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Umbau: Nichts für schwache Nerven

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Das Benutzen der wackeligen stählernen Behelfsbrücke am Bedburger Bahnhof ist nicht jedermanns Sache. Foto: Markus Clemens
Im Zuge des Bahnhofumbaus ist der Tunnel, der zu den Gleisen geführt hat geschlossen. Seitdem müssen die Fahrgäste über eine abenteuerliche Stahlkonstruktion zu den Gleisen klettern. Für manche ein unüberwindbares Hindernis.  Von
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Seit einigen Wochen ist der ungeliebte Tunnel unterhalb des Bedburger Bahnhofs geschlossen, im Zuge des Bahnhofsumbaus soll er neu gestaltet werden. Seitdem müssen die Fahrgäste, wenn sie auf die Gleise oder die andere Seite des Bahnhofs wollen, über eine stählerne Behelfsbrücke klettern. Und dieses schwankende und wackelige Stahlgerüst ist offenbar nicht jedermanns Sache. „Ich habe ja keine Höhenangst, aber diese Brücke ist gewöhnungsbedürftig“, findet Bahn-Kunde Michael Rösler.

Einer der Gleisarbeiter ist ebenfalls nicht glücklich über die Konstruktion. „Sie müssten einmal sehen, wenn hier eine Mutter mit Kinderwagen hinauf will.“ Und für Kinder sei es auch nicht ganz ungefährlich, kritisiert er. Doch bei der Deutschen Bahn und bei der Stadt hat man keine Alternative zu der Stahlbrücke gesehen. „Es ist nicht ideal, aber aufgrund der Platzverhältnisse vor Ort ging es nicht anders“, sagt ein Bahn-Sprecher. Die Brücke entspreche aber den bautechnischen Vorgaben. Schließlich müsse sie so hoch sein, damit die Züge unter ihr hindurch fahren könnten.

Fluchtwege

Natalie Gulium wird jedes Mal mulmig, wenn sie die etwa zehn Meter hohe Brücke benutzen muss. „Man kann durch die Gitter auf den Boden sehen, das macht mir Angst“, sagt die Schülerin, die unter Höhenangst leidet.

Für einige Menschen, besonders solche mit einer Gehbehinderung, ist die Konstruktion ein unüberwindbares Hindernis. „Ich schaffe es ja noch, da hoch zu steigen“, berichtet eine ältere Dame. „Aber meine Schwester macht seit der Schließung des Tunnels immer einen längeren Umweg, um auf die andere Seite zu gelangen.“ Sie fragt, warum man nicht einfach einen Teil des Tunnels offen gelassen habe.

„Wir hätten gerne auf die Brücke verzichtet“, erklärt ein Sprecher der Stadtverwaltung. Es sei aber nicht zulässig gewesen, nur den halben Tunnel zu sperren und an der anderen Hälfte zu arbeiten. „Dann hätten wir die Bestimmungen für die Mindestbreiten für Fluchtwege nicht einhalten können.“ Und die Gitterroste habe man verwenden müssen, damit das Regenwasser ablaufen könne.

Dennoch gibt es positive Nachrichten zu vermelden. Schon nach den Osterferien können die beiden neuen Außenbahnsteige in Betrieb genommen werden. Dann kommen die Fahrgäste wieder ebenerdig zum jeweiligen Bahnsteig. Wer allerdings die Schienen überqueren muss, wird noch gut sieben Monate mit der ungeliebten Stahlkonstruktion vorlieb nehmen müssen.

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