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Werkstatt: Bürger wollen Autos bremsen

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Für die St.-Rochus-Straße wünschen sich die meisten Bürger, dass hier künftig eine Tempo-30-Regel gilt.  Foto: Clemens
Im Rahmen einer Bürgerwerkstatt wurden über 60 konkrete Vorschläge gemacht, wie die Kasterer Ortsdurchfahrt entschärft und umgestaltet werden könnte. Favorisiert wird eine Tempo-30-Zone auf der St.-Rochus-Straße.  Von
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Bedburg-Kaster

Die St.-Rochus-Straße gilt als Rennstrecke, Spötter nennen sie auch eine bewohnte Autobahn. Seit Jahren machen sich Kommunalpolitiker und viele Bürger deshalb bereits Gedanken darüber, wie die Kasterer Ortsdurchfahrt entschärft und umgestaltet werden könnte. Im Rahmen einer Bürgerwerkstatt wurden über 60 konkrete Vorschläge gemacht, die nun umgesetzt werden sollen. Insgesamt hatte die Werkstatt 100 Teilnehmer, darunter Vertreter der Werbegemeinschaft Kaster-Königshoven, der Freiwilligen Feuerwehr und der Schützenbruderschaft.

Insgesamt haben 100 Kasterer an der Bürgerwerkstatt zur Umgestaltung der St.-Rochus-Straße teilgenommen.
Insgesamt haben 100 Kasterer an der Bürgerwerkstatt zur Umgestaltung der St.-Rochus-Straße teilgenommen.
Foto: Markus Clemens

Eine breite Mehrheit hat es abgelehnt, aus der Straße eine Fußgängerzone zu machen. Im Zuge der Werkstatt, die vom Aachener Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen begleitet wurde, befürworteten die meisten, dass dort künftig eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird. „Sie soll vor der Kurve bei Alt-Kaster beginnen und bis an die Einmündung zur Harffer Schloss-Allee reichen“, betonte Dr. Ralf Kaulen. Zudem sollen die beiden Fahrbahnen künftig von einer Mittelachse abgetrennt werden. Diese bauliche Trennung soll in Teilen begehbar sein, sie soll ebenfalls bepflanzt werden, Lampen könnten ebenfalls dort stehen. Ein Herzstück der Planung sind die beiden Kuben, die zentral entstehen sollen. In diesen zweigeschossigen über 100 Quadratmeter großen Gebäuden solle Einzelhandel angesiedelt werden. Über ihre exakte Größe und ihren genauen Standort könne aber mit potenziellen Investoren noch geredet werden, betonte Kaulen.

Da Bürger und Geschäftsleute besonderen Wert darauf gelegt haben, dass alle Geschäfte über kurze Wege zu erreichen sind, sollen bei der Umgestaltung keine Parkplätze zum Opfer fallen. „Die Parkplatzbilanz ist auch nach der Umgestaltung gut, wir befürworten ebenfalls die geplante Tempo-30-Zone“, erklärt Dr. Axel Horstmann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. Er erinnert an Unfälle in der Vergangenheit, bei denen auch Kinder verletzt wurden.

Auf Wunsch der Mehrheit der Bürger soll auch der Rathausparkplatz als Parkplatz und als Platz für den Wochenmarkt erhalten bleiben. Um noch mehr Parkplätze für Kurzzeitbesucher zu schaffen, wurde angeregt, für die die Bediensteten des Rathauses andere Stellplätze zu finden. Ein Wunsch vieler war zudem, die Grünphasen der Ampeln vor der Grundschule und dem Seniorenstift so zu verlängern, dass Kinder und alte Menschen genügend Zeit haben, die Straße zu überqueren. Ein weiterer Wunsch sieht vor, die Bushaltestelle vor das Seniorenheim zu verlegen. Nun müssen sich die Gremien der Stadt und des Kreises mit den Plänen beschäftigen. Wenn dies geschehen ist, sollten Mitte nächsten Jahres Fördermittel beantragt werden. Ende 2014 oder Anfang 2015 könnte, bei optimalem Verlauf, mit der Umgestaltung begonnen werden.

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