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Naturschutz: Uhu verfing sich im Stacheldraht

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Schneckenhaus-Mitarbeiterin Charmain Wißdorf kümmert sich um den verletzten Uhu.  Foto: Privat
Wanderer entdeckten in der Eifel einen schwer verletzten Uhu. Wie lange das Tier hilflos im Stacheldrahtzaun hing ist unklar. In seinem Flügel klafft ein großes Loch. Im Umweltzentrum "Schneckenhaus" wird der Vogel behandelt.  Von
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Der Anblick war nichts für Zartbesaitete. Wenige Tage vor Weihnachten fanden Wanderer in der Eifel einen schwer verletzten Uhu. Der Vogel hing hilflos in einem Stacheldrahtzaun fest, in einem seiner Flügel hatte er deshalb ein großes Loch. Unklar ist, wie lange das Tier dort leiden musste. Über den Bedburger Naturschutzberater Rolf Thiemann fand der Vogel den Weg ins Grevenbroicher Umweltzentrum „Schneckenhaus“. „Dort wird er jetzt tiermedizinisch betreut, es geht ihm den Umständen entsprechend ganz gut“, betont Thiemann.

Habichte und Rehe

Erfreut ist Thiemann, dass in der Landwirtschaft seit einiger Zeit zunehmend auf Stacheldrahtzäune verzichtet wird. „Leider gibt es aber noch viele Weiden, an denen alte Stacheldrahtzäune stehen, die vor sich hin verrotten.“ Wenn Tiere sich in ihnen verfangen und nicht rasch entdeckt werden, bedeutet dies für sie häufig den sicheren Tod. Häufig sei zu beobachten, dass Enten oder Eulen, Singvögel oder auch Habichte in den Stacheln hängen bleiben. „Sogar Säugetiere wie Rehe oder Hasen haben wir schon tot in solchen Zäunen vorgefunden.“

Naturschützer wie Thiemann fordern deshalb schon seit Langem, dass die Altbestände an Stacheldrahtzäunen rasch entfernt werden. „Wir haben aber beobachtet, dass viele ihrer Besitzer kein großes Interesse daran haben.“ Derzeit erhole sich der schwer verletzte Uhu im Grevenbroicher Schneckenhaus. „Dort wird er nach wie vor von einem Tierarzt beobachtet“, betont Thiemann.

Mittlerweile hätten ihn die Mitarbeiter dort in einer großen Flugvoliere untergebracht, in der er sich offenbar recht wohlfühle. Ungeklärt sind die weitere Zukunft des Uhus und die Frage, ob er wieder gesund wird und rasch freigelassen werden kann. Thiemann sagt dazu: „Wenn alles mit dem Heilungsprozess optimal verläuft, dürfte er schon bald wieder entlassen werden, sicher ist das aber derzeit nicht.“

Uhus sind die größte Eulenart. Sie werden mehr als 60 Zentimeter hoch und haben eine Flügelspannweite von mehr als anderthalb Metern. Nachdem sie lange Zeit hierzulande so gut wie ausgestorben waren, erobern sie sich in jüngster Zeit Lebensraum zurück. Die Tiere – die Weibchen sind deutlich größer als die Männchen – brüten zwar gern an Felswänden, nutzen aber auch die verlassenen Horste anderer Greifvögel.

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