworbene Verteidiger-Talent Marian Sarr verlässt den Werksklub und wechselt zu Borussia Dortmund. Für Geschäftsführer Holzhäuser bietet der Vorfall Anlass zur Generalkritik.  Von
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Bayer 04 Leverkusen verliert eines seiner Top-Talente. Wie der Klub am Mittwoch bestätigte, wechselt Marian Sarr in der Winterpause zu Borussia Dortmund. „Es war keine einfache Entscheidung für uns. Hätte man auf Vertragserfüllung bestehen sollen, vielleicht sogar müssen? Aber es war sein großer Wunsch und es gab nach vielen Gesprächen die Situation, in der man sagen musste: Es ist für alle Beteiligten das Beste“, sagte Leverkusens Kadermanager Michael Reschke.

Leverkusen erhält für den Junioren-Nationalspieler eine Ablösesumme. Über die Höhe wollte der Klub nichts sagen. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist Leverkusen außerdem an der weiteren Entwicklung des Spielers finanziell beteiligt, wenn diese positiv verlaufen sollte. So wird zum Beispiel ein weiterer Betrag fällig, wenn Sarr in der Bundesliga zum Einsatz kommen sollte.

„Er hätte verdienen können wie noch kein Jugendspieler zuvor“

Dennoch überwiegt in Leverkusen Enttäuschung und Frustration: „Wenn man eine gute Jugendarbeit macht und etwa vier Millionen Euro im Jahr darin investiert, dann möchte man die Früchte auch ernten“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, „wir haben alles für ihn getan und alles versucht. Er hätte bei guten Leistungen bei uns in einer Dimension verdienen können wie noch kein Jugendspieler zuvor.“

Holzhäuser sagte weiter, man habe zeitweise sogar erwogen, die Vertragserfüllung Sarrs „arbeitsrechtlich durchzufechten“.

Der Vorgang ist nach Leverkusener Einschätzung der klassische Fall, den jeder Klub fürchtet: Berater, die Eltern und Spielern den Kopf verdrehen. Bei Sarr sollen gleich mehrere Agenten die Schlüsselrolle gespielt haben. Der Spieler sei auch beim FC Bayern und in Italien angeboten worden, hieß es. Man mache Dortmund keinen Vorwurf, hieß es bei Bayer 04.

Die Gespräche waren von beiden Seiten auf höchster Ebene zwischen Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc sowie der Bayer-Führung um Wolfgang Holzhäuser und Rudi Völler geführt worden – ein Zeichen für den besonderen sportlichen Stellenwert des Spielers.

Holzhäuser übt Generalkritik

Für Holzhäuser ist der Vorfall Anlass zur Generalkritik: „Die Politik der Verbände führt dazu, dass immer früher ein Wettbewerb einsetzt. Das spielt den Agenturen in die Hände. Ich denke, in zehn Jahren wird der Fußball von Agenturen gesteuert, wenn die Verbände weiter tatenlos zu sehen.“

Die Regeln schreiben vor, dass jedem Lizenzkader acht „local Player“ (in Deutschland ausgebildete Spieler) angehören müssen, darunter vier, die aus dem eigenen Nachwuchs kommen. Das führt zu großer Nachfrage nach Talenten mit deutschem Pass. „Es bleibt uns nichts anderes, als mit den Wölfen zu heulen“, sagt Holzhäuser – sein Klub hatte zum Beispiel beim spektakulären Wechsel von Mitchell Weiser vom 1. FC Köln zum FC Bayern mitgeboten.

Seit mehreren Wochen hatte es hinter den Kulissen ein Tauziehen um Sarr geben. Der gebürtige Essner war 2008 vom FC Schalke zu Bayer 04 gekommen. Der Innenverteidiger, der noch für die A-Junioren spielberechtigt ist, war vor der laufenden Saison in den Kader der U 23 berufen worden. Bei Trainer Ralf Minge absolvierte er von allen Abwehrspielern die meisten Einsätze in der Regionalliga, ehe er im November plötzlich nicht einmal mehr im Kader stand und auch bei den A-Junioren nicht mehr zum Einsatz kam.

Der Klub begründete dies zunächst mit nachlassenden Leistungen, die man in Zusammenhang brachte mit dem Dortmunder Angebot. Andererseits, so sagte Holzhäuser, habe der offensichtlich wechselwillige Spieler eben einen Platz im so genannten Kompetenzkader belegt, der einem anderen nicht zur Verfügung stehe.

Auch Sarrs jünger Bruder Wilfried spielt bei Bayer 04 bei den B-Junioren. An dessen Situation ändere sich einstweilen nichts, hieß es. Dass er vorübergehend ebenfalls nicht mehr zum Einsatz kam, habe andere Gründe gehabt.

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